Der deutsche "Spiegel" berichtet, dass die deutschen Strafverfolgungsbehörden rekonstruieren konnten, dass die Drohne rund vier Stunden über dem Flughafen Leipzig geschwebt sein soll, ehe sie von einem Mitarbeiter (in absoluter Unkenntnis der Gefahr) entdeckt und zu Boden gebracht wurde. Die Drohne verfügte über zwei SIM-Karten und eine Abwurfvorrichtung für den Sprengkörper. Außerdem wurde auf der Tragfläche der ukrainischen Antonov in deren Nähe sich die Drohne befand, ein Teil der Drohne entdeckt. Das könnte darauf hindeuten, dass die Drohne zuvor bereits unabsichtlich mit dem schweren vierstrahligen Transporter kollidiert war.
Der Sprengkörper der Drohne enthielt das Material Semtex. Dabei handelt es sich um einen Plastiksprengstoff, der in den 1960er Jahren in der damaligen Tschechoslowakei entwickelt wurde. Er wird zivil und militärisch genutzt, kam aber beispielsweise auch schon bei terroristischen Anschlägen zum Einsatz. In der Luftfahrt war Semtex für die Explosionen an Bord der Flüge UTA 772 (1989) und Pan Am 103 (Lockerbie, 1988) verantwortlich. Beide Flugzeuge wurden durch arabisch-islamistische Terroristen gesprengt. Semtex ist für Privatpersonen nicht legal erhältlich. Er wird ausschließlich an staatliche Organisationen (zB Militär) und streng kontrollierte lizenzierte Unternehmen (zB im Bergbau) abgegeben.

Zum Thema Lockerbie erschien im Jahr 2023 das Buch "Pan Am Flug 103: Die Tragödie von Lockerbie - Weihnachtsreise in den Tod", das als einziges umfassendes deutsches Sachbuch die Katastrophe detailliert beleuchtet. Den Austrian Wings Lesern empfiehlt Autor Patrick Huber in diesem Kontext zusätzlich die Video-Dokumentation "The Maltese Double Cross" des amerikanischen Filmmachers Allan Francovich († 1997), deren öffentliche Aufführung in den USA bis heute unterdrückt wurde.
(red)