Österreich

Flughafen Wien schließt Installation von 20 Laien-Defibrillatoren ab

Nach rund einem halben Jahr Vorlaufzeit hat der Flughafen Wien die gemeinsam mit dem Verein "Puls" durchgeführte flächendeckende Installation von 20 halbautomatischen Defibrillatoren (AED) vom Typ "Lifepak CRplus" abgeschlossen. Damit halten nun alle österreichischen Flughäfen derartige lebensrettende Geräte vor.

Defi im Check-In 1A (Terminal 1A)
Defi (gelbes Kästchen rechts) im Check-In 1A / Terminal 1A

Je ein weiterer AED befindet sich bei der Flughafenfeuerwehr sowie im General Aviation Terminal und bei der Firma TNT im Cargo-Bereich. Darüber hinaus hält die rund um die Uhr besetzte Flughafenambulanz zwei manuelle Defibrillatoren vor. Somit stehen auf dem gesamten Flughafenareal 25 Defibrillatoren zur Verfügung. "Wobei eine Aufstockung nicht ausgeschlossen ist, sollte sich herausstellen, dass das erforderlich ist", so Flughafen-Vorstand Julian Jäger, für den dieses Projekt eine Herzensangelegenheit ist, gegenüber Austrian Wings.

Eines der Geräte hängt bei der Brandschutztüre, die Check-In 1 mit dem derzeit ungenutzten Check-In 2 verbindet
Eines der Geräte hängt bei der Brandschutztüre, die Check-In 1 mit dem derzeit ungenutzten Check-In 2 verbindet

"Der Flughafen Wien ist bereits jetzt ein sehr sicherer Flughafen", betonte Jäger weiter. "Mit der Anschaffung dieser Geräte verbessern wir die Sicherheit, und durch die Zusammenarbeit mit dem Verein 'Puls' konnten wir auf wertvolles Know how zurückgreifen."

Flughafenfeuerwehrkommandant Roland Pachtner,Flughafen-Notarzt  Dr. Klaus Legner und Dr. Mario Krammel vom Verein "Puls" mit einem der Geräte, die zur Ausbildung des Personals genutzt werden
Flughafenfeuerwehrkommandant Roland Pachtner,Flughafen-Notarzt Dr. Klaus Legner und Dr. Mario Krammel vom Verein "Puls" mit einem der Geräte, die zur Ausbildung des Personals genutzt werden

Dessen Präsident, Harry Kopietz, erklärte, dass man dem Ziel, "eine möglichst flächendeckende Erreichbarkeit von öffentlich zugänglichen Defis zu schaffen", wieder "einen Schritt näher gekommen" sei.

In der Abflugebene des Check-In 3 (Skylink) befindet sich ein AED vor der Sicherheitskontrolle schräg vis a vis des Infoschalters
In der Abflugebene des Check-In 3 (Skylink) befindet sich ein AED vor der Sicherheitskontrolle schräg vis a vis des Infoschalters

"Puls"-Geschäftsführer Dr. Mario Krammel: "Allein in Österreich sterben jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen am plötzlichen Herztod – in den meisten Fällen ohne vorherige Warnzeichen. Der plötzliche Herztod ist somit außerhalb von Krankenhäusern die häufigste Todesursache. In jeder Minute ohne Hilfe verringert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10 %. Bis die Rettungskräfte vor Ort sind, spielen Laien in der Wiederbelebung eine wichtige Rolle. Durch kräftigen Druck in der Mitte des Brustkorbes und den raschen Einsatz eines Defibrillators können Zeugen eines Herz-Kreislauf-Stillstands effizient Hilfe leisten und so die Überlebenschance von derzeit 10 auf über 60 Prozent erhöhen."

AED vom Typ Lifepak CRplus im geöffneten Zustand
AED vom Typ Lifepak CRplus im geöffneten Zustand

Der Flughafen Wien wird pro Jahr von rund 20 Millionen Passagieren frequentiert, dazu kommen nach tausende Mitarbeiter und Abholer, sodass medizinische Notfälle zwangsläufig auf der Tagesordnung stehen.

Durch die bebilderte Anleitung können das Gerät auch Laien bedienen
Durch die bebilderte Anleitung können das Gerät auch Laien bedienen; nach Inbetriebnahme erteilt der AED dem Anwender per Sprachausgabe Anweisungen; ein Schock wird nur dann freigegeben, wenn er erforderlich ist, eine versehentliche Auslösung ist ausgeschlossen.

