Am 21. Dezember 1988, einem kalten unwirtlichen Mittwoch drei Tage vor Weihnachten, explodierte um 19:02:50 Uhr über Lockerbie eine Bombe im vorderen Frachtraum eines Pan Am Jumbos, der sich in rund 9.450 Metern Höhe gerade auf dem Nachtflug von London Heathrow nach New York JFK befand. Die Trümmer von Flug PA103 stürzten zum Teil direkt in die Wohngebiete der schottischen Kleinstadt Lockerbie. Die gewaltige Explosion von fast 100.000 Kilogramm Kerosin beim Aufschlag des Rumpfmittelteils und der Tragflächen mit den Treibstofftanks setzte in Sekundenbruchteilen zahlreiche Häuser in Vollbrand und entfachte ein wahres Flammenmeer in der kleinen Gemeinde. Neben den Trümmern des Flugzeuges fielen auch das Gepäck der Passagiere, die Frachtcontainer sowie mehr als 200 menschliche Körper vom dunklen Himmel und landeten auf Wiesen, in Wäldern, auf Dächern, in Gartenhecken, auf Zäunen oder mitten in den Vorgärten der Häuser von Lockerbie.
Neben allen 243 Passagieren und 16 Crewmitgliedern an Bord der Boeing 747-121 mit dem klangvollen Namen „Clipper Maid of the Seas“ (Deutsch: wörtlich „Clipper Jungfrau der Meere“, sinngemäß „Clipper Meerjungfrau“), kamen bei dem Unglück auch 11 Einwohner von Lockerbie ums Leben. Das jüngste Opfer dieser Katastrophe war gerade einmal 2 Monate alt, das älteste 82 Jahre. Von einigen der Unglücklichen ließ das Flammeninferno nur noch Asche und verkohlte Knochen übrig. Da diese Toten nicht mehr zu identifizieren waren, setzte man ihre Überreste schließlich in einem Gemeinschaftsgrab bei.

Der Streamingdienst-Netflix veröffentlichte am 30. Juli 2026 eine 6-teilige Miniserie, die diese Tragödie thematisiert. Der Titel: "The Bombing of Pan Am 103"
Zum 35. Jahrestag des Pan Am Lockerbie Anschlages berichtete sogar die österreichische "Kronen Zeitung" und der österreichische Erfolgsautor Patrick Huber veröffentlichte mit seinem Titel "Pan Am Flug 103: Die Tragödie von Lockerbie - Weihnachtsreise in den Tod" das erste deutschsprachige Sachbuch zur Thematik. In Österreich ist dieses Buch in jeder Buchhandlung bestellbar und beispielsweise über den Falter Shop oder Manz.at erhältlich. In Deutschland widmeten sich Benjamin Denes und Andreas Spaeth in ihrem Podcast "Flugforensik" dem Absturz von Flug PA 103.

Lediglich eine einzige Person, ein Libyer namens Abdel Bassit Ali Mohammed el Megrahi, wurde für den Anschlag verurteilt. Doch selbst der UN-Prozessbeobachter Hans Köchler sprach umgehend von einem "Fehlurteil" und bis heute gibt es selbst bei Hinterbliebenen der 270 Terroropfer massive Zweifel an der (alleinigen) Schuld von Al-Megrahi.
Freigesprochener Libyer mit 70 Jahren gestorben
Gemeinsam mit Al-Megrahi war Al-Amin Khalifa Fhimah, offiziell Mitarbeiter der staatlichen Libyan Arab Airlines und Station Manager der Airline auf Malta, angeklagt gewesen. Im Gegensatz zu Megrahi (mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein politisches "Bauernopfer") war Khalifa Fhimah damals freigesprochen worden und konnte als freier Mann in seine Heimat zurückkehren. Dort verstarb Al-Amin Khalifa Fhimah jetzt im Alter von 70 Jahren, wie die Fluggesellschaft offiziell bekannt gab: "Mit großer Trauer und tiefem Bedauern trauern wir im Namen des Vorstands, des Geschäftsführers und aller Mitarbeiter von Libyan Airlines um den verstorbenen Al-Amin Khalifa Fhimah, Flugdisponent in der Abteilung Flugbetrieb.Wir sprechen seiner Familie, seinen Kollegen und seinen Angehörigen unser tiefstes Beileid und unser aufrichtiges Mitgefühl aus. Wir beten zu Gott, dem Allmächtigen, dass er ihm seine grenzenlose Barmherzigkeit und Vergebung schenke, ihm einen Platz in seinem unermesslichen Paradies gewähre und seiner Familie und seinen Angehörigen Geduld und Trost schenke."
In Kürze soll in den USA, wie von Austrian Wings berichtet, der Prozess gegen einen dritten Libyer starten, der ebenfalls beschuldigt wird, in Zusammenhang mit dem Anschlag auf Pan Am 103 zu stehen.
Austrian Wings empfiehlt die Lektüre des Blogs "The Lockerbie Case" des schottischen Rechtsprofessors Robert Black.
(red)