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"Fake News Schreiberlinge" inszenieren sich als arme "Justiz-Opfer"

Zwei Journalisten (Namen bekannt) einer Wiener Tageszeitung, die seit Jahren zum Teil absolute Unwahrheiten ("Fake News") über Luftfahrthemen schreiben, werden in einem größeren Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Wien derzeit als Beschuldigte geführt (Austrian Wings berichtete). Einer ihrer Kollegen inszeniert die beiden angeblichen "Aufdecker-Journalisten" jetzt als "Justiz-Opfer". Doch das ist - bestenfalls - die halbe Wahrheit. Ein Kommentar aus gegebenem Anlass.

Obwohl mir die Namen der beiden betreffenden Journalisten bekannt sind und obwohl sie ihr Kollege, der versucht, aus den Ermittlungen gegen sie einen Skandal zu konstruieren, in seinem Artikel namentlich nennt, werde ich das nicht tun - gleichwohl das rechtlich möglich wäre, da sie ja selbst damit an die Öffentlichkeit gegangen sind.

Vor etwa drei Wochen berichtete Austrian Wings über Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien gegen mehrere Personen wegen "Gefährdung der Sicherheit der Luftfahrt". Darunter befinden sich auch zwei Journalisten, über die viele mir bekannte Menschen in Luftfahrtkreisen seit Jahren nur noch den Kopf schütteln - und auch so mancher Kollege in der eigenen Redaktion wundert sich darüber, welchen, formulieren wir es salopp auf österreichisch, "Topfen" die beiden Herren immer wieder zusammenschreiben, wenn es um das Thema Luftfahrt geht. Laut Staatsanwaltschaft Wien soll die Art und Weise wie diese Journalisten vorgehen zumindest teilweise kriminell sein, wobei selbstverständlich die Unschuldsvermutung gilt. Denn: Eine Ermittlung ist noch keine Anklage, eine Anklage noch keine Verurteilung.

In einem "Verteidigungs-Artikel" in der Zeitung (Redaktionssitz des Blattes, das sich selbst im Bereich der Qualitätsmedien verortet, ist Wien) für die sie arbeiten liest es sich so als würde die Justiz diese beiden Journalisten dafür bestrafen wollen, dass sie "Missstände aufdecken".

Nun, ich weiß nicht, wie sie in anderen Bereichen arbeiten, im Bereich der Luftfahrt würde ich ihre Performance mit einem glatten "Nicht genügend" beurteilen.

Einige Beispiele dafür, was diese Herren unter dem Deckmantel des "Investigativjournalismus" schon verzapft haben:

Das war nur ein kleiner Auszug der "journalistischen Glanzleistungen" dieser beiden Herren, der mir auf die Schnelle eingefallen ist. Würde ich noch weiter nachdenken oder in mein Archiv sehen, würde sich höchstwahrscheinlich noch viel mehr finden.

Auch ich sehe es grundsätzlich kritisch, wenn die Staatsanwaltschaft gegen Journalisten ermittelt, denn Pressefreiheit ist ein hohes Gut in einer freiheitlichen Demokratie. Aber Pressefreiheit heißt nicht Narrenfreiheit. Und zumindest im Bereich Luftfahrt hat die Arbeit der beiden Herren gegen die in einer Anzeige schwere Vorwürfe erhoben werden, meiner Einschätzung nach wenig mit "seriösem Aufdecker-Journalismus" zu tun. Stattdessen war die Schreibe oftmals unterstes Niveau, die mit Fakten wenig zu tun hatte.

Pressefreiheit heißt nicht Narrenfreiheit. Fake News sind keine Aufdecker-Geschichten. Auch wenn Journalisten viel Spielraum haben, so können sie sich nicht alles erlauben und sind vor der Justiz nicht sakrosankt.

Deshalb ist es völlig unangebracht, wenn sie von einem Kollegen aus ihrer Redaktion zu "Opfern" hochstilisiert werden. Als "Opfer" würde ich vielmehr die Leser der beiden Herren bezeichnen, die Geld (Paywall-Artikel oder Prntausgabe) dafür gezahlt haben, um letzten Endes Un- und Halbwahrheiten bzw. schlecht recherchierte Artikel vorgesetzt zu bekommen - während sie gleichzeitig in der Annahme waren, für hochwertigen "Investigativ-Journalismus" zu bezahlen. Der Wahrheitsbeweis für diese harte Aussage lässt sich jederzeit antreten - siehe obige Links. 

Dass die beiden Herren einer Wiener Tageszeitung deshalb von der Justiz verfolgt würden, "weil sie Missstände aufdecken", wie es in dem "Verteidigungsartikels" des Blattes heißt, kostet mich einen müden Lacher.

(CvD)