Österreich

Buchneuerscheinung: "Der Unglücksflug von Police Foxtrot - das Rätsel um den Achensee-Absturz"

Das Buch "Der Unglücksflug von ,Police Foxtrot' - das Rätsel um den Achensee Absturz" ist als Soft- und Hardcover in gut sortierten Buchgeschäften sowie im Onlinehandel erhältlich - Foto: ZVg / PM

Erwiesene fachliche Fehler in der Untersuchung des Verkehrsministeriums, Zeitungsberichte von fragwürdiger Qualität und ein zuerst erschienener nachvollziehbarer seriöser Unfallbericht der Flugpolizei, der aber öffentlich kaum wahrgenommen wurde. Das sind die Eckdaten des Absturzes des Polizeihubschraubers OE-BXF in den Achensee, der sich am 30. März 2026 zum 15. Mal jährt. Nach jahrelanger intensiver Recherche hat Patrick Huber sein auf harten Fakten fußendes Sachbuch "Der Unglücksflug von Police Foxtrot - das Rätsel um den Achensee-Absturz" zum Thema veröffentlicht. Es ist sein 25. Buch zu Luftfahrtthemen.

Informationen zum Buch
• A5
• 120 Seiten,
• 25 ‒zum Teil exklusive‒ Abbildungen, 18 Seiten im Farbdruck
ISBN Softcover: 978-3-565261-81-9
• Preis Softcover: EUR 13,99,-- (zzgl. Versandkosten)
ISBN Hardcover: 978-3-565262-62-5
• Preis Hardcover: EUR 19,99,-- (zzgl. Versandosten)

Erhältlich ist das Buch "Der Unglücksflug von ,Police Foxtrot' - das Rätsel um den Achensee-Absturz" unter anderem direkt über den Webshop des Verlages sowie zum Beispiel über Thalia.at, Manz.at oder den Shop des Falter-Verlages. Außerdem kann es in jeder Buchhandlung mit der ISBN bestellt werden. Hinweis: Weder der Autor noch sonst jemand bei Austrian Wings erhalten von von den angeführten Bezugsquellen irgendeine finanzielle Vergünstigung für die Erwähnung. Die Links stellen lediglich zufällig ausgewählte Beispiele für die vielfältigen Bezugsmöglichkeiten des Buches und damit keine Werbung gegen Entgelt dar. Es gibt seitens des Autors und/oder der Austrian Wings Redaktion keinerlei Präferenz betreffend eine Bezugsquelle. Jeder Leser, jede Leserin ist angehalten, sich eigenverantwortlich im Internet zu informieren und völlig unbeeinflusst die Bezugsquelle seines persönlichen Vertrauens auszuwählen.

Ein zerstörter Hubschrauber, vier tote Polizisten und drei von hochkarätigen Experten benannte mögliche plausible Unfallursachen (Vogelschlag oder medizinische Probleme des Piloten, möglicherweise durch „Flicker Vertigo“), die sich im 2012 veröffentlichten umfassenden Unfallbericht der Flugpolizei finden: Das sind die Eckdaten eines der schwersten Unglücke in der Geschichte der österreichischen Flugpolizei, das sich am 30. März 2026 zum 15. Mal jährt. Damit könnte die Causa an dieser Stelle beendet sein ‒ ist sie aber nicht. Denn acht Jahre nach dem grundsätzlich bereits seit 2012 so weit wie möglich aufgeklärten Absturz des Polizeihubschraubers mit dem Kennzeichen 
OE-BXF in den Tiroler Achensee veröffentlichte plötzlich eine ganz andere österreichische Behörde, die beim Verkehrsministerium angesiedelte Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes, kurz SUB, ihren eigenen Bericht dazu und wies darin überraschenderweise allein dem Piloten die Schuld für den Absturz zu. Das riesengroße Problem an der Sache: Die Qualität der Unfallermittlungen der SUB liegt laut dem internationalen Zivilluftfahrtverband ICAO niedriger als beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo oder Nigeria. Dieses katastrophale Urteil ist öffentlich über die Homepage der ICAO abrufbar und in österreichischen Pilotenkreisen seit vielen Jahren wohlbekannt. Da überrascht es nicht, dass dieser zweite Bericht (erschienen 2019) dann gleich zahlreiche schwere fachliche Mängel sowie offensichtliche Fehler aufweist und als Konsequenz daraus in Fachkreisen überwiegend abgelehnt wird.

