Reportagen

[U] Aviation Academy Austria - erfolgreich in der Nische

Seit mittlerweile fünf Jahren bietet die von Flugkapitän Thomas Herrele gegründete Aviation Academy Austria im Technologiezentrum Neusiedl am See (Burgenland) ein breites Spektrum von Ausbildungen an, das von der ab initio ATPL-Schulung, über Typeratings für Citation C560 XLS, ATR 42/72 und Fokker 70/100 bis hin zu CRM-Trainings reicht. Austrian Wings durfte als erstes österreichisches Luftfahrtmagazin exklusiv unmittelbar vor Inbetriebnahme des neuen Citation-Simulators einen Blick in das Ausbildungszentrum werfen.

Die Anfänge der Aviation Academy Austria liegen bereits rund 11 Jahre zurück. Während seines BWL-Studiums hatte der damals 30-jährige Pilot Thomas Herrele die zündende Idee. Projektstudien und ein Businessplan folgten, 2004 wurde das Unternehmen ins Firmenbuch eingetragen und 2008 wurde mit einem Fokker 70/100 Simulator in Neusiedl am See der Betrieb aufgenommen.

Der Fokker 70/100-Simulator ist das Herzstück der AAA - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Der Fokker 70/100-Simulator ist das Herzstück der AAA - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

Die Entscheidung für dieses Muster erfolgte ganz bewusst und sollte sich auch fünf Jahre später, 2013, noch als richtig erweisen, bekräftigt Herrele im Gespräch mit Austrian Wings:

"Uns war natürlich schon damals klar, dass die Fokker ein Nischenmuster ist. Dennoch haben wir diese Entscheidung getroffen, da wir uns ganz bewusst spezialisieren und nicht mit dem Massenmarkt (A320, B737, Anm. d. Red.) konkurrieren wollten."

Und das scheint gelungen zu sein. Man habe sich "gefestigt" und sei "stetig gewachsen".

"Unser größter Kunde, die Austrian Airlines, hat allein im Jahr 2010 immerhin 36 Crews für das Fokker-Typerating zu uns geschickt."

Fire left Engine im Fokker 70/100 Simulator der Aviation Academy Austria - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Im Simulator können alle nur erdenklichen Notfälle gefahrlos trainiert werden; hier demonstriert Fluglehrer Hans-Georg Rabacher das korrekte Vorgehen bei einem (simulierten) Brand des linken Triebwerkes - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

Zu den Airlines, die ihre Fokker-Besatzungen bei der AAA trainieren, zählen neben der AUA/Tyrolean auch Montenegro Airlines, Helvetic, Eagles Airlines, Trade Air, MJet, Carpatair, Iran Aseman Airlines sowie "einige weitere, die nicht öffentlich genannt werden möchten."

"Setzen weiter auf die Fokker"

Herrele und sein Chief Ground Instructor, Hans-Georg Rabacher, bekräftigten, darauf angesprochen, dass die AUA als größter Kunde ihre Fokker-Flotte voraussichtlich 2016 durch die Bombardier CSeries ersetzen wird, dass man bis auf Weiteres trotzdem am Fokker-Simulator festhalten will.

Cpt. Thomas Herrele und Chief Flight Instructor Ground Hans-Georg Rabacher von der Aviation Academy Austria im Farnair ATR 42/72 Simulator - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Cpt. Thomas Herrele und Chief Ground Instructor Hans-Georg Rabacher im Farnair ATR 42/72 Simulator - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

"Uns war schon bei der Planung völlig klar, dass dieser Typ demnächst in die Phasing-out-Phase kommt", erzählen die beiden Piloten. "Wir sind aber überzeugt davon, dass diese Jets auf Sekundärmärkten, etwa in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, noch einige Jahre weiterfliegen werden."

Dazu komme, dass es weltweit kaum Simulatoren für die Fokker 70/100 gebe. "Einer steht in Amsterdam, einer Miami, einer in Australien und einer bei uns, in Neusiedl am See, 15 Autominuten vom Flughafen Schwechat entfernt."

