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Kleinflugzeug in den Attersee gestürzt - Großeinsatz der Rettungskräfte läuft

Eine Maschine dieses Typs soll in den Attersee gestürzt sein - Foto: Alf van Beem

Ein einmotoriges Flugzeug - soweit bekannt eine Tecnam P2002-JF einer Salzburger Flugschule - stürzte heute Vormittag in den Attersee. Boden- und luftgebundene Einsatzkräfte sind vor Ort. Doch mit jeder Stunde die vergeht, sinkt die Hoffnung auf Überlebende.

In einer ersten Version (nur wenige Minuten online, dann sofort korrigiert) dieses Beitrags war fälschlicherweise von einer viersitzigen Cessna 172 die Rede. Wir ersuchen unserer Leserinnen und Leser diesen Fehler zu entschuldigen.

Laut Daten von Online-Radardiensten war die zweisitzige Tecnam P2002-JF mit der amtlichen österreichischen Kennung OE-CLJ gegen 11 Uhr Lokalzeit auf dem Flughafen Salzburg gestartet. Über dem Attersee brach das Radarsignal dann plötzlich um 11:22 Uhr ab. Augenzeugen berichteten, dass das Flugzeug in den See gestürzt sei. Exekutive, Feuerwehr, Rettungsdienst und ein Notarzthubschrauber rückten sofort aus. Gegenwärtig läuft eine großangelegte Such- und Rettungsmission (SAR-Mission) am Attersee, an der auch die Wasserrettung beteiligt ist. Eine Cessna 172 (OE-KAL) eines anderen privaten Unternehmens dürfte sich laut Daten von Flightradar24 ebenfalls kurzfristig an der Suche beteiligt haben.

Bisher (Stand 26. August 2026, 13:45 Uhr) wurden weder das Wrack noch die Insassen gefunden. Ob die Maschine mit einem oder zwei Piloten besetzt war, konnte zunächst nicht in Erfahrung gebracht werden.

Laut Einheimischen soll der See an der vermuteten Absturzstelle bis zu 100 Meter tief sein. An der tiefsten Stelle misst der Attersee 170 Meter. Am frühen Nachmittag teilte die Polizei mit, dass ein Sonargerät "Gegenstände in großer Tiefe" geortet habe. Ob sie zum abgestürzten Flugzeug gehören, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestätigt.

Die mutmaßlich in den Attersee gestürzte Tecnam P2002-JF gehört - sofern es sich tatsächlich um die OE-CLJ handelt, woran kaum noch Zweifel besteht - dem Salzburger Luftfahrtunternehmen Skygate Aviation Academy GmbH, das Piloten ausbildet.

Hintergründe zur Flugschule Skygate
Im Osten Österreichs ist die Flugschule Skygate in Fliegerkreisen eher unbekannt. Sie hat ihren Sitz in Wals, Salzburg. Ihr CEO ist in der Luftfahrtbranche kein Unbekannter. Er ist selbst ausgebildeter Pilot und hatte vor mehr als 15 Jahren mit einer anderen Flugschule (BFS) Insolvenz erlitten. Nur kurz vor der Insolvenzanmeldung war eine zweisitzige Maschine dieses Unternehmens abgestürzt - zwei Menschen starben damals. Wenig später verunfallte eine weitere Maschine bei der Landung als das Bugfahrwerk brach. Über das damalige Unternehmen war seitens der Austro Control zeitweilig sogar ein Schulungsverbot verhängt worden.

Juristisch bestehen zwischen dem neuen - im heurigen Frühjahr an den Start gegangenen - Unternehmen Skygate und der alten insolventen BFS allerdings - soweit bekannt - keinerlei Zusammenhänge. Es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Firmen, deren einzige Gemeinsamkeit der gleiche CEO ist - und der Umstand, dass ein Teil der Flugzeugflotte der insolventen BFS augenscheinlich auch von der neuen Skygate wieder- oder weiterbetrieben wird, beispielsweise die Cessna 152 mit der Kennung OE-ALN, wie aus Fotos auf der Skygate-Unternehmenshomepage sowie in diversen Flugzeugbilddatenbanken ersichtlich ist.

Es gibt nach derzeitigem Kenntnisstand keinerlei wie auch immer gearteten Zusammenhang zwischen den damaligen Unfällen bei der BFS und dem heutigen Absturz. Die Ursache für den heutigen Unfall ist noch völlig unklar und wird von einer unabhängigen Expertenkommission geklärt werden.

Eine Stellungnahme des Betreibers der verunfallten Maschine wurde von der Austrian Wings Redaktion bereits angefragt.

Der heutige Absturz in den Attersee ist bereits der dritte Flugzeugabsturz innerhalb weniger Tage in Österreich. Vorgestern waren nahe dem Flugplatz Krems zwei Ultraleichtflugzeuge in der Luft kollidiert und abgestürzt. Die beiden Piloten kamen ums Leben.

Text & Foto: Patrick Huber