Etwas mehr als 1.200 Exemplare des vom ukrainischen Konstruktionsbüro Antonov entwickelten Frachtflugzeuges An-12 verließen zwischen 1957 und 1972 in der Sowjetunion die Werkshallen. Das bedeutet, dass die jüngsten noch erhaltenen Exemplare mittlerweile mindestens 54 Jahre - also mehr als ein halbes Jahrhundert - alt sind. Die fliegerische Besatzung besteht aus Kapitän, Co-Pilot, Bordingenieur, Navigator und Funker. Dazu kommen meistens Ein bis zwei Lademister und im militärischen Einsatz gab es früher noch einen Bordschützen in einem Heckgefechtsstand unter dem Seitenleitwerk. Über 100 Personen kann die An-12 transportieren, in der Praxis spielte das im zivilen Verkehr aber keine Rolle. Über Jahrzehnte diente dieser Typ als Frachter für Fluggesellschaften aus Osteuropa und dem Raum der ehemaligen Sowjetunion. Die Nutzlast beträgt bis zu 22 Tonnen.



Im Jahr 2026 spielt dieser Typ im internationalen Frachtflugverkehr kaum noch eine Rolle. Die ukrainische Cargogesellschaft Cavok Air ist einer der letzten zivilen Betreiber dieses Typs weltweit. Mit Russlands Überfall auf die Ukraine verlagerte Cavok Air ihre operationelle Basis in die Slowakei und betreibt auf dem Flughafen Pistian/Piestany eine operationelle Basis. Cavok betreibt rund 4 bis 5 An-12, die weltweit auf Frachtcharterflügen zum Einsatz kommen.



In der jüngeren Vergangenheit führte die Airline in diesem Rahmen fast täglich Flüge zwischen Casablanca und der slowakischen Hauptstadt Pressburg/Bratislava durch. Wie lange diese Charterkette noch fortgeführt wird, ist nicht bekannt. Die Flüge werden beispielsweise auf "Flightradar24" angezeigt. Planespotter, die sich für diesen fliegenden Anachronismus interessieren, sollten also die Augen aufhalten ...



Text: Patrick Huber
Fotos: Johannes Bauer & Patrick Huber