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Lufthansa Super Star Constellation im Hamburg eingetroffen

Die Maschine beim Transport 2021, Symbolbild - Foto: ZVg

Lufthansa überraschte am 20. Oktober 2023, die Betriebsöffentlichkeit mit einer guten Nachricht zur eingelagerten „Super Star Constellation“. Ein Austrian Wings Bericht aus aktuellem Anlass.

Ein kurzer Rückblick vorweg:

Im Oktober 2022 gab LH-Chef Carsten Spohr anlässlich des Rollouts der ersten B-787 für Lufthansa bekannt, - die Ju52 und die Super Star Constellation L-1649 sollen zum 100-jährigen Geburtstag der Lufthansa am 6. Januar 2026 eine würdiges „Dach über ihren Köpfen“ bekommen im Rahmen einer Dauerausstellung am Frankfurter oder Münchener Flughafen. Beide Städte dürften an dieser Ausstellung interessiert sein.

Das Leserpublikum darf spekulieren:

  • Auf der Besucherterrasse des Münchener Flughafens stehen bereits auf der Besucherterrasse im Freien eine stillgelegte Super Constellation, eine Ju 52 und eine DC-3 - im Besitz der Flughafengesellschaft München

  • Am Frankfurter Flughafen befindet sich die Zentrale der Deutschen Lufthansa im „Aviation Center“. Ein solcher „Eye-Catcher“ neben der Firmenzentrale wäre gewiss ein Gewinn!

Man darf gespannt sein, welcher Standort das Rennen machen wird. Gewiss, es ist ein aufwändiges Projekt, aber siehe Beispiel Hamburg: Die Einwohner der Stadt würden heute auch nicht mehr auf Lage und Design ihrer Elbphilharmonie verzichten wollen.

Damit nähert sich die Odyssee dieser denkwürdigen Lockheed Super Star Constellation einem versöhnlichen Ende. Nach Einstellung des 10-jährigen Projektes im März 2018 wurde die „Super Star“ per Straße und Schiff von Auburn (Maine,USA) über Portland nach Bremen gebracht. Dort wurde sie mit der inzwischen dort befindlichen Ju52 in einer Halle eingelagert.

In 2021 erfolgte dann eine Umlagerung in eine leerstehende Flugzeughalle am Flughafen Paderborn, da zu diesem Zeitpunkt die Zukunft des Flugzeuges nicht absehbar war. Die Coronakrise ließ eine positive Entwicklung zusätzlich in ferne Zukunft rücken.

Kein leichtes Unterfangen, wenn man sich den Umfang eines solchen Transportes vor Augen hält, dessen bürokratische und streckenmäßige Vorbereitungen mehrerer Monate bedürfen. Der Rumpf mit einer Gesamttransportlänge inkl. Zugfahrzeug nimmt ca. 42m in Anspruch. Ferner 2 Tragflächen, Höhen- und Seitenleitwerk als „Großteile“. Hinzu kommen über 200 Kisten mit Einzelteilen vom Fahrwerk bis zu Elektrik und Hydraulik als Beispiel. Beim Seetransport füllten diese 19  40“Fuß/Überseecontainer.

Vom 16.-18. Oktober 2023 erfolgte nachts der von Lufthansa heute bekannt gegebene Transport des Rumpfes der Lockheed L-1649, wie die Typenbezeichnung offiziell lautet, von Paderborn nach Hamburg.

Diese Transporte mit Überlänge und Überbreite finden grundsätzlich nachts in einem Zeitraum von 22:00 bis 05:00 morgens statt um den Verkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen. Denkt man in der Luftfahrtszene an Meilensteine der Verkehrsluftfahrt, so kommt man an der „Connie“, so ihr liebevoller Spitzname, nicht vorbei. So erging es in der Praxis sicherlich auch den Verkehrsteilnehmern auf Autobahn und Bundesstraßen, die sich hinter dem Transport einreihen mussten.

Außerhalb der Autobahnen bedarf es für solch einen Transport zusätzlicher Kräfte, die z.B. mit Hilfe eines Autokranes auch mehrfach große Hinweis- und Verkehrsschilder entfernen und nach Passieren des Transportes wieder installieren mussten. Wer den Überhang des Hecks auf dem Sattelauflieger betrachtet, kann sich gewiss vorstellen, wie weit es in Kurven ausschwenkt und welche Schwierigkeiten damit verbunden sind.

In Hamburg soll aus einem anspruchsvollen „Riesenpuzzle“ nun wieder eine komplette „Super Star“ werden, - zu erwarten in damaliger Lufthansa-Bemalung. Zeitlich gewiss ein enges Unternehmen, das aber aufgrund der qualifizierten Kräfte der Lufthansa Technik Hamburg zu schaffen sein dürfte.

Ein finaler Transport dürfte anschließend noch zum endgültigen Ausstellungsort anstehen.

Beide für die Ausstellung vorgesehenen Flugzeuge (Ju52 und L-1649) stehen symbolisch für die Lufthansa mit Ihrem Einstieg in die Verkehrsluftfahrt. Die „Tante Ju“ bei der Gründung der „Luft Hansa“ 1926, die „Connie“ für die Wiederaufnahme des Luftverkehrs 1955.

Wie die Präsentation dieser „fliegenden Legenden“ aussehen wird, darf mit Spannung erwartet werden und eines ist sicher, der Zulauf an Besuchern wird nicht abreißen, sobald sie der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden.

Auch wenn sie nicht mehr fliegen werden, Luftfahrtenthusiasten werden es begrüßen, dass die Ju52 und Super Star Constellation der Lufthansa von ihr nun dauerhaft als geschichtliche und technische Meilensteine Ihrer Zeit würdig erhalten bleiben.

An dieser Stelle darf man den Schweizer Super Constellation Betreibern, der ehemaligen SCFA, wünschen, dass sie IHRE Connie aus Bremgarten zurück bekommen können und die „Star of Switzerland“ eine ähnlich attraktive Ausstellungsmöglichkeit erhält. Schließlich war sie mit Ihrer Crew von Luft und Boden auf vielen europäischen Airshows ein Schweizer Publikumsmagnet.

Text: Jan Frieben