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Video: Viennaflight hebt mit Eurofighter ab

Fotos: Huber / Austrian Wings Media Crew

Für ausgefallene Ideen ist Viennaflight-Gründer Gerhard Lück bekannt. Jetzt hat sich der Flugsimulator-Experte wieder einmal selbst übertroffen und sein neuestes Baby präsentiert: Einen Simulator für den Eurofighter!

Der Eurofighter Typhoon zählt zu den modernsten Entwicklungen des europäischen Flugzeugherstellers Airbus. Er ist das Rückgrat zahlreicher europäischer und internationaler Luftstreitkräfte und wird auch vom österreichischen Bundesheer zur Lauftraumüberwachung eingesetzt.

Austrian Wings besuchte Viennaflight-Chef Gerhard Lück - zum Abspielen in das Vorschaubild klicken

Unter anderem sorgt er bei Großereignissen wie der UEFA Fußball EM, beim Weltwirtschaftsforum in Davos oder während der EU-Ratspräsidentschaft für Sicherheit über den Wolken. Erstmals kann nun jeder Flugbegeisterte mit dem Eurofighter abheben und die fortschrittliche Technik des Jets realitätsnah erleben.

"Wir haben insgesamt rund 400 Arbeitsstunden und, wenn man die Kosten für die Zeit mit einrechnet, etwa 60.000 Euro in dieses Projekt investiert."
Gerhard Lück gegenüber Austrian Wings

Im Wiener Simulatorzentrum Viennaflight ist nach Angaben des Betreibers der erste zivile Full-Motion-Simulator Europas beheimatet. "Auf sechs Bewegungsachsen, mit einem realistischen Cockpit und ausgefeilter Virtual-Reality-Technik sorgt er für ein Fluggefühl, das selbst echte Piloten beeindruckt", erklärt Betreiber Gerhard Lück.

Luftfahrtenthusiast Lück ist auch stolzes Mitglied bei der Gesellschaft zur Förderung der Luftstreitkräfte

Der einzige zivile Eurofighter-Simulator außerhalb militärischer Trainingseinrichtungen ermöglicht auch reale Einsatzmanöver, wie sie bei den österreichischen Luftstreitkräften an der Tagesordnung stehen. Die detailgetreue Simulation der österreichischen Geographie erlaubt Starts vom Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg und Überflüge, von wo aus beispielsweise der Luftraum über Wien überwacht werden kann. Auch ziviler Flugverkehr wird simuliert und kann im Rahmen einer Mission identifiziert werden, wie dies im realen Leben etwa bei Funkausfällen passiert.

Der Eurofighter von Vienna Flight ist auch nachtflugtauglich und verfügt über ein Pirate-Infrarot-Zielerfassungssystem. Der Jet ist jedoch nicht bewaffnet und ausschließlich für zivile Missionen konfiguriert.

"Wie auch bei den Simulatoren für Airbus A320 und Bell 206 möchten wir das reale Flugerlebnis darstellen und Interessierten einen Einblick in den Arbeitsalltag der Piloten geben. Vienna Flight hat sich bewusst für die zivile Ausstattung des Eurofighters entschieden. Die Abbildung von Technik, Systemtiefe und Flugeigenschaften soll im Vordergrund stehen."
Gerhard Lück

 

Für ein atemberaubendes Gefühl vom Start bis zur Landung sorgt das Zusammenspiel einer komplexen Computertechnik. Das Cockpit selbst ist auf einer professionellen 6-DOF-Motion-Plattform angebracht, die Bewegungen um alle sechs Achsen ermöglicht und Flugbewegungen in Echtzeit spürbar macht. Für den 360-Grad-Blick sorgt eine HTC-Vive-Pro-Virtual-Reality-Brille, die sowohl das Cockpit als auch die Außenwelt samt Tageszeiten und Wetterbedingungen gestochen scharf und in 3D darstellt. Die Bedienung des Eurofighters erfolgt über Hi5-Virtual-Reality-Handschuhe. Mit ihnen können alle Schalter im Cockpit, Schubhebel oder Fahrwerk bedient werden.

Je nach Vorkenntnissen und Wünschen der Eurofighter-Piloten kann zwischen simpler Flugsimulation und tiefgehender Systemsimulation unterschieden werden. Wer einfach mal den Nachbrenner starten und mit Überschallgeschwindigkeit über die Alpen fliegen will, kommt ebenso auf seine Kosten wie erfahrene Piloten, die ihre Mission mit Navigationssystemen und exakten Flugparametern fliegen wollen.

In der Wahl der Mission sind die Piloten vollkommen frei: Je nach Wunsch können Starts und Landungen geübt, der Luftraum über Österreich kontrolliert oder sogar komplexe Anflüge auf Flugzeugträger trainiert werden.

Bereits ab 65 Euro geht es mit dem Eurofighter Typhoon für 30 Minuten über die österreichische Alpenlandschaft. Alle Flüge mit dem neuen Jet-Simulator von Vienna Flight beinhalten ein 30-minütiges Briefing, bei dem die Systeme und Steuerungselemente ausführlich erklärt werden und der bevorstehende Flug im Detail besprochen wird. Nach dem Flug – standardmäßig können 30 oder 60 Minuten reine Flugzeit gebucht werden – gibt es noch ein kurzes Debriefing, um den Flug und noch offene Fragen zu besprechen. Ein Zertifikat sowie ein Cockpit-Foto sind im Preis ebenso inkludiert wie ein Begrüßungsdrink. Das einstündige Flugerlebnis ist bereits um 129 Euro zu buchen.

Piloten für den Eurofighter bei Vienna Flight müssen mindestens zwölf Jahre alt sein, über eine Körpergröße zwischen 150 und 190 Zentimetern verfügen und dürfen nicht mehr als 95 Kilogramm wiegen.

Viennaflight ist ein Simulatorzentrum im zweiten Wiener Gemeindebezirk und wurde von Gerhard Lück gegründet. Es verfügt über einen Fixed-Base-Simulatoren für den Airbus 320 sowie über einen für den Bell 206 Jet Ranger. Früher war hier auch ein Boeing 737-800-Simulator stationiert, dieser wurde jedoch verkauft und wird durch - wir berichteten - einen 767-Simulator ersetzt.

Die Simulatoren werden von Luftfahrtgesellschaften im Zuge der Pilotenrekrutierung und -ausbildung genutzt. Ein Helikopter-Simulator für Bell 206 ergänzt das Angebot. Seit März 2019 verfügt Vienna Flight auch über den ersten zivilen Simulator für Eurofighter Typhoon mit Bewegungssystem. Sämtliche Simulatoren können von Interessierten und Luftfahrbegeisterten gemietet werden.

(red HP)