Österreich

Vorstellung des Fliegermuseums Altenrhein durch Markus Rohrer - Pilot des PC-7 SUBITO Teams

Blick in das Fliegermuseum Altenrhein - Foto: Johannes Bauer

Anlässlich "100 Jahre Flugplatz Altenrhein" besuchte Johannes Bauer auch das örtliche Fliegermuseum. Er traf PC-7-Pilot Markus Rohrer zum Gespräch über dieses vermutlich einzigartige Museum.

Austrian Wings (AW): Das Fliegermuseum Altenrhein gibt es seit 1994. Sie sind ein aktives Museum. Alle Flugzeuge, die am Boden stehen in diesem Hangar, sind flugtauglich. Das ist sehr beeindruckend, wenn man sich so umsieht. Welche Flugzeuge sind hier vertreten?

Markus Rohrer (MR): Unsere Stammflotte besteht unter anderem aus unserem ältesten Flieger, einer Boeing Stearman, ein Doppeldecker aus dem Jahr 1942. Dieser wurde ursprünglich für die argentinische Marine gebaut und ist dann in den 1980er Jahren total saniert in die Schweiz gekommen. Ein Flugzeugliebhaber aus der Ostschweiz hat dieses Flugzeug gekauft und nach Altenrhein gebracht. Das war der Grundstein des Fliegermuseums Altenrhein. Dieser Flugzeugliebhaber hat sich dann auch als die Schweizer Luftwaffe die gabelschwänzigen De Havilland DH.112 Venom und die De Havilland Vampire verkauft hat, erstmal eine Venom, also den Jäger und später die Vampire, das Multi Role Flugzeug erworben. Aus diesen Flugzeugen ist schließlich dann das Fliegermuseum entstanden. Die Boeing Stearman nimmt auch an diesem Wochenende an der Airshow teil. Weiters haben wir eine Dornier Do-27. Dieses ist ein Verbindung und Beobachtungsflugzeug, dass die Schweizer Luftwaffe in den 1950er Jahren beschafft hat und flog bis in die 2000er Jahre. Dann haben wir zwei Pilatus P-3. Einer der ersten Militärtrainingsflugzeuge mit einem Bugfahrwerk. In den 1950er Jahren kamen die Jets die mit einem Bugfahrwerk ausgerüstet waren als Nachfolger der Spornradflugzeuge, wie die Messerschmitt BF-109 oder der North American P-51 Mustang. Somit wollten die Luftwaffen weltweit auch einen Trainer, welcher ein Bugfahrwerk hatte. Die Pilatus Werke waren hier mit der P-3 Trainer im Rennen. Es ist ein hervorragender Grundschulungstrainer, auch für uns. Die Piloten, die bei uns ins Corps aufgenommen werden, lernen bei uns mit der Pilatus P-3 Akrobatik, falls sie das noch nicht können und vor allem den Verbandsflug. Also Flügel an Flügel mit dem Vordermann. Das sind die Disziplinen die wahnsinnig viel Training benötigen und das machen wir hauptsächlich auf der P-3, da sie noch etwas kostengünstiger ist als die PC-7. Die PC-7 ist einer der moderneren Flugzeuge in unserem Hangar. Das sind zwei Flugzeuge Baujahr 1982 die bei der Schweizer Luftwaffe geflogen sind. Auf denen wird dann fortgeschrittener Verbandsflug trainiert. Wir haben zwei Kunstflugstaffeln. Eine davon betreibt die beiden P-3 und nennt sich Patroullie Papillon. Dann haben wir noch das SUBITO Team. Das ist unser PC-7 Verbandsteam. Da kommt dann noch eine private PC-7 dazu. Somit sind es dann drei PC-7. Diese fliegen auch während des Wochenendes auf der Airshow. Dann haben wir auch einige Gastflieger. Sowohl Mieter die regelmäßig hier stehen wie die Nord 1203 II Norécrin oder die Piaggio P-149D, ein Trainingsflugzeug der Swissair Flugschule aus den 1960ern. Auch eine Bücker 131 Jungmann eine Stinson AT-19 und eine Piper PA-18 Super Cub. Wir freuen uns sehr, dass die Tage auch eine De Havilland DH.89 Dragon Rapide da ist. Eines der ersten Verkehrsflugzeuge der Ostschweiz. Die wurde 1934 von einer lokalen Fluggesellschaft gekauft und wurde dann 1937 nach der Pleite der Airline an die Swissair verkauft. Deshalb hat dieses Flugzeug heute diese Bemalung. Die Swissair ist mit diesem Flugzeug dann damals von Zürich über St. Gallen nach München geflogen. So sah Linienfliegerei anno 1937 aus. Dann haben wir diverse 1960/1970er Flugzeuge und auch einen McDonnell Douglas MD 500 Helikopter, bekannt aus der TV-Serie Magnum. Außerdem stehen in unserem Hangar zwei Trainingsflugzeuge die einen Bezug zum Flugplatz St.Gallen-Altenrhein haben. Einerseits die FFA A-202 Bravo, ein Trainer, der in den 1960ern in Altenrhein entwickelt und gebaut wurde. Hier wollte man einen versatilen Trainer für sowohl für die Zivilluftfahrt als auch die militärische Ausbildung auf den Markt bringen. Die Anforderungen waren, dass man relativ kostengünstig Basis Schulungen machen kann. Aber auch Instrumentenschulung sowie Akrobatik und Verbandstraining waren möglich. Die FFA A-202 Bravo war ein grundsätzlich erfolgreicheres Trainingsflugzeug, welches aber viel zu wenig promoted wurde. Deshalb wurden nur ca. 300 Stück gebaut. Gleich daneben steht der FFT 2000 Eurotrainer. Dieser ist praktisch eine Weiterentwicklung der Bravo, mit dem man nochmal versucht hat, erfolgreich in den Markt der Trainingsflugzeuge einzudringen. Das hat auch nicht wirklich funktioniert. Die Gene des Eurotrainer sind schließlich in der Diamond DA-40 gelandet. Als Andenken an die Wartungszeiten in Altenrhein, haben wir hier einen Hawker Hunter T.68. Diese Flugzeuge wurden hier vor Ort in den 1970ern bis 1990ern von der Luftwaffe gewartet. Wir konnten die Flieger nach der Ausflottung dann übernehmen. Wir sind also zwei De Havilland Vampire, einen De Havilland DH.112 Venom und vier Hawker Hunter T.68 geflogen. Unsere Mitglieder konnten bis 2021 darauf Passagierflüge machen. Bis zum Ende des Jetflugbetriebs haben wir insgesamt 1.623 Passagiere geflogen. Die Flüge haben zwischen 4.000-9.000 Euro gekostet.

(red JB)