Deshalb ließ das Innenministerium als Betreiber der Flugpolizei den ursprünglichen Unfallbericht der Flugpolizei aus dem Jahr 2012 ab 2019 auf Betreiben des damaligen Leiters der Flugpolizei, Werner Senn, von einem internationalen Expertengremium noch einmal überprüfen. Laut schriftlicher Stellungnahme des Innenministeriums vom Februar 2026 bestätigte dieses Gremium aus deutschen und Schweizer Fachleuten im Jahr 2022 „im Wesentlichen“ die Erkenntnisse der ersten internen flugpolizeilichen Unfallkommission von 2012. Luftfahrtjournalist Patrick Huber hat für sein 26. Buch gemeinsam mit Piloten beide Unfallberichte penibel ausgewertet sowie auf Plausibilität geprüft und zeichnet die Ereignisse vom 30. März 2011 akkurat nach. Abgerundet wird sein jüngstes Werk durch ein ausführliches Interview mit Werner Senn. Der studierte Jurist ist selbst ausgebildeter Pilot für Flächenflugzeuge sowie Helikopter und war von 2005 bis 2020 Leiter der Fugpolizei des BM.I. Außerdem ist Senn auch noch gerichtlich beeideter Sachverständiger, unter anderem für Flugrettungsunfälle.

Alle vier Besatzungsmitglieder (drei österreichische Polizeibeamte sowie ein Schweizer Grenzschützer) starben beim Absturz eines EC 135 (OE-BXF) der Flugpolizei in den Tiroler Achensee am 30. März 2011. Der Crash der „Police Foxtrot“ vor fast 15 Jahren ist bis heute eines der schwersten Unglücke in der Geschichte der österreichischen Flugpolizei. Trotz einer hochkarätig besetzten Untersuchungskommission der Flugpolizei konnte die Ursache des Absturzes nicht vollständig geklärt, sondern lediglich auf drei plausible Möglichkeiten eingeschränkt werden: ein akutes gesundheitliches Problem des erfahrenen Piloten, eine plötzliche Beeinträchtigung durch „Flicker Vertigo“ oder Vogelschlag. Unmittelbar vor dem Absturz war der Hubschrauber aus dem Horizontalflug nach rechts in einen Sturzflug abgekippt und hatte dabei kurzzeitig eine Sinkrate von bis zu 5.000 Fuß pro Minute erreicht. Ein enorm hoher Wert, der von keinem Piloten jemals absichtlich geflogen werden würde. Doch acht Jahre nach dem Unglück veröffentlichte das Verkehrsministerium (genauer gesagt die ihm unterstellte SUB) dann plötzlich seinen eigenen Bericht und wies darin ‒ durchaus zur Überraschung der Fachwelt ‒ dem Piloten die alleinige Verantwortung für den Absturz zu. Der als ausgesprochen erfahren und risikobewusst geltende Pilot, Chefinspektor Markus Pumpernick, ein Mann mit mehr als 10-jähriger tadelloser Sicherheitsbilanz und über 2.500 Flugstunden Erfahrung sowie fast 5.000 Starts und Landungen (großteils in anspruchsvollen alpinen Regionen), habe demnach ohne jeden Anlass urplötzlich ein hochriskantes Manöver durchgeführt, sich dabei in der Flughöhe verschätzt und sei deshalb in den Achensee gestürzt. Für diese gewagte und mehr als zweifelhafte These konnte die SUB des Verkehrsministeriums allerdings nicht einen einzigen wirklich handfesten Beweis liefern. Die Fachwelt lehnt die Theorie des Verkehrsministeriums (SUB) daher verständlicherweise größtenteils ab. 

Denn der Bericht des Verkehrsministeriums (SUB), der ohne tatsächliche Beweise einfach einen Pilotenfehler unterstellt, wies etliche schwere fachliche Mängel auf und wurde zudem auch noch von Personen erstellt, die selbst keinerlei Qualifikation als Hubschrauber-Einsatzpilot hatten.

