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Lufthansa Group steigert operativen Gewinn um 20 Prozent und erzielt höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte

Symbolbild - Foto: www.der-rasende-reporter.info

2025: Fast 40 Milliarden Euro Umsatz und zwei Milliarden Euro operativer Gewinn;

Passagierzahl des Konzerns steigt auf 135 Millionen Fluggäste.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, sagt: „Vor genau 100 Jahren wurde die erste Lufthansa gegründet. Die Werte von damals – Qualität, Zuverlässigkeit und Vernetzung – machen uns auch heute erfolgreich. Wir konnten im Geschäftsjahr 2025 den operativen Gewinn der Gruppe deutlich steigern und erwirtschafteten das umsatzstärkste Jahr unserer Geschichte. Unser Ergebnis zeigt die Resilienz und Stabilität der Gruppe. Ich bedanke mich ausdrücklich bei unseren Gästen für ihre Loyalität und bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement. Das Turnaround-Programm von Lufthansa Airlines hat weiterhin höchste Priorität, so dass bei unserer Kernmarke den operativen Verbesserungen in diesem Jahr auch wirtschaftliche Fortschritte folgen. Der Krieg im Mittleren Osten beweist erneut, wie exponiert der Luftverkehr ist und wie groß die Verwundbarkeit bleibt, selbst wenn die Industrie heute widerstandsfähiger gegenüber Krisen ist als früher. Die massive Bündelung globaler Verkehrsströme über die Golf-Drehkreuze erweist sich zunehmend als geopolitische Achillesferse. Umso wichtiger ist es, europäische Airlines und Drehkreuze nicht weiter zu benachteiligen. Die Souveränität Europas verlangt die Fähigkeit, eigene Verbindungen zu den globalen Märkten aufrechtzuerhalten. Auch 2026 setzen wir unsere Strategie konsequent durch Internationalisierung, Flottenerneuerung und Effizienzsteigerung fort. Unser Jubiläumsjahr macht uns stolz auf unsere Vergangenheit – und verpflichtet uns zugleich für die Zukunft. Wir werden unsere Position als führende Airline-Gruppe außerhalb der USA weiter konsequent ausbauen.“

Ergebnis
Die Lufthansa Group verzeichnete 2025 das umsatzstärkste Jahr ihrer Unternehmensgeschichte. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 39,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 37,6 Milliarden Euro).

Der Konzern steigerte den operativen Gewinn (Adjusted EBIT) signifikant auf zwei Milliarden Euro (Vorjahr: 1,6 Milliarden Euro). Dadurch verbesserte sich die operative Marge auf 4,9 Prozent (Vorjahr: 4,4 Prozent). Das Konzernergebnis lag mit 1,3 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 1,4 Milliarden Euro). Das Konzernergebnis wäre ebenfalls deutlich über Vorjahr ausgefallen, hätten nicht Steuereffekte aus der Neubewertung von Verlustvorträgen aufgrund veränderter Steuersätze das Ergebnis gedrückt.

Das Angebot im Segment Passagier-Airlines stieg im vergangenen Jahr um vier Prozent, gleichzeitig blieb der Sitzladefaktor konstant. Zudem gab es durch die nachhaltige Stabilisierung des Flugbetriebs weniger Ergebnisbelastungen aufgrund von Flugunregelmäßigkeiten (Aufwendungen für Flugunregelmäßigkeiten sanken um 362 Millionen Euro im Vergleich zu 2024), was sich positiv auf das operative Ergebnis und auch die Kundenzufriedenheit auswirkte. Ein weiterer wesentlicher Faktor für den Anstieg des Adjusted EBIT war die unverändert hohe Zahlungsbereitschaft von Gästen für Zusatzleistungen (‚Ancillaries‘). Dies sorgte – vor allem beim Premiumprodukt ‚Lufthansa Allegris‘ – für zusätzliche Erlöse. Zusätzlich führten niedrigere Kerosinpreise und ein schwacher US-Dollar zu einer Kostenentlastung in Höhe von 500 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr.

Passagier-Airlines steigern Ergebnis
Die Airlines der Lufthansa Group begrüßten im vergangenen Jahr 135 Millionen Gäste an Bord ihrer Flugzeuge, ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Sitzladefaktor erreichte erneut ein Rekordniveau von 83,2 Prozent (Vorjahr: 83,1 Prozent). Der Umsatz aller Passagier-Airlines konnte im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 30,1 Milliarden Euro gesteigert werden. Gemeinsam erwirtschafteten sie einen operativen Gewinn (Adjusted EBIT) von 1,1 Milliarden Euro – vier Prozent über Vorjahr. ITA Airways leistete einen positiven Ergebnisbeitrag von 90 Millionen Euro.