Blick in den Fokker 70/100 Simulator der Aviation Academy Austria; im Vordergrund ist die Instructor Station zu erkennen; von hier aus steuert der Ausbilder den Flugverlauf, simuliert Triebwerksbrände und sonstige Notfälle - Foto: PA / Austrian Wings Me
Blick in den Fokker 70/100 Simulator; im Vordergrund ist die Instructor Station zu erkennen; von hier aus steuert der Ausbilder den Flugverlauf, simuliert Triebwerksbrände und sonstige Notfälle - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

Der eigene Fokker-Simulator werde daher sicher noch etliche Jahre wirtschaftlich zu betreiben sein. "So lange er sich rechnet, werden wir ihn betreiben", bringt es Herrele auf den Punkt.

Derzeit liege die Auslastung bei jährlich 4.000 bis 5.000 Flugstunden. Der Break even liegt bei rund 2.000 Stunden pro Jahr.

Anflug auf den Flughafen Salzburg im Fokker Simulator der Aviation Academy Austria - Foto: PA / Austrian Wings
Endanflug auf den Flughafen Salzburg im Fokker Simulator - Foto: PA / Austrian Wings

Von Anfang an war es der Plan von Herrele und seinen Partnern, die Aviation Academy Austria auf mehrere Standbeine zu stellen. Schon 2008 wurden deshalb Pläne für einen weiteren Simulator geschmiedet und mögliche Muster evaluiert.

"Wie bereits eingangs erwähnt, besteht unser Geschäftsmodell aus Speziallösungen im Regional- und Executiveflugsegment", präzisiert Herrele die Tätigkeit der Firma.

Daher habe man gezielt nach einem Muster gesucht, welches häufig in Europa im Einsatz sei und sei schließlich fündig geworden.

Im zweiten Quartal 2010 fiel die Entscheidung auf den Citation 560 XLS-Simulator, der in diesen Tagen in Betrieb gegangen ist. Die Kosten für das von der österreichischen Firma Axis produzierte Trainingsgerät der lagen bei "rund 10 Millionen Euro".

Der neue Citation 560 XLS Simulator der Aviation Academy Austria - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Der neue Citation 560 XLS Simulator verfügt über ein elektrisches Motion-System, das im Gegensatz zur alten hydraulischen Technik um 35 Prozent günstiger zu betreiben ist - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

Durch den Einsatz eines elektrischen statt eines hydraulischen Bewegungssystems konnten die Betriebskosten gegenüber dem Fokker-Simulator um circa 35 Prozent gesenkt werden.

Rabacher: "Auch für den Citation-Simulator haben wir schon Kunden aus ganz Europa und teilweise sogar aus Asien. Das liegt daran, dass es nur noch in Großbritannien und den USA einen solchen Simulator gibt."

Die alte Simulatorhalle der Aviation Academy Austria ist mittlerweile vollständig belegt: im Vordergrund der neue Citation-Simulator, im Hintergrund der Fokker-Simulator - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Die alte Simulatorhalle ist mittlerweile vollständig belegt: im Vordergrund der neue Citation-Simulator, im Hintergrund der Fokker-Simulator; oberhalb ist einer der Briefing-Räume mit direktem Blick auf die Halle zu erkennen - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Eine Brücke führt in den Citation Simulator - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Eine Brücke führt in den Citation Simulator - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

Konkret habe man "etwa 40 bis 50 Flugbetriebe sowie zahlreiche Einzelpersonen", die künftig ihre Citation-Schulungen in Neusiedl am See absolvieren werden.

Blick in das Cockpit des Citation C560 XLS Simulators - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Blick in das Cockpit des Citation C560 XLS Simulators - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Citation C560 XLS Simulator der Aviation Academy Austria - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Die Monitore im Citation C560 XLS sind dunkel beim Besuch der Austrian Wings Redakteure, schließlich waren die Techniker noch mit den letzten Installationsarbeiten beschäftigt - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

"Gerade in der Business-Fliegerei finanzieren oder erhalten sich viele Piloten ihre Typeratings selbst, das Rating kostet für dieses Muster circa 18.000 Euro", erklärt Rabacher.

