Österreich

Vor 90 Jahren verunglückte das k.u.k. Fliegerass Godwin von Brumowski tödlich

Kein anderer österreichisch-ungarischer Jagdflieger errang im Ersten Weltkrieg mehr Luftsiege als Hauptmann Brumowski - Foto: Public Domain

Mit 35 bestätigten und acht unbestätigten Luftsiegen im Ersten Weltkrieg ist Hauptmann Godwin von Brumowski der erfolgreichste österreichische Jagdflieger der k.u.k.-Monarchie. Vor 90 Jahren - am 3. Juni 1936 - stürzte dieser Ausnahmepilot tödlich ab - als Passagier.

Das Licht der Welt erblickte Godwin von Brumowski am 26. Juli 1889 im Städtchen Wadowitz, das heute auf polnischem Staatsgebiet liegt. Ab 1907 besuchte Brumowski die Technische Militärakademie Mödling aus der später die HTL Mödling hervorging.

Der Gebäudekomplex, der heute die HTL Mödling beherbergt, wurde als k.u.k. Technische Militärakademie von 1901 bis 1904 nach den Plänen des Militär-Oberingenieurs Paul Acham errichtet und durch Kaiser Franz Joseph persönlich am 4. November 1904 feierlich eröffnet. Neben Godwin Brumowski erlangten eine Reihe weiterer Absolventen dieser Einrichtung später Bekanntheit, unter anderem Theodor Körner, der von 1951 bis 1957 österreichischer Bundespräsident war.

1910 schloss er seine dortige Ausbildung ab und trat in die k.u.k.Streitkräfte ein. In 40 Luftkämpfen (so steht es auf seinem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof) schoss Brumowski 35 Gegner bestätigt und 8 weitere unbestätigt ab. Das machte ihn zum Fliegerass Nummer 1 der k.u.k.Monarchie und führte dazu, dass der Bundesheer-Fliegerhorst Langenlebarn im Jahr 1967 nach ihm benannt wurde. Allerdings gibt die Grabinschrift Rätsel auf. Denn Brumowski absolvierte insgesamt mehrere hundert Feindflüge. Dass es dabei zu "nur" 40 Luftkämpfen gekommen sein soll, ist unwahrscheinlich.

Am 3. Juni 1936 - gut 18 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges - fand Godwin Brumowski den Fliegertod, tragischerweise als Passagier. Er war gemeinsam mit dem damaligen Generaldirektor der Österreichischen Creditanstalt, dem Niederländer Adrianus Johannes von Hengel, an Bord der Miles M.3B Falcon Major mit der Kennung OE-DVH (c/n 232, Baujahr 1935) in Wien gestartet. Das Ziel des Fluges (mit einer Zwischenlandung in Basel, Schweiz) war Amsterdam in den NIederlanden. Beim Landeanflug auf den Flughafen Schiphol stürzte die durch von Hengel gesteuerte Maschine gegen 19 Uhr Lokalzeit aus einer Höhe von etwa 100 bis 300 Metern trudelnd ab. Beide Männer kamen ums Leben. Ursache für den Strömungsabriss war vermutlich eine hecklastige Schwerpunktlage außerhalb des zulässigen Bereiches.

Durch die Wucht des Aufpralles wurden die beiden Insassen des Flugzeuges sofort getötet. - Foto: Archiv
Die Inschrift auf Brumowskis Grab.
Das von der Stadt Wien ehrenhalber gewidmete Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof.

Der Leichnam des österreichischen Fliegerhelden wurde nach Wien überführt und feierlich in einem Ehrengrab der Stadt Wien bestattet, das noch heute existiert.

Text & Fotos (sofern nicht anders angegeben): Patrick Huber