Österreich

"Presse": OGH-Klage bremst AUA-KV-Verhandlungen

Auf dem Weg zu einem neuen einheitlichen Kollektivvertrag für das rund 6.300 Mitarbeiter umfassende Personal der AUA-Gruppe (Austrian Airlines und Tyrolean) steht derzeit noch ein OGH-Verfahren als möglicher Stolperstein im Weg - jedenfalls, soweit es das fliegende Personal betrifft.

Denn die für die Piloten und Flugbegleiter der AUA zuständige Gewerkschaft vida hatte ja beim Obersten Gerichtshof (OGH) wegen des Betriebsüberganges auf Tyrolean eine Feststellungsklage eingebracht.

Wie die "Presse" berichtet, habe man Ende November zusätzlich auch noch einen Ablehnungsantrag gegen den mit der Causa befassten Richter Gerhard Kuras eingebracht, weil dieser am Institut für Arbeits- und Sozialrecht der Uni Wien lehre, wo sein Vorgesetzter ein gewisser Walter Schrammel sei. Genau dieser Walter Schrammel erstellte jedoch im Konflikt um den Betriebsübergang ein Gutachten für die AUA.

Sowohl Bordbetriebsrat als auch AUA-Management erklärten indes, dass die Verhandlungen für einen neuen KV für das fliegende Personal erst dann beginnen würden, wenn ein OGH-Urteil vorliege - ein solches wird derzeit für Mitte März 2013 erwartet und, so die "Presse", "auf jeden Fall richtungsweisend" sein.

Sollte der Betriebsübergang als rechtlich gültig eingestuft werden, so wäre damit auch für andere Unternehmen der Weg zu derartigen Firmenkonstruktionen geebnet.

Für den Fall, dass der OGH den Übergang jedoch als nicht zulässig deklariert, müsste dieser gegebenenfalls sogar rückabgewickelt werden, was mit immensem administrativen und finanziellen Aufwand für die österreichische Lufthansa-Tochter verbunden wäre.

Sollte dies eintreten, dürfte der AUA-Vorstand laut "Presse" zu "Plan B" greifen. Dieser sehe "Änderungskündigungen" vor, womit man sich der langgedienten Piloten mit den teuren älteren Verträgen entledigen könnte.

"Wir sind für eine Lösung bereit, wir lassen uns aber unsere Rechte nicht absprechen", zeigt sich Bordbetriebsrat Karl Minhard kompromissbereit.

Verhandlungen für das Bodenpersonal ab Jänner

Für das Bodenpersonal dagegen würden bereits im Januar 2013 die Verhandlungen für einen neuen Kollektivvertrag beginnen. Man gehe davon aus, hier rasch zu einer Einigung zu kommen, war aus mit der Causa befassten Kreisen zu vernehmen.

(red / Titelbild: Airbus A319 der AUA beim Start - Foto: Chris Jilli)