Das ist in etwa so als würde man einen Krankenpfleger oder einen Medizinstudenten ein Gutachten darüber verfassen lassen, ob ein chirurgischer Oberarzt bei einer schwierigen Operation einen Kunstfehler gemacht hat. 

Doch damit nicht genug: Noch am Abend des Absturzes (30. März 2011) gab es am Unglücksort vor Zeugen eine unprofessionelle Vorverurteilung des toten Piloten durch einen Ermittler des Verkehrsministeriums. Sinngemäß sagte der zur SUB gehörende Mann (Name dem Autor bekannt), der Unfall müsse gar nicht erst groß untersucht werden, für ihn sei ohnedies längst alles klar: Pilotenfehler aufgrund von Leichtsinn. Wohlgemerkt, zu diesem Zeitpunkt lagen der Hubschrauber und drei der vier Leichen noch in 104 Meter Tiefe auf dem Grund des Achensees. Doch von dieser skandalösen Vorverurteilung ‒ die eigentlich zum sofortigen Abzug des Mannes von den Ermittlungen hätte führen müssen ‒ abgesehen, liegt Österreich im Ranking der internationalen Zivilluftfahrtogranisation ICAO sogar hinter der Demokratischen Republik Kongo und Nigeria, was die Qualität der Flugunfalluntersuchungen durch das Verkehrsministerium anbelangt. Selbst der österreichische Rechnungshof rügte die zum Verkehrsministerium gehörende Stelle für Flugunfalluntersuchungen (SUB) erst im Jahr 2024 ziemlich kräftig, sprach unter anderem von „Unregelmäßigkeiten“, „verschwundenem Beweismaterial“, „massiv verspäteten Berichten“ und „organisatorischen Mängeln.“

Die SUB, die (laut Fachleuten fälschlicherweise) von einem "Pilotenfehler" spricht, ist seit Jahren (Jahrzehnten) in der Kritik von Experten, wie auch diese aktuelle Online-Schnell-Recherche einmal mehr bestätigt. Die fliegerische Fachwelt lehnt den SUB-Bericht zum Achensee-Unglück daher weitgehend ab, hält stattdessen den Bericht der Flugpolizei, der von "Flicker Vertigo", "Vogelschlag" oder einer anderen "akuten gesundheitlichen Beeinträchtigung des Piloten" spricht, für zutreffend.

In seinem 26. Buch (und dem 25, das sich einem Thema der Luftfahrt widmet) zeichnet Patrick Huber den letzten Flug der OE-BXF minutiös nach und analysiert gemeinsam mit Piloten, warum die Erkenntnisse der Flugpolizei hinsichtlich der Unfallursache (ein akutes gesundheitliches Problem des Piloten, eine Beeinträchtigung durch „Flicker Vertigo“ oder Vogelschlag) konkludent sind, während der Autor gleichzeitig zahlreiche fachliche Mängel, Ungereimtheiten und möglicherweise sogar Schlampereien im umstrittenen Bericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) des Verkehrsministeriums nachweisen kann.

Auch widerlegt der Autor durch hohe fachliche Expertise und einen gründlichen Faktencheck zahlreiche erwiesenermaßen unwahre Behauptungen mehrerer Zeitungsartikel von zwei Reportern, die sich bei ihrer Recherche zum Achensee-Absturz offenbar fast ausschließlich auf den schwer fehlerbehafteten Bericht des Verkehrsministeriums (SUB) stützten; auch sonst schrieben sie jede Menge falsche Dinge zu Luftfahrtthemen. Manche Personen, mit denen der Autor während seiner Recherche sprach, fühlten sich laut seinen Angaben durch diese Art der Berichterstattung gar an die Machenschaften des deutschen Skandaljournalisten Claas Relotius erinnert, oder wollten in ihrer persönlichen Wahrnehmung zumindest gewisse Parallelen erkannt haben.

Das Buch „Der Unglücksflug von ,Police Foxtrot’ ‒ das Rätsel um den Achensee-Absturz“ zeichnet ein klares faktenbasiertes Bild der Causa und setzt damit zugleich den vier Männern, die im Dienste der öffentlichen Sicherheit bei diesem Absturz auf so tragische Weise ihr Leben ließen, ein würdiges Denkmal für die Ewigkeit.

(red HT / PM d. Aut.)