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Germanwings-Crash: Taskforce berät über Cockpittüren

Die nach dem Absturz von Germanwings Flug 9525 ins Leben gerufene Taskforce hat Ende vergangener Woche zum ersten Themenbereich ihres Auftrages, „Funktion und Funktionsweise der Cockpittüren“, getagt. Dabei haben unter dem Dach des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) Experten des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, des Luftfahrt-Bundesamtes, der Fluggesellschaften und Vertreter der Hersteller und der Berufsverbände zunächst die rechtlichen und technischen Fragen zur Sicherheitsfunktion der Cockpittüren erörtert.

Besprochen wurden dabei folgende Fragen:

  1. Welche Zielsetzungen und Anforderungen gibt bzw. gab es im Kontext der Einführung der verstärkten Cockpittür?
  2. Welche alternativen Verfahren wurden bei der Umsetzung damals geprüft?
  3. Gibt es neue Anforderungen an die Sicherheitsfunktion der Cockpittür?

Die Taskforce hat sich darauf verständigt, dass nach der im Luftverkehr bewährten Methodik der Sicherheitsanalyse die technischen und prozeduralen Fragestellungen, Verfahren sowie Optimierungspotenziale gemeinsam bewertet werden.

Heute, Montag, wird die Taskforce ihre Beratungen zum zweiten Themenbereich, den medizinischen Untersuchungen der Piloten und dem Informationsfluss zwischen den beteiligten Ärzten, Unternehmen und Behörden aufnehmen.

Nach dem bisherigen Informationsstand brachte der Erste Offizier Andreas Lubitz den A320 von Germanwings am 24. März in suizidaler Absicht zum Absturz, nachdem er den Kapitän aus dem Cockpit ausgesperrt hatte. Austrian Wings warnte bereits im Mai 2014 vor dem potentiellen Risiko der hermetisch abgeschlossenen Cockpittüren, und nur wenige Wochen vor dem Crash der Germanwings-Maschine brachte auch ein niederländischer Pilot diesbezügliche Sorgen in einer Fachzeitschrift zum Ausdruck.

(red / BDL / Titelbild: Flight Deck Door Lock Switch im Cockpit eines Verkehrsflugzeuges, Symbolbild - Foto: Huber / Austrian Wings Media Crew)