Bereits am 1. September dieses Jahres hatte Austrian Wings berichtet, dass die drei noch im Einsatz befindlichen AUA-Jets der Type 767-3Z9ER bis Dezember außer Dienst gestellt werden. Noch nicht klar war zu diesem Zeitpunkt, was mit den drei Langstreckenflugzeugen geschieht. Nun steht auch das fest.
Die AUA hat Verträge mit einem US-Unternehmen abgeschlossen, welches die drei Flugzeuge übernehmen und anschließend ausschlachten wird. Die OE-LAZ wird voraussichtlich noch im September außer Dienst gestellt werden, die OE-LAE und die OE-LAY folgen Ende November/Anfang Dezember. Wenig später werden die Flugzeuge dann Österreich ein letztes Mal verlassen und in die USA überstellt. Bereits die ersten drei ausgeflotteten Boeing 767 waren an Teileverwerter verkauft worden.
Austrian AIrlines ersetzt ihre Boeing 767-300ER und Boeing 777-200ER, die zum größten Teil noch aus Lauda Air Beständen stammen, sukzessive durch Boeing 787-9 Dreamliner. Kürzlich traf die vierte Boeing 787 (OE-LPI) für die AUA in Wien ein. Die Boeing 777-200ER sollen noch bis 2028 fliegen. Ab dann wird die AUA auf der Langstrecke mit einer reinen Boeing 787-Flotte unterwegs sein.
Die Boeing 767 ist auch untrennbar mit dem schwersten Unglück der österreichischen Luftfahrtgeschichte verbunden - dem Absturz der Lauda Air Boeing "Mozart" am 26. Mai 1991 mit 223 Todesopfern - siehe dazu auch mein Buch "Lauda Air NG 004: Der letzte Flug der ,Mozart' - Österreichs größte Luftfahrtkatastrophe", das unter anderem bei Freytag & Bernd sowie in der Buchhandlung am Hauptplatz in Schwechat lagernd ist. Es kann grundsätzlich über jede österreichische Buchhandlung sowie über diverse Online-Shops bezogen werden.
Wegen eines wohl durch schwere Wartungsmängel bei Lauda Air begünstigten Konstruktionsfehlers löste im Steigflug die Schubumkehr des linken Triebwerks aus und riss die "Mozart" in die Tiefe. Niemand an Bord überlebte. Laut Staatsanwaltschaft Wien wäre das Unglück trotz des Konstruktionsfehlers "vermeidbar" gewesen, wenn die Wartung bei Lauda Air sorgfältiger gewesen wäre. Schon der frühere Technikchef, der Lauda Air acht Monate vor dem Unglück verließ, hatte vor einer Katastrophe aufgrund des Drucks in der Wartung gewarnt.
Laut einem Gutachten der Staatsanwaltschaft Wien hätte die "Mozart" schon Monate vor dem Absturz überhaupt nicht mehr fliegen dürfen. Doch Lauda Air setzte das Flugzeug dennoch weiter ein - bis es zur Katastrophe kam. Nach dem Absturz verschwanden bei Lauda Air Wartungsunterlagen des Unglücksflugzeuges. Hinterblieben der Opfer haben das Recht, bei der Staatsanwaltschaft Wien Akteneinsicht zu beantragen.
Text & Foto: Patrick Huber