Österreich

Österreich unterschreibt Vertrag für Saab 105 Nachfolger Leonardo M-346

M-346 in Formation - Foto: Markus Dobrozemsky / Austrian Wings Media Crew

Es war eine politisch schon längst beschlossene Sache: Der Ankauf von 12 Leonardo M-346 Jet-Trainern als Nachfolger für die vor fünf Jahren ausgemusterte Saab 105. Jetzt wurde der Vertrag dafür unterschrieben. Tatsache ist aber auch: 12 Flugzeuge als Nachfolger für 40 Saab 105 sind angesichts der aktuellen Bedrohung Europas durch Russland viel zu wenig. Doch der Politik fehlte bisher der Mut zu einer größeren Beschaffung, wohl nicht zuletzt aus Angst vor der Oppositionspartei FPÖ, die in verantwortungsloser Manier gegen dringend notwendige Beschaffungen (wie zB Skyshield) wettert, in Umfragen aber deutlich vor der SPÖ und ÖVP liegt.

Der Ankauf von zwölf Leonardo-M-346-Jets als Nachfolge für die ausgemusterten Saab 105 ist unter Dach und Fach. Zuletzt war parallel an Details für den Ankauf und industrielle Kooperationen verhandelt worden, nun sind alle Verträge mit Italien unterfertigt. Der Stückpreis liegt bei rund 80 Mio. Euro. Für das gesamte Paket - inklusive Bewaffnung, Munition, Wartung und Ausbildung - bezahlt Österreich rund 1,5 Mrd.

"Der Ankauf von zwölf Leonardo M-346-FA ist abgeschlossen", freuten sich Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (beide ÖVP): "Dieses Government-to-Government-Geschäft bringt mehr Sicherheit und wertvolle industrielle Kooperationen für Österreich." Neben dem Kauf wurde nämlich mit den Italienern ein Abkommen für wirtschaftliche Kooperationen abgeschlossen.

Industriekooperationen mit einem Volumen von 400 Mio. Euro paktiert
Paktiert wurden zwischen Österreich und Italien Industriekooperationen mit einem Volumen von 400 Millionen Euro. Betreffen sollen sie die Bereiche Luftfahrttechnik, Zulieferindustrie, Digitalisierung und sicherheitsrelevante Forschung. Das Abkommen wahre heimische Sicherheitsinteressen und sei im Einklang mit den Regeln des europäischen Binnenmarkts, hieß es.

Mögliche Kooperationsbereiche sind die gemeinsame Produktentwicklung von Leonardo und österreichischen Hightech-Unternehmen, die Beteiligung heimischer Betriebe an Wartung, Software, Ausbildung und Systemintegration sowie gemeinsame Forschungsprojekte etwa im Bereich Luftfahrt, Simulation, Materialtechnologie und Sensorik. So soll Steuergeld in Form von Wertschöpfung nach Österreich zurückfließen, betonten Tanner und Hattmannsdorfer. "Jeder Euro an Kooperation schafft neue Investitionen und macht unseren Standort widerstandsfähiger", betonte Hattmannsdorfer. Man öffne damit ein "neues Kapitel industrieller Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Verteidigung".

Beschaffung laut Tanner wichtiger Teil des Aufbauplans 2032+
"Wir haben umgesetzt, was wir angekündigt haben", so Tanner. Die Leonardo-Jets stärkten die Luftstreitkräfte "wesentlich". Der Ankauf diene nicht nur dem Schutz der Neutralität und der Bevölkerung, die zweisitzigen Jets könnten auch als Trainingsgeräte eingesetzt werden, was ein "wichtiges Kriterium" dieser Beschaffung gewesen sei, betonte Tanner. Zudem seien sie ein "wichtiger Teil des Aufbauplans 2032+". Diesen werde man weiter "Schritt für Schritt in der nötigen Konsequenz" abarbeiten, so die Verteidigungsministerin.

(red / ÖBH)