"Wir verzeichnen pro Jahr zwischen 300 und 800 Notarzt-Einsätze", erklärte Dr. Klaus Legner, einer von insgesamt 14 Notärzten, der rund um die Uhr besetzten Flughafenambulanz gegenüber Austrian Wings.

Kreislaufstillstände seien dabei glücklicherweise eine Seltenheit, wenn ein solcher Fall jedoch eintritt, dann zählt aber unbestritten jede Minute.

"Obwohl die Geräte grundsätzlich von Laienhelfern, also Passagieren selbst, bedient werden können, schulen wir 60 Mitarbeiter der Flughafen Wien AG im Umgang damit", erläuterte Airport-Sprecher Peter Kleemann gegenüber Austrian Wings das Konzept im Detail. "Dadurch, dass sich die AED in der Nähe von Infopoints befinden, ist im Ernstfall immer einer unserer Mitarbeiter rasch vor Ort."

Stefan Streim aus Ebreichsdorf ist in seiner Freizeit ehrenamtlicher Sanitäter beim Samariterbund und hat als einer der ersten Flughafenmitarbeiter die Defi-Schulung absolviert
Stefan Streim aus Ebreichsdorf ist in seiner Freizeit ehrenamtlicher Sanitäter beim Samariterbund und hat als einer der ersten Flughafenmitarbeiter die Defi-Schulung absolviert

Außerdem biete der Flughafen Wien in Kooperation mit "Puls" auch anderen Firmen am Airport (AUA, Austroport, Celebi, ISS, Air Berlin ...) an, deren Mitarbeiter entsprechend auszubilden, so Kleemann.

Auch Kerstin Sereda vom Terminal Service hat die Ausbildung bereits erfolgreich durchlaufen.
Auch Kerstin Sereda vom Terminal Service hat die Ausbildung bereits erfolgreich durchlaufen und kann somit im Ernstfall zur Lebensretterin werden

Die Defis befinden sich verplombten Kästchen, die bei Bedarf leicht geöffnet werden können.

Auch im Ankunftsbereich des Check-In 3 / Skylink befindet sich ein Defi, er ist neben einem Fastfood Restaurant installiert
Auch im Ankunftsbereich des Check-In 3 / Skylink befinden sich zwei Defis, einer ist neben einem Fastfood Restaurant installiert

Noch erfolgt bei Entnahme des AED allerdings keine automatische Alarmierung des Notarztes; laut Flughafen werde derzeit noch geprüft, inwieweit sich diese sinnvolle Maßnahme technisch umsetzen lasse. Künftig sei auch ein eigenes Leitsystem angedacht, damit Reisende im Bedarfsfall das nächstgelegene Gerät rasch auffinden können.

Die Standorte der 20 neu beschafften Geräte im Detail:

Ankunft Airport Info Abholerhalle  

Lifepak CRplus

 
Ankunft Lost Abholerhalle  

Lifepak CRplus

 
Ankunft Airport Info Gepäckausgabehalle  

Lifepak CRplus

 
Ankunft Lost Gepäckausgabehalle  

Lifepak CRplus

 
Check-in 3 nächst Airport Info neben Monitore  

Lifepak CRplus

 
Check-in 1 Schnittstelle Check-in 2 (zw. Brandschutztore)  

Lifepak CRplus

 
Check-in 1a Westseite  

Lifepak CRplus

 
Service Center Pier West  

Lifepak CRplus

 
Pier Ost Gang vis a vis Starbucks  

Lifepak CRplus

 
Transit Shopbereich bei Abgang zu den B-Gates  

Lifepak CRplus

 
Zentrale Z SIKO Nordseite  

Lifepak CRplus

 
PN Service Center F02  

Lifepak CRplus

 
PN Service Center F21  

Lifepak CRplus

 
PN Service Center G01  

Lifepak CRplus

 
PN Service Center G11  

Lifepak CRplus

 
PN Service Center G27  

Lifepak CRplus

 
CI3 E2 nach Passkontrolle Ausreise neben AUA Lounge  

Lifepak CRplus

 
PN Ebene 2, nach Beh.Insel 1 Gang Süd  

Lifepak CRplus

 
PN Ebene 2, nach Passkontrolle Beh.Insel 2 Gang Süd  

Lifepak CRplus

 
PN Ebene 2, nach Beh.Insel 3 Gang Süd  

Lifepak CRplus

 

(red / Fotos: Austrian Wings Media Crew)