Am Samstag schlug, wie von Austrian Wings und internationalen Medien berichtet, eine iranische Kamikaze-Drohne auf dem Flughafen Dubai ein und das nur wenige Meter neben Emirates-Flugzeugen des Typs A380. Reisende filmten die dramatischen Augenblicke und zeigten sich verwundert darüber, dass Emirates den Flugbetrieb trotzdem fortgeführt hat.
Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter sind international gut vernetzt, auch auf Social Media. Dort werden jetzt zum Teil schwere Vorwürfe gegen Emirates erhoben. Nach dem Drohneinschlag nach Dubai zurückkehrende Besatzungen seien von ihren Vorgesetzten aufgefordert worden, die Handys abzugeben. Die Geräte seien anschließend durchsucht worden. Außerdem, so schreibt es ein Flugbegleiter in einer der internen Gruppen, sei die Polizei von Dubai in die Unterkünfte von Besatzungsmitgliedern eingedrungen und habe Laptops, Smartphones und Tablets auf Aufnahmen der Drohnenattacke hin untersucht. Eine unabhängige Bestätigung für die Korrektheit dieser Behauptungen gibt es nicht, angesichts der allgemein bekannten Arbeitsbedingungen der Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen in den VAE erscheinen sie jedoch glaubhaft. Eine Stellungnahme von Emirates ist angefragt und wird, sollten wir eine Antwort erhalten, in diesen Bericht eingearbeitet werden.
Eine ehemalige Flugbegleiterin einer arabischen Premium-Airline äußerte sich zwischenzeitlich wie folgt gegenüber unserer Redaktion: "Diese ganze Glitzer-Welt in Dubai und den anderen Emiraten ist Show. Als Nicht-Emirati bist Du de facto rechtlos, als Frau hast Du überhaupt keine Rechte. Einen Flug verweigern aus Sicherheitsbedenken? Vergiss es, Du bist sofort gekündigt und kannst Deine Sachen packen. Viele Kolleginnen stammen aus armen Ländern, aus Asien oder Afrika und ernähren mit ihrem Gehalt die ganze Familie. Die stehen enorm unter Druck. Ich bin gegangen, weil ich mich wie eine Sklavin der Scheichs gefühlt habe und es einfach nicht mehr ausgehalten habe."
(red, CvD)