Prolog
Ob arabisch-nationalistisch, arabisch-islamistisch, rein islamistisch oder linkstextrem motiviert: Hass, Mord und Terror gehören für die leidgeprüften Menschen in Israel nicht erst seit dem versuchten Völkermord an Israelis vom 7. Oktober 2023 durch die palästinensisch-arabisch-islamistische Terrororganisation Hamas zum Alltag - sondern schon seit der Staatsgründung Israels im Jahr 1948. Immerhin überfielen gleich mehrere arabische Staaten das junge Israel unmittelbar nach dessen Unabhängigkeitserklärung, mit dem einzigen Ziel, die Heimat der Shoa-Überlebenden zu vernichten. Judenhass ist in muslimischen Kreisen laut dem angesehenen Experten Abdel-Hakim Ourghi leider besonders weit verbreitet. Die politische Linke wiederum ist zum Teil längst von Islamisten- und Antisemiten unterwandert, lässt sich häufig auch von Islamisten als nützliche Idioten instrumentalisieren, die dann Islamisten-Propaganda verbreitet und damit gegen Israel, Jüdinnen und Juden hetzt. Anders als der rechte Antisemitismus wurde der arabisch-muslimische und vor allem der linke bis zum 7. Oktober 2023 politisch und medial in den meisten europäischen Ländern allerdings kaum thematisiert. Im Gegenteil: Selbst mancher öffentlich-rechtliche Rundfunk setzte (und setzt bis heute) auf "Nahost-Korrespondenten" oder (linke) "Experten", deren Beiträge sich oftmals so anhören, als stammten sie direkt aus den Propaganda-Zentralen der Islamisten. Mit objektivem und seriösen Journalismus beziehungsweise einer faktisch korrekten Einordnung der Situation haben die Beiträge dieser "Korrespondenten" oder "Experten" meist wenig zu tun.
Ein beliebtes Mittel arabischer Terroristen - häufig unterstützt von antisemitischen Linken - waren stets auch Flugzeugentführungen, die schließlich in den Terroranschlägen vom 11. September 2011 gipfelten.
Die (versuchte) Entführung von EL AL Flug 219
Am 6. September 1970 startete die dem linksextremen panarabischen Spektrum zuzurechnende palästinensische Terrororganisation "Volksfront zur Befreiung Palästinas", PFLP, eine ganze Reihe von Flugzeugentführungen. Die arabischen Terroristen - unterstützt von linksextremen Terroristen aus anderen Nationen - entführten an diesem Tag mehrere Flugzeuge in einer koordinierten Aktion, darunter Maschinen der Pan Am, der Swissair und der TWA.
Die geplante Entführung von Flug EL AL 219 von Amsterdam nach New York mit mehr als 140 unschuldigen Menschen an Bord scheiterte allerdings kläglich. Zwar konnten die Terroristen Leila Khaled, damals 26, eine Araberin, die bereits 1969 an der Entführung einer TWA-Maschine beteiligt war, und Patrick Argüello (27), ein US-Amerikaner mit Wurzeln in Nicaragua, der sich der arabisch-palästinensischen Terrororganisation PFLP angeschlossen hatte, trotz der strengen Sicherheitskontrollen am Boden an Bord des Flugzeuges gelangen. Nach dem Start in Amsterdam bedrohten die Terroristen eine der Flugbegleiterinnen und verlangen Zutritt zum Cockpit - damals war noch die allgemeine Vorgehensweise der Airlines, mit Entführern zu kooperieren, denn in der Regel ließen sie die Passagiere später frei.
Doch Kapitän Uri Bar-Lev entschied sich anders. Er brachte die Boeing 707 - für die beiden Terroristen völlig unerwartet - in einen steilen Sturzflug und fing sie - ebenso überraschend - recht brutal ab. Durch das Manöver total überrumpelt, verloren die Terroristen Khaled und Argüello den Halt und stürzten. Ein Flugbegleiter - der bei seinem heldenhaften Eingreifen verletzt wurde - und ein mitfliegender Sky Marshall stürzten sich voller Todesverachtung auf die beiden PFLIP-Terroristen. Argüello wurde vom israelischen Sicherheitspersonal erschossen, Khaled verwundet.
