Österreich

Sitze raus: AUA rüstet Maschinen zu Frachtern um

Foto: AUA

Ausbau bringt Erhöhung der Frachtkapazität um rund 35 Prozent, teilte das Unternehmen mit.

Bei Austrian Airlines pausiert der reguläre Flugbetrieb bedingt durch die Corona Krise seit dem 18. März. Rund 70 Flugzeuge hat die heimische Airline seitdem am Flughafen Wien geparkt. Doch ein großer Teil der Langstrecken-Flotte hat eine neue Bestimmung bekommen: Die Flugzeuge transportieren jetzt Luftfracht, vorrangig aus China und Malaysia nach Österreich. Dafür hat Austrian Airlines bereits in den letzten Wochen, neben der Frachtkapazität im Flugzeugbauch, auch den Platz auf den Flugzeug-Sitzen in der Passagierkabine genutzt. Aufgrund der starken Nachfrage hat die rot-weiß-rote Airline den notwendigen Zertifizierungsprozess für den temporären Umbau der Passagierflugzeuge in Frachtmaschinen angestoßen. Seit gestern wird die erste von zwei B777 bei der Austrian Technik in Wien in sogenannte „Prachter“ umgebaut.

Der Ausbau von 270 der 306 Passagiersitze aus allen Reiseklassen hat mit dem Flugzeug mit der Registrierung OE-LPC begonnen und soll laut Plan am Mittwoch, 29. April abgeschlossen werden. Ab dem 3. Mai startet dann der Umbau des zweiten Langstrecken-Jets mit der Registrierung OE-LPA. Dieser soll voraussichtlich am 7. Mai fertiggestellt sein. Der Ausbau der Sitze aus Economy, Premium Economy und Business Clas wird pro Flugzeug rund 500 Mannstunden in Anspruch nehmen und die Frachtkapazität der Austrian-Jets um rund 35 Prozent erhöhen. Das Frachtvolumen, das im Flugzeugbauch sowie im Passagierraum transportiert werden kann, wird damit von rund 210m3 auf bis zu 280m3 ausgebaut.

„Der Bedarf an Cargotransporten, vor allem für medizinische Schutzausrüstung, ist enorm groß. Wir machen auf unseren Langstrecken-Jets jetzt Platz für mehr Fracht. Damit überbrücken wir die Zeit, bis unser Passagiergeschäft wieder anläuft“, erklärt Austrian Airlines Chief Operating Officer Jens Ritter diesen Schritt. „Sobald die Nachfrage für Reisen wieder steigt, können wir die Flugzeuge jederzeit wieder in Passagiermaschinen umrüsten“, ergänzt er.

Rund 50 Frachtflüge durchgeführt, 45 weitere Flüge geplant
Aus Xiamen, Penang und Shanghai hat der österreichische Carrier bereits rund 50 Frachtflüge durchgeführt. Dabei wurden in Zusammenarbeit mit den Frachtspezialisten Lufthansa Cargo und time:matters Austria rund 770 Tonnen an Hilfsgütern für die medizinische Versorgung nach Österreich gebracht. 45 weitere Flüge befinden sich aktuell im Planungsstadium. Im Frachtflugplan von Austrian steht derzeit eine tägliche Verbindung nach Shanghai sowie regelmäßige Flüge nach Xiamen und Penang. Ab Anfang Mai soll das Frachtangebot auch um Flüge nach Peking und Shenzen erweitert werden. Weitere Ziele in China, aber auch in andere Ländern können kurzfristig geprüft und aufgenommen werden.

(red / OS)