Österreich –

Hohe Standortkosten, wirtschaftsfeindliche Politik: AUA erhält 5 Boeing 787 weniger

Statt 12 könnte die AUA nur 7 Boeing 787-9 Dreamliner erhalten. Grund ist die wirtschaftsschädliche Politik der österreichischen Bundesregierung, die zu extrem hohen Standortkosten in Wien führt. Diese Verkleinerung der Langstreckenflotte würde unweigerlich auch zum weiteren Verlust von Arbeitsplätzen führen. Schon heute ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt angespannt - Foto: www.-der-rasende-reporter.info

Wirtschaftsschädigend ist die Ticketsteuer, die es außer in Österreich nur in einer Handvoll weiterer europäischer Länder gibt. Mehrere Fluglinien haben Österreich deshalb bereits verlassen oder Kapazitäten abgebaut. Wegen der Ticketsteuer und weiterer Faktoren wackelt der Ausbau der AUA-Langstrecke jetzt ganz konkret. Die Lufthansa zog ihre Zusage für 5 werksneue Boeing 787 für ihre Österreich-Tochter nämlich zurück. Die österreichische Politik scheint weiter unwillig (oder unfähig) gegenzusteuern.

AUA-Chefin Annette Mann hatte schon vor einiger Zeit angekündigt, dass der Ausbau der AUA-Langstreckenflotte in Gefahr sei, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Standort Wien - Stichwort Ticketsteuer - nicht deutlich verbessern. 

“Wien ist der zweitteuerste Standort Europas, daran muss sich etwas ändern. So können wir langfristig hier nicht überleben. Wir stehen an einem Scheideweg: AUA funktioniert zwar operativ sehr gut und die Kundenzufriedenheit ist groß, trotzdem verdienen wir kein Geld.”
AUA-CEO Annette Mann

Es war geplant, dass die alten Boeing 767-300ER (2026 flogen zuerst 3 Stück, aktuell noch 2 - Ausflottung am 1. Dezember 2026 fix) und die Boeing 777-200ER (6 Stück) durch 12 Boeing 787-9 Dreamliner ersetzt werden. Das ist auch dringend nötig, denn die in die Jahre gekommenen “Oldies” aus Lauda Air Tagen sind wartungsintensiv, bei weitem nicht so wirtschaftlich wie die Boeing 787-9 Dreamliner, und verfügen über kein Internet an Bord. Damit gerät die AUA im Langstreckenverkehr gegenüber Konkurrenzairlines zunehmend ins Hintertreffen. Derzeit hat die AUA 4 Boeing 787-9 Dreamliner, davon sind 3 bereits im Flugdienst.

Lufthansa zieht Zusage für neue Flugzeuge zurück
Die AUA-Konzernmutter Lufthansa entschied jetzt aber, dass fünf ab 2027 für die AUA bestimmte fabrikneue Boeing 787-9 Dreamliner nicht an die AUA übergeben werden, sondern anderweitig im Lufthansa-Konzern zum Einsatz kommen sollen. Damit muss die AUA die Nutzungsdauer der betagten Boeing 777-200ER noch einmal verlängern. Das bestätigte die AUA gegenüber dem österreichischen Luftfahrt- und Reisejournalisten Martin Dichler, der darüber im “Aerotelegraph” schrieb.

Diese Verlängerung der Nutzungsdauer ist zwar kein Problem im Sinne der Flugsicherheit (die AUA gehört bekanntlich zu den sichersten Fluglinien der Welt, ihre Wartung ist ausgezeichnet), allerdings sind die Betriebskosten der 777-200ER deutlich höher als die der Boeing 787-9. Außerdem fehlt der Internet-Zugang an Bord, heutzutage Standard auf der Langstrecke.

Anstatt bis 2028 müssen die Boeing 777-200ER damit vermutlich bis 2029 oder 2030 im Einsatz bleiben. Möglicherweise kann die AUA auf dem Gebrauchtmarkt Boeing 787-9 von anderen Airlines beschaffen. Die Situation auf dem Gebrauchtflugzeugmarkt ist allerdings herausfordernd.

(red CvD)