Die Luftstreitkräfte der israelischen Heimtaverteidigungsverbände (IDF) haben in der Nacht mehrere Hochhäuser in den südlichen Vororten von Beirut in Schutt und Asche gelegt. Dieser Bereich der libanesischen Hauptstadt gilt als Hochburg der islamischen Terrororganisation Hisbollah, die vom Libanon aus täglich Raketen auf Israel abfeuert - ungehindert von der libanesischen Armee oder Polizei. Die radikal-islamische Hisbollah ist ein Proxy der Islamischen Republik Iran und wird seit Jahrzehnten von Teheran finanziert.
Zu den von Israels Verteidigern über Nacht attackierten Zielen gehörten unter anderem das Hauptquartier des Exekutivrats der Hisbollah und ein Lagerhaus, in dem Drohnen aufbewahrt wurden.
"Die Kommandozentralen sollten von der Hisbollah genutzt werden, um zahlreiche Terroranschläge gegen IDF-Truppen und den Staat Israel vorzubereiten und durchzuführen“, teilten die israelischen Heimatverteidigungskräfte mit.
Um die unschuldige Zivilbevölkerung zu schonen, gab die IDF vorab eine Warnung an die Bewohner des Stadtteils heraus. Wie schon im Gaza-Konflikt verfolgt die israelische Luftwaffe auch hier einen besonders ethischen Ansatz der Kriegsführung. Denn mit der Warnung an die Zivilbevölkerung sind gleichzeitig auch die Hisbollah-Terroristen vor dem bevorstehenden Angriff gewarnt. Doch diesen militärischen Nachteil nimmt Israel in Kauf, um die Zahl ziviler Opfer so gering wie möglich zu halten.
Hintergrund-Informationen zur Thematik
Der Libanon ist seit Jahrzehnten Dreh- und Angelpunkt für arabische Terroristen - dieser Umstand führte 1975 auch zum Verlust von Flug Malev 240, der mit hoher Wahrscheinlichkeit kurz vor der Landung abgeschossen wurde, wie der österreichische Luftfahrtexperte und Buchautor Patrick Huber in seinem Buch "Das Geheimnis von Malev Flug 240 - Mysteriöser Absturz vor Beirut" schreibt.
Die Hisbollah wird seit vielen Jahren vom radikalen Mullah-Regime der Islamischen Republik Iran finanziert und mit modernen Waffen ausgestattet. Der Iran wiederum gilt selbst als Unterstützter des internationalen Terrorismus und es gab sogar im Fall von Pan Am 103 (Lockerbie-Tragödie) Spuren, die nach Teheran führten. Die Regierung des mehrheitlich muslimischen Libanon lässt die radikal-islamischen Hisbollah seit Jahren ungehindert vom libanesischen Staatsgebiet aus Terror gegen Israel ausüben. Auch die Bürger haben bislang keinerlei Aufstand gegen die Hisbollah unternommen, sondern scheinen sie zu tolerieren, teilweise mit ihr zu sympathisieren, was vor dem Hintergrund, dass große Teile der islamischen Welt ein Antisemitismus-Problem haben, nicht überraschend kommt. Im aktuellen Konflikt forderte die libanesische Regierung die Hisbollah zwar zur Abgabe ihrer Waffen auf, setzte aber keinerlei Schritte, um das umzusetzen. Denn freiwillig wird die Hisbollah sich nicht entwaffnen lassen.
Wer sich für die Hintergründe des arabischen Terrors gegen Israel interessiert und etwas über die Einsätze der israelischen Luftwaffe zur Verteidigung der Heimat von 1948 bis heute erfahren möchte, dem sei das Buch "Wie König Davids Söhne den Himmel eroberten. Von Sternstunden und Tragödien der israelischen Luftfahrt" empfohlen, das kürzlich auch als Hardcover erschienen ist. Auch die Geschichte von EL AL Israel Airlines wird darin ausführlich beleuchtet. Ein eigenes Kapitel des Buches ist zudem dem arabischen Terroranschlag auf EL AL am Flughafen Wien im Jahr 1985 gewidmet - samt mehrerer Zeitzeugeninterviews. Einer der Interviewten war der kürzlich verstorbene Polizeioberst Alfred "Django" Rupf, der für dieses Buch wohl sein letztes großes Interview gab.
(red)