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Beinahe-Katastrophe in München: Dreamliner von Vietnam Airines rast beim Start über Pistenende hinaus

Boeing 787-9 Dreamliner von Vietnam Airlines - eine Maschine dieses Typs wäre beim Start in München beinahe verunfallt - Foto: www.der-rasende-reporter.info

Riesenglück hatten die Passagiere einer Boeing 787 von Vietnam Airlines beim Start in München. Die Piloten schossen über das Ende der Startbahn hinaus und hoben erst in allerletzter Sekunde ab. Dabei wurden das Flugzeug und die Airport-Infrastruktur beschädigt.

Flug VN 34 sollte regulär von München nach Hanoi führen. Nach Freigabe der Flugsicherung rollten die Piloten mit ihrer Boeing 787-9 Dreamliner (Kennung VN-A867) zur Piste 26L und begannen den Startlauf. Doch dieser dauerte ungewöhnlich lange. Planespotter wunderten sich schon, weshalb die Maschine nach abhob und trauten dann ihren Augen nicht. Die Maschine kam über das Pistenende hinaus, als die Piloten mit aller Kraft am Steuerhorn zogen und der Dreamliner in wirklich allerletzte Sekunde abhob, dabei jede Menge Staub aufwirbelte. Ein Video von dem Zwischenfall verbreitete sich bereits mit rasender Geschwindigkeit im Internet.

Bei diesem "Runway overshoot" wurde das Flugzeug beschädigt, unter anderem gab es Probleme mit dem Fahrwerk, wie die Piloten über Funk meldeten. Sie stiegen auf eine Höhe von 10.000 Fuß (etwa 3.000 Meter) und flogen Warteschleifen. Während dieser Zeit arbeiteten sie die entsprechenden Checklisten ab. Dem Vernehmen nach wurde auch Treibstoff abgelassen, um das Landegewicht zu reduzieren. Etwa 90 Minuten nach dem missglückten Start der beinahe in einer Katastrophe geendet hätte, setzte die Boeing 787 der Vietnam Airlines wieder in München auf - nachdem sie zuvor zwei kontrollierte Überflüge (low pass) durchgeführt hatte. Wegen des beschädigten Fahrwerks konnte das Flugzeug nicht mehr zum Gate rollen und blieb direkt auf der Piste stehen. Die Passagiere wurden mit Bussen zum Terminal gebracht.

Laut unbestätigten Informationen beschädigte die Boeing 787 bei diesem Zwischenfall auch die Pistenbefeuerung als sie über das Ende der Startbahn hinaus raste.

Der Zwischenfall wird nun von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen untersucht.

Text: Patrick Huber
Mitarbeit: JK