Diese Ergebnissteigerung gelang in einem äußerst herausfordernden Umfeld. Die Situation im Mittleren Osten und weitere geopolitische Spannungen, eine temporäre Nachfrageschwäche im dritten Quartal, insbesondere auf dem Nordatlantik und in Europa, sowie die anhaltenden Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Flugzeuge erforderten von allen Airlines ein Höchstmaß an Flexibilität. Diese Rahmenbedingungen wirkten sich auch auf die Durchschnittserlöse aus, die 2025 gegenüber dem Vorjahr währungsbereinigt um 1,3 Prozent sanken.

Den gesunkenen Durchschnittserlösen standen höhere Erlöse durch Zusatzleistungen gegenüber, die um 15 Prozent zulegten. Die Stückerlöse (RASK) lagen währungsbereinigt auf Vorjahresniveau.

Die Stückkosten (CASK) stiegen aufgrund anhaltender Kosteninflation, insbesondere bei Gebühren sowie Material- und Personalkosten, um 1,9 Prozent gegenüber Vorjahr. Hier zeichnete sich jedoch ein positiver Trend zum Jahresende ab. Im vierten Quartal 2025 konnten die Stückkosten gegenüber dem Vorjahreszeitraum stabil gehalten werden, während sie im ersten Halbjahr noch um 3,6 Prozent gestiegen waren.

Hervorzuheben ist, dass die Kernmarke Lufthansa Airlines ihr Jahresergebnis um rund 250 Millionen Euro gegenüber Vorjahr steigern und wieder eine positive Adjusted EBIT Marge in Höhe von 0,9 Prozent erzielen konnte. Hier zeigten vor allem die Fortschritte bei der Umsetzung des Transformationsprogramms Turnaround Wirkung.

Das Lufthansa Airlines Turnaround-Programm wird auch 2026 zur nachhaltigen Ergebnissteigerung beitragen. Für das laufende Jahr wird ein Bruttoergebniseffekt von rund 1,5 Milliarden Euro erwartet, der bis 2028 auf etwa 2,5 Milliarden Euro ansteigen soll.

Größte Treiber für mehr Profitabilität von Lufthansa Airlines sind die Modernisierung der Flotte mit hochmodernen verbrauchsarmen Flugzeugen wie der Boeing 787, das weitere Wachstum von Lufthansa City Airlines und Discover Airlines sowie rund 700 weitere Einzelmaßnahmen, von denen bis Ende 2026 über die Hälfte in der Umsetzung sein werden.

Till Streichert, Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa AG, sagt: „Das Jahr 2025 war ein Übergangsjahr mit wichtigen Wendepunkten: Das Turnaround-Programm bei Lufthansa Airlines hat ebenso Fahrt aufgenommen wie unsere Flottenmodernisierung. Beides wird sich im Jahr 2026 fortsetzen, mit spürbar positiven Auswirkungen auf unsere Profitabilität. Mittelfristig wollen wir eine Adjusted-EBIT-Marge von acht bis zehn Prozent erzielen und haben für dieses Ziel wichtige Schritte unternommen. Dennoch bleiben Herausforderungen und Unsicherheiten für unser Unternehmen und die gesamte Branche, gerade in diesen Tagen vor allem bedingt durch die Situation im Mittleren Osten. Die dortige Krise macht eine Ergebnisprognose zum aktuellen Zeitpunkt schwieriger. Trotzdem blicken wir optimistisch in die Zukunft: Wir stellen uns den Herausforderungen – auch für 2026 rechnen wir erneut mit einem Adjusted EBIT deutlich über Vorjahr.“

Lufthansa Cargo verbessert Ergebnis, Lufthansa Technik trotzt Zöllen
Lufthansa Cargo hat im vergangenen Jahr die positive operative und finanzielle Entwicklung von 2024 unter anderem aufgrund stabiler Marktnachfrage und eines starken Asien-Geschäfts weiter fortgesetzt. Für das Gesamtjahr 2025 erwirtschaftete das Unternehmen einen operativen Gewinn von 324 Millionen Euro (2024: 251 Millionen Euro). Das entspricht einem starken Anstieg von fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch die weltweite Nachfrage nach Wartungs- und Reparaturleistungen (MRO) steigt unverändert. So konnte Lufthansa Technik neue Verträge mit einem Gesamtvolumen von 8,8 Milliarden Euro abschließen, was Planungssicherheit und Umsatzwachstum für die nächsten Jahre gewährleistet. Belastet wurde das Ergebnis durch die Entwicklung des US-Dollar und Zölle. Dennoch erwirtschaftete Lufthansa Technik einen operativen Gewinn von 603 Millionen Euro (Vorjahr: 607 Millionen Euro). Lufthansa Technik hat bereits Maßnahmen erfolgreich umgesetzt, um den Auswirkungen der Dollar- und Zollentwicklung zu begegnen. So wurden beispielsweise Logistikströme gezielt angepasst.

