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Tecnam P2002-JF - die Unglücksmaschine vom Attersee-Absturz

Eine Tecnam P2002, Symbolbild - Foto: Alf van Beem

Am späten Mittwochvormittag stürzte ein Schulflugzeug eines Salzburger Luftfahrtunternehmens in den Attersee. Die zwei Insassen starben. Patrick Huber / www.der-rasende-reporter.info hat sich den betroffenen Flugzeugtyp angesehen.

Die Fakten sind soweit bekannt. Kurz nach 11 Uhr startete die einmotorige Tecnam P2002-JF (OE-CLJ) vom Flughafen Salzburg, kurz vor 11:30 stürzte sie in den Attersee und versank dort - wie mittlerweile bekannt ist - auf gut 160 Metern Tiefe. Vermutlich im Wrack eingeklemmt sind die Leichen der beiden Insassen, eines 25-jährigen Instruktors und eine 20-jährigen Flugschülers. Ob sie schon beim Aufprall starben oder ertranken, muss nach der Bergung durch eine Obduktion geklärt werden. Die Absturzursache ist Gegenstand von Untersuchungen. Die Maschine soll laut (stets mit Vorsicht zu genießenden) Augenzeugenberichten mit hoher Sinkrate auf dem Wasser aufgeschlagen sein. Ein Augenzeuge sprach davon, dass sich das Flugzeug "wie ein Blatt gedreht" habe, was auf ein mögliches Trudeln hindeuten könnte.

Während viele Vereine und Flugschulen auf US-amerikanische (zB Cessna 152/172/182) oder österreichische Muster(zB Katana, Diamond Star) setzen, war die in den Attersee gestürzte Maschine ein italienisches Fabrik, das hierzulande eher selten anzutreffen ist. Das soll nicht heißen, dass es sich dabei um ein "schlechtes" Flugzeug handelt (Tecnam baut hervorragende Flugzeuge), doch weil es in unseren Breiten eher "unbekannt" ist, soll hier näher auf den Typ eingegangen werden.

Entwickelt wurde die Tecnam P2002-JF Anfang der 2000er-Jahre. Es handelt sich bei diesem Typ um ein zweisitziges Leichtflugzeug mit einem Leergewicht von 380 und einem maximalen Startgewicht von 620 Kilogramm. Sie ist etwa 6,6 Meter lang und hat eine Spannweite von 8,6 Metern. Beim Antrieb setzt der italienische Hersteller auf ein österreichisches Qualitätsprodukt, den ROTAX 912 S2/3 mit 100 PS (4-Zylinder-4-Takt-Motor mit Flüssigkühlung), der (wahlweise) entweder einen Festblatt- oder einen Verstellpropeller antreibt. Erhältlich ist die Maschine mit Zwei- oder Dreiblattpropeller. Die Reisegeschwindigkeit mit einer Festblattluftschraube beträgt 122 Knoten, mit einem Verstellpropeller sind etwas etwas mehr - 128 Knoten. Als Reichweite gibt der Hersteller 568 nautische Meilen an. Die Treibstofftanks befinden sich in den Tragflächen und fassen insgesamt 100 Liter.

Gesteuert wird die Tecnam P2002-JF über einen konventionellen Knüppel vor dem Piloten, sie ist mit Doppelsteuer ausgestattet. Das Standard-Cockpit verfügt über analoge Rundinstrumente für den Betrieb nach Sichtflugregeln (VFR). Alternativ sind auch andere Cockpit-Layouts mit Bildschirmen (Garmin G500) und Zulassung für den Instrumentenflug (IFR) möglich.

Dieser Typ erfreut sich bei Flugschulen in ganz Europa wegen der günstigen Betriebskosten großer Beliebtheit und wird auch von verschiedenen Luftstreitkräften zur Grundausbildung des fliegerischen Nachwuchses genutzt.

Text: Patrick Huber