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Schweizer Super Connie: Arbeiten laufen auf Hochtouren

Ein Bild aus besseren Tagen: Die letzte flugfähige Super Connie Europas in der Luft - Foto: Huber / Austrian Wings Media Crew

Absturz der Ju 52 der Ju Air führt zu einer "schärferen Gangart" des Bundesamtamtes für Zivilluftfahrt gegenüber Betreibern von Oldtimern.

Bei der Mitgliederversammlung der Super Constellation Flyers Association wurden der Jahresbericht des Vorstandes, als auch die Jahresrechnung von der Versammlung einstimmig abgenommen und der Vorstand entlastet. Dank zwei Großspenden à je eine Million Schweizer Franken konnten die dringend nötigen Wartungs- und Reparaturarbeiten an der Super Connie laufend ausgeführt werden, so Sprecher Urs Peter Naef.

Austrian Wings Videobeitrag über die Maschine - zum Abspielen bitte in das Vorschaubild klicken - Video: Austrian Wings / V-I-P.tv

Allerdings wurde der Vorstand zwei Tage vor der Versammlung mit einer äußerst schlechten Nachricht konfrontier, heißt es weiter. Nach den tragischen Vorfällen der letzten Zeit in der historischen Fliegerei (hier ist vor allem der Absturz einer Ju 52 der Ju Air zu nennen) hat sich die Gangart des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) massiv verschärft.

Naef: "Davon sind auch unsere Connie und die laufenden Unterhalts- und Reparaturarbeiten betroffen. Das führt dazu, dass wir noch intensiver und tiefer in unser Flugzeug schauen müssen. Daher bleiben wir von Überraschungen leider nicht verschont. Leider ist eingetroffen, was befürchtet wurde: Es ist derzeit nicht absehbar, wann unsere Super Connie wieder wird abheben können. Die jetzigen Erkenntnisse lassen darauf schliessen, dass das verbaute Material (Aluminium 7075 T6) am Hauptholm mit der Alterung innere, interkristalline Korrosion hervorrufen kann. Um dies genau abzuklären, müssen alle vier Flügelholme kontrolliert und eventuell ersetzt, der Vorderflügel inkl. Motorgondeln abgebaut, der hintere Flügelteil mit den Landeklappen-Aufhängungen demontiert und die oberen und unteren Tankstrukturplatten geöffnet werden."

Nach ersten Aussagen der Fachleute müssen für diese Reparaturen die Flügel demontiert werden. Ebenso die Außenbleche der Motorgondeln, um die Korrosion auf den Rippen zu beheben. Und um die Holmstrukturflächen zu kontrollieren müssen alle Brandschotts (Stahlblech) in den Motorgondeln auf den Tank-Vorderflächen entfernt werden. Die Bleche bei Motor Nr. 4 wurden in den letzten zwei Tagen teilweise entfernt und leider wurde auch dort Korrosion entdeckt.

Die zwei Piloten und der Flugingenieur der Super Connie haben während des Fluges alle Hände voll zu tun - Foto: Huber / Austrian Wings Media Crew

Diese umfassenden Arbeiten kommen einem Flügelneubau gleich. Außer, die Überprüfung der Holme kann mit einem anderen, kostengünstigeren Verfahren bewerkstelligt werden und zeigt nicht die zu befürchtenden Korrosionsschäden, so der Betreiber.

Der Vorstand hofft nach wie vor auf eine mögliche Fortsetzung unseres Projektes – auch wenn der Weg ein teurer, steiniger und langer sein wird.

(red)