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Zwei Zwischenfälle an einem Tag mit Delta Jets in Amsterdam

Kabinendruckverlust und Rauch im Cockpit

Am 28. August 2013 mussten zwei Jets der US-Fluglinie Delta wegen technischer Störungen kurz nach dem Start in Amsterdam wieder zum Flughafen Schiphol zurückkehren, wie der "Aviation Herald" berichtet. Verletzt wurde niemand.

Flug DL 239, ein A330-300 mit dem Kennzeichen N802NW, sollte nach Atlanta fliegen, als die Besatzung in einer Flughöhe von 33.000 Fuß einen Kabinendruckverlust meldete und mit einer durchschnittlichen Sinkrate von 3.800 Fuß pro Minute einen Notsinkflug auf 10.000 Fuß einleitete. Rund eine Stunde nach dem Start setzte der A330 wieder in der niederländischen Metropole auf. Die Passagiere wurden mit einem Ersatzflugzeug an ihr Ziel geflogen.

Der zweite Zwischenfall betraf ebenfalls einen A330 der Gesellschaft. Dieses Flugzeug mit der Kennung N855NW war gerade als Flug DL 267 mit Ziel Boston auf Piste 36L gestartet, als die Piloten den Steigflug in 8.000 Fuß Höhe beendeten, Rauchentwicklung im Cockpit meldeten und um die sofortige Genehmigung zur Rückkehr zum Airport ersuchten. 12 Minuten später konnte der Jet sicher landen. Nach einer technischen Überprüfung startete der A330 erneut in Richtung USA.

"High level emergency"

Feuer und Rauch zählen zu den gefährlichsten Zwischenfällen an Bord von Verkehrsflugzeugen und werden als “High level emergency” behandelt. Eine sofortige Landung ist das Standardverfahren, sofern die Quelle des Rauches nicht umgehend lokalisiert und ausgeschaltet werden kann.

Im Jahr 1987 verunglückte eine Boeing 747-244B Combi von South African Airways, nachdem an Bord aus bis heute ungeklärter Ursache in Brand ausgebrochen war, alle 159 Insassen starben. Am 2. September 1998 stürzte eine MD-11 der Swissair vor Halifax in den Atlantik, nachdem ein Feuer zu einem Totalausfall aller Instrumente führte und ins Cockpit eingedrungen war – alle 229 Menschen an Bord fanden den Tod, dieser Absturz ist bis heute das schwerste Unglück in der Geschichte der Schweizer Luftfahrt.

Vorschau

Das Thema “Rauch im Cockpit” beleuchtet Austrian Wings demnächst auch in einer “Punktlandung”, und vergleicht unter anderem früher gültige Verfahrensweisen mit heutigen Standards. In einem Videobeitrag thematisieren wir zudem die Brisanz eines solchen Notfalls und erörtern mögliche Vorgehensweisen zusammen mit Peter Beer, dem Präsidenten der Austrian Cockpit Association. Der Beitrag steht ab 7. September 2013 auf Austrian Wings zur Verfügung.

(red / Titelbild: Pilot mit angelegter Sauerstoffmaske im verrauchten Simulatorcockpit, Symbolbild - Foto: V-I-P TV)