Cpt. Bar-Lev flog anschließend nach London, um den verletzten Flugbegleiter medizinisch versorgen zu lassen und die überlebende Terroristin Khaled den Behörden zu übergeben. Diese spektakuläre und in der Verkehrsluftfahrt bis heute einzigartige Vereitelung der Entführung trug wohl dazu bei, dass in Airline-Kreisen bis heute anerkennend der humorvolle Spruch kursiert, dass der Airlinename EL AL tatsächlich die Abkürzung für folgenden Wortlaut sei: "Entführer Landen als Leichen". In den 1990er Jahren hing dieser Spruch sogar in einer Filiale des Österreichischen Verkehrsbüros einmal an der Wand. Mehr über die Geschichte von EL AL, der israelischen Luftfahrt und den arabischen Terroranschlag auf EL AL am Flughafen Wien gibt es übrigens in meinem Buch "Wie König Davids Söhne den Himmel eroberten - von Sternstunden und Tragödien der israelischen Luftfahrt".

Unglücklicherweise kam die überlebende Terroristin und mehrfache Flugzeugentführerin Khaled Jahre später durch einen Gefangenenaustausch frei. Heute lebt sie unbehelligt in Freiheit und hält den "bewaffneten Kampf gegen Israel" (nichts anderes als eine Schönfärberei dessen, was man unter Terrorismus versteht), noch immer für legitim. Nach Kenntnisstand des Autors (bitte um Korrektur mit Quellenangabe sollte das nicht zutreffen) hat die Terroristin Khaled den versuchten Völkermord ihrer palästinensischen "Brüder" von der Hamas an Israelis vom 7. Oktober 2023 bis heute nicht verurteilt. Sie gilt in gewissen linksextremen, arabischen und teils sogar islamistischen Kreisen nach wie vor als "Heldin".
Neun Jahre nachdem er die Entführung von EL AL Flug 219 vereitelt hatte, führte Cpt. Bar-Lev den letzten Flug einer EL AL-Maschine von Teheran nach Tel Aviv durch. Es war alles andere als ein Routine-Flug. Die Islamisten, die bis heute als Terror-Regime (es gibt belastbare Indizien, dass die Islamische Republik Iran auch in den Terroranschlag auf Pan Am 103 über Lockerbie involviert gewesen sein könnte) den Iran im Würgegriff halten, hatten gerade die Macht ergriffen und EL AL startete einen riskanten Flug, um Juden aus der neuen Islamischen Republik Iran zu evakuieren. Ihr Verbleib in dem nun von gewaltbereiten Islamisten beherrschten Land, hätte wohl ihren sicheren Tod bedeutet. Als die zu Evakuierenden an Bord waren, lief eine Menschenmasse von Iranern auf die 747 von EL AL zu und rief "Tod, Tod!". Bar-Lev startete so schnell er konnte, entkam dem mordlüsternen Islamisten-Mob des Revolutionsführers Ajatollah Chomeini und nahm Kurs auf Israel. Doch zwei iranische Phantoms starteten, um ihn abzuschießen. Bar-Lev ging auf eine Höhe von 65 Fuß (etwa 20 Meter) herunter, sodass die iranischen Piloten die Silhoutte des Jumbos nicht erkennen konnten. Dieses Husarenstück wäre vielleicht sogar einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde wert, es ist bis heute öffentlich aber kaum bekannt.
Dieser Held, Cpt. Uri Bar-Lev, feierte am 16. Juli seinen 95. Geburtstag. Der rüstige Senior genießt sein Leben in vollen Zügen, ist unter anderem auf Social Media aktiv, betreibt neben einer eigenen Homepage auch einen Facebook- sowie einen Instagram-Account. Möge ihm das Schicksal noch viele gesunde Jahre schenken. Happy Birthday, Cpt. Bar-Lev und ein herzliches Mazel Tov!
Text: Patrick Huber