Österreich

Lawineneinatz in Vorarlberg: Kostete Verzögerung bei Hubschrauberalarmierung jetzt ein Menschenleben?

Der Vorarlberger Notarzthubschrauber Schenk Air, SYMBOLBILD - Foto: Austrian Wings Media Crew

Am vergangenen Freitag kam es im Vorarlberger Skigebiet Sonnenkopf zu einem Lawinenabgang, bei dem eine Person starb. Laut "Kronen Zeitung" sei der erste Rettungshubschrauber erst nach 30 Minuten eingetroffen; ein anderer Hubschrauber sei näher gewesen. Kostete die fragwürdige Alarmierungspraxis der Leitstelle jetzt tatsächlich ein Menschenleben? Es ist nicht das erste Mal, dass die zuständige Vorarlberger Leitstelle deshalb in die Kritik gerät. Bereits vor zwei Jahren gab es einen Skandal.

Zwei Snowboarder wurden am Freitag im Vorarlberger Skigebiet Sonnenkopf verschüttet. Einer der Männer starb. Laut "Kronen Zeitung"  landete der erste Rettungshubschrauber erst 30 Minuten nach dem Vorfall, obwohl ein anderer Helikopter schneller beim Patienten gewesen wäre.

Die Zeitung schreibt: "Für einige Verwunderung sorgte der Hubschraubereinsatz beim Lawinenunglück. Laut der „Krone“ vorliegenden Flugzeiten der verschiedenen Hubschrauber landete der erste rund 30 Minuten nach der Alarmierung beim Lawinenkegel. Bei Einsatz des am nächsten zum Einsatzort stationierten Helis wäre dieser schon wenige Minuten nach der Alarmierung vor Ort gewesen. Zurückzuführen ist die Verzögerung auf eine vom Land Vorarlberg im Dezember 2025 erlassene Verordnung über die Einsatzreihenfolge der vier im Ländle zur Verfügung stehenden Rettungshubschrauber."

Es wäre nicht der erste Flugrettungsskandal in Vorarlberg. Bereits im März 2024 stand die Frage im Raum, ob von der zuständigen Leitstelle der Notarzthubschrauber "Robin 1" diskriminiert wird, Austrian Wings berichtete. Im gleichen Monat äußerten Insider ihre Sorge darüber, dass eine womöglich "verzögerte Alarmierung" eines Notarzthubschraubers Menschenleben gefährdet haben könnte.

Der Fall damals schien gewisse Parallelen zum "Kärntner Luftkrieg" von 2001 aufzuweisen, als eine mit der Disposition der Rettungsmittel beauftragte Hilfsorganisation auffällig häufig einen bestimmten Hubschrauber zu Notfällen entsandte, obwohl Helikopter anderer Betreiber den Patienten schneller erreicht hätten. Auch im aktuellen Fall werden in Rettungsdienstkreisen wieder Erinnerungen daran wach.

In Vorarlberg wird der Luftrettungsdienst grundsätzlich durch Christophorus 8 (ÖAMTC), Gallus 1, Gallus 2 (beide Wucher), Robin 1 (Schenk Air) sowie die Libelle Vorarlberg (Flugpolizei des BM.I) durchgeführt. Details dazu findet man unter anderem auf "Helirescue.at".

(red CvD)