Adjusted Free Cashflow deutlich höher als erwartet, Bilanz weiter stark
Die Lufthansa Group erzielte im Jahr 2025 einen operativen Cashflow von vier Milliarden Euro (Vorjahr: 3,9 Milliarden Euro). Der Anstieg ist hierbei auf die Steigerung des operativen Ergebnisses sowie Steuerrückzahlungen zurückzuführen. Aufgrund niedrigerer Netto-Investitionen als ursprünglich geplant, vor allem aufgrund von Verzögerungen bei Flugzeugauslieferungen, konnte das Jahr mit einem Adjusted Free Cashflow in Höhe von 1,2 Milliarden Euro abgeschlossen werden (Vorjahr: 840 Millionen Euro).

Erhöhte Gewinnbeteiligung für Aktionärinnen und Aktionäre
Aktionärinnen und Aktionäre sollen am Erfolg der Lufthansa Group gemäß ihrer Dividendenpolitik beteiligt werden, wonach zwischen 20 und 40 Prozent des Konzerngewinns ausgeschüttet wird. Für das Geschäftsjahr 2025 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 12. Mai 2026 deshalb eine Dividende in Höhe von 0,33 Euro pro Aktie vor. Dies entspricht einer Steigerung der Dividende von zehn Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr und einer Dividendenrendite von vier Prozent auf den Jahresschlusskurs der Aktie. Die Ausschüttungsquote steigt damit auf 30 Prozent (Vorjahr: 26 Prozent).

Ausblick
Nachdem 2025 ein Übergangsjahr für die Lufthansa Group und insbesondere Lufthansa Airlines war, wird die Transformation des Unternehmens im Jahr 2026 weiter an Dynamik gewinnen. Für das Gesamtjahr wird erneut eine Umsatz- und deutliche Ergebnissteigerung sowie eine weitere Margenverbesserung erwartet. Dazu werden der Kapazitätsausbau von rund vier Prozent bei den Passagierairlines und die fortschreitende Flottenerneuerung mit dem Ausbau von Premiumangeboten zur Erreichung dieses Ziels beitragen.

Durch die Entwicklungen im Mittleren Osten mit den verbundenen geopolitischen Folgen für die Weltwirtschaft steigt allerdings die mittel- und langfristige Prognoseunsicherheit. Die Unterbrechung der Lieferketten im Golf von Hormuz führt zu erhöhter Volatilität an den Ölmärkten. Gleichzeitig verzeichnet die Lufthansa Group seit dem Wochenende eine stark steigende Nachfrage nach Langstreckenflügen vor allem auf Strecken von und nach Asien und Afrika. Daher prüft der Konzern die Aufstockung von Frequenzen, zum Beispiel nach Singapur, Indien, China und Südafrika.

Die Flottenmodernisierung der Lufthansa Group wird dieses und nächstes Jahr ihren Höhepunkt erreichen. Dieses Jahr wird im Schnitt nahezu jede Woche ein neues Flugzeug ausgeliefert, bis Ende 2026 wird der Anteil von Flugzeugen der neuesten technischen Generation bei rund 30 Prozent der Flotte liegen. Das Wachstum der Passagier-Airlines wird sich fast ausschließlich auf Langstreckenverbindungen erstrecken, während das Flugangebot auf der Kurzstrecke auch aufgrund einer effizienteren Steuerung der Drehkreuze in Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel und Rom nahezu stabil bleiben soll.

Der weitere Fortschritt des Turnaround-Programms sowie die konsequente Modernisierung der Flotte werden das Ergebnis von Lufthansa Airlines positiv beeinflussen. Darüber hinaus wird erwartet, die Stückkostensteigerung bei Lufthansa Airlines auf die Hälfte der Inflationsrate begrenzen zu können.

Aufgrund einer unverändert starken Nachfrage in ihren Märkten wird auch für Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik jeweils ein klarer Umsatzanstieg gegenüber Vorjahr erwartet.

(red IF / PM LH)