Mittlerweile wurde der Citation XLS Simulator in Betrieb genommen und funktioniert einwandfrei - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Mittlerweile wurde der Citation XLS Simulator in Betrieb genommen und funktioniert einwandfrei - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Die Instructor Station im Citation XLS Simulator der Aviation Academy Austria - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Die Instructor Station im Citation XLS Simulator; rechts oben ist der rote Notabschaltknopf deutlich zu erkennen - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
"Das Citation-Cockpit zieht man sich an", scherzen die Piloten - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
"Das Citation-Cockpit zieht man sich an", scherzen die Piloten - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Detailaufnahme der Mittelkonsole mit den Schubhebeln (mitte), dem Trimmrad für das Höhenruder (links) und dem Hebel für die Landeklappen (rechts); rechts oben im Bild ist der Hebel für das Fahrwerk zu erkennen - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Detailaufnahme der Mittelkonsole mit den Schubhebeln (mitte), dem Trimmrad für das Höhenruder (links) und dem Hebel für die Landeklappen (rechts); rechts oben im Bild ist der Hebel für das Fahrwerk zu erkennen - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Foto: PA / Austrian Wings [U]Media Crew

Kapazitätserweiterung um 100 Prozent

Doch bereits zuvor war das Trainingszentrum baulich erweitert worden, um Platz für zwei zusätzliche Simulatoren zu schaffen. Die Entscheidung für den Zubau fiel intern im Frühjahr 2011, im Oktober war Baubeginn und fertig gestellt war die neue Halle dann im Frühjahr 2012.

Der ATR 42/72 Simulator der Farnair in der neu zugebauten Simulatorhalle der Aviation Academy Austria - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Der ATR 42/72 Simulator der Farnair in der neu zugebauten Simulatorhalle; ein weiterer Stellplatz ist noch frei - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

"Wir kooperieren seit einiger Zeit mit Farnair-Europe", führt Herrele aus.Und so kommt es, dass Farnair in wirtschaftlicher Eigenverantwortung einen ATR 42/72 Simulator betreibt, der seinen Standort seit dem Frühjahr 2012 in der neu eröffneten Simulatorhalle der AAA hat.

ATR 42/72 Simulator der Farnair bei der Aviation Academy Austria - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

Somit sind bisher drei von vier möglichen Standplätzen für Full Flight Simulatoren in der Aviation Academy Austria belegt.

Vierter Simulator nicht ausgeschlossen

Zwar wollten Herrele und Rabacher noch nicht verraten, wann ein vierter Simulator angeschafft oder um welches Modell es sich dabei handeln wird, doch es gebe natürlich entsprechende Überlegungen, so viel war den beiden zu entlocken.

Weiterer Ausbau möglich

Sollte es erforderlich werden, kann das Ausbildungszentrum außerdem noch einmal baulich erweitert werden. Herrele: "Darauf haben wir schon bei der Standortauswahl geachtet, rundherum gibt es genügend freie Flächen, die das ermöglichen."

Ausbildungen und Kosten

Die AAA bietet verschiedene Ausbildungskonzepte und Trainings an, erläutert Hans-Georg Rabacher: "Wer nur den PPL machen möchte, ist bei uns definitiv an der falschen Adresse. Unser Fokus liegt auf der Schulung von Nachwuchs für die Berufsfliegerei, und das auf einem besonders hohen Niveau."

Ab initio ATPL-Kurs

Folglich bietet man "ab initio" Ausbildungen vom PPL bis zum (frozen) ATPL an. Während andere Flugschulen ihren Schülern oft das Blaue vom Himmel versprechen und quasi "jeden" aufnehmen, setzt man in Neusiedl am See auf eine strenge Vorauswahl, erklärt der Chief Ground Instructor das Konzept der AAA: "Jeder Interessent wird von mir oder einem Kollegen schon am Telefon ausführlich befragt."

Hier werde ein Großteil der ungeeigneten Kandidaten ausgesiebt. "Befinden wir einen Bewerber für geeignet, laden wir ihn zu einem Screening ein."

Dieses besteht aus einem schriftlichen Test sowie persönlichen Auswahlinterviews. "Das dauert zwischen drei und sechs Stunden, grundsätzlich, das heißt vom Gesetz her, ist die Matura keine Voraussetzung." Weil aber die meisten Fluglinien darauf bestehen, "möchten wir auch, dass unsere Flugschüler diese Qualifikation haben."

Blick in Richtung des Citation-Simulators; links ist ein Briefingraum zu sehen, in dem sich eine Besatzung auf ihr Training vorbereitet - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Blick in Richtung des Citation-Simulators; links ist ein Briefingraum zu sehen, in dem sich eine Besatzung auf ihr Training vorbereitet - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

In Ausnahmefällen akzeptiere man Kandidaten zwar auch ohne Matura, die würden dann aber "besonders intensiv gescreent".

Bei diesem Screening sei auch "eine Menge Beratung" dabei, erklärt Herrele. "Es geht darum, dass sich der Schüler seiner Chancen und Möglichkeiten bewusst wird."

"Die Ausbildung von der ersten Theoriestunde bis zum "Frozen ATPL" kostet bei uns im Gesamtpaket 67.920 Euro und dauert zwischen eineinhalb und zwei Jahren. Es ist also im Interesse des Flugschülers selbst, dass wir nur geeignete Aspiranten zur Ausbildung zulassen, alles andere wäre unseriös", sagen Rabacher und sein Chef Thomas Herrele, der selbst aktiver A340-Pilot ist. Die ATPL-Ausbildung ist durchgehend (Vollzeitmodell) oder berufsbegleitend (Teilzeitmodell) möglich. "Es ist schwer einen genaue Dauer der Ausbildung zu definieren, weil wir in Europa natürlich auch sehr vom Wetter abhängig sind, wenn es ums Fliegen geht."

Cockpit des Farnair ATR 42/72 Simulators der Aviation Academy Austria - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Cockpit des Farnair ATR 42/72 Simulators. "Sollten im realen Flugbetrieb all diese Lampen wirklich einmal rot und gelb aufleuchten, wäre die letzte Checkliste wohl das 'Vater unser'", meinte ein Pilot angesichts dieses (äußerst unrealistischen) Szenarios scherzhaft - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

Pro Jahr absolvieren laut Angaben der AAA rund 20 Schüler die ab initio Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer. "Circa ein Drittel davon hat schon den PPL in der Tasche, die übrigen sind komplett ohne Vorbildung." Ein Umstand, der ganz und gar kein Nachteil sein muss: "Flugschülern ohne Vorbildung muss man keine schlechten Angewohnheiten abgewöhnen, die sie womöglich woanders gelernt haben."

In der bis zu zweijährigen Ausbildung eignen sich die Schüler in 900 bis 1.000 Stunden  die erforderlichen theoretischen Kenntnisse an, die für den ATPL erforderlich sind.

Rabacher: "In dieser Zeit absolvieren unsere Studenten intern rund 200 Zwischenprüfungen, ehe es schließlich zur behördlichen Abschlussprüfung geht."

Maximal - das gibt der Gesetzgeber vor - darf die Ausbildung 36 Monate dauern.

Parallel zur Theorie findet der Flugbetrieb statt, wobei die praktische Schulung in Wiener Neustadt (Flugplatz Ost) auf modernen Diamond-Mustern mit Garmin 1000 Glascockpit durchgeführt wird.

Insgesamt kommen die angehenden ATPL-Besitzer auf circa 200 Flugstunden, von denen wiederum etwa 25 im Fokker 70/100 Full Flight Simulator geflogen werden.

Chief Ground Instructor Hans-Georg Rabacher im Cockpit des Fokker 70/100 Simulators der Aviation Academy Austria - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Chief Ground Instructor Hans-Georg Rabacher im Cockpit des Fokker 70/100 Simulators - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

"So bereiten wir unsere Schüler optimal auf den Airlinealltag in Zweimann-Cockpits vor", führt Rabacher aus, der betont, dass man unter anderem mit dem Projekt "Girls in Aviation" zusammenarbeitet, um mehr Frauen für diesen Beruf zu begeistern.

Keine Garantie auf einen Platz im Cockpit

Eine Garantie, nach erfolgreicher Ausbildung aber tatsächlich als Berufspilot im Cockpit zu landen, gibt man bei der AAA trotzdem nicht. Das wäre nicht seriös, heißt es.

"Doch durch unser umfangreiches Instruktorenteam haben wir sehr gute Beziehungen zu zahlreichen europäischen Airlines geknüpft. Unser Trainingskonzept und unsere starke persönliche Unterstützung verbessern die Chancen unserer Absolventen, einen Vollzeitjob zu erhalten, mehr als es bei anderen Flugschulen vielleicht gegeben ist", heißt es.

Laut Rabacher findet der "Großteil unserer Schüler" nach Abschluss der Ausbildung einen Job als Pilot.

Teamwork im Flightdeck

Zahlreiche Flugunfälle in der Vergangenheit sind auf mangelnde Koordination bei der Zusammenarbeit der Piloten zurückzuführen. Aus diesem Grund sind entsprechende Schulungen seit Jahren Standard. Die AAA bietet ebenfalls so genannte "Multi Crew Cockpit Kurse" an, bei denen ATPL-Inhaber auf die Arbeit in modernen Cockpits mit Zwei- oder Dreimanncrew vorbereitet werden.

Eine solche Schulung dauert rund eineinhalb Wochen und umfasst ein 25-stündiges Theorietraining sowie 20 Flugstunden im Fokker-Simulator.

Anerkennung ausländischer Lizenzen

Während Pilotenlizenzen nach JAR weltweit anerkannt sind, ist dies bei manchen ausländischen oder vor vielen Jahren ausgestellten Lizenzen nicht der Fall. Herrele: "Deshalb haben wir unser Schulungsprogramm "Conversion Course" ins Leben gerufen."

In diesem Kurs werden Inhaber von nicht JAR-konformen Linzenzen auf die entsprechende Prüfung zur Erlangung einer JAR-FCL-Lizenz vorbereitet.

"Zuerst muss der Anwärter ein mündliches und schriftliches Interview ablegen, um herauszufinden welche Themen aufgefrischt werden sollten. Danach beurteilt ein Fluginstruktor die praktischen Fähigkeiten. Dies findet üblicherweise im Zuge zweier Bewertungsflüge statt, die entweder im Simulator oder im Flugzeug stattfinden", erläutert das Fluglehrerteam der AAA gegenüber Austrian Wings.

Die Instructor Station im Citation XLS Simulator der Aviation Academy Austria - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Nachtaufnahme der Halle mit den beiden Simulatoren für die Fokker und die Citation - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

"Anschließend wird unser Fluglehrerteam ein auf den Prüfling zugeschnittenes Trainingsprogramm erstellen. Es besteht aus theoretischem Direktunterricht, das von CBT Selbststudium begleitet wird und praktischem Training am Simulator oder Flugzeug. Wenn das Training erfolgreich abgeschlossen worden ist, ist der Kandidat bereit die Prüfung abzulegen."

Die Dauer für ein solches Training hängt laut Rabacher stark von der Vorbildung des Piloten und seinen individuellen Fähigkeiten ab. "Das können 8 Tage oder auch 16 Monate sein."

Checkflüge

Der Hauptgeschäftszweig des burgenländischen Unternehmens sind jedoch Check- und Überprüfungsflüge für Airlinepiloten. Zweimal jährlich muss jeder Verkehrsflugzeugführer in den Simulator um vor einem Prüfer zu beweisen, dass er sämtliche operationellen Verfahren im Flugbetrieb beherrscht, auch, und insbesondere, bei Notfällen.

Engine Fire Triebwerksbrand im Fokker 70/100 Simulator der Aviation Academy Austria - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Bei den halbjährlichen Checkflügen werden auch Notfälle wie "Engine fire" regelmäßig simuliert - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

Dazu kommen noch Typreatings für ATPL-Inhaber auf dem Muster Fokker 70/100. Die entsprechende Typenschlung kostet rund 30.000 Euro pro Crew.

Qualität

"Wir setzen in allen Bereichen auf höchste Qualität", sagen Hans-Georg Rabacher und Thomas Herrele im Gespräch mit den Austrian Wings Redakteuren. "Alle unsere Full Flight Simulatoren sind nach JAR-FSTD 1A Level D zertifiziert, das ist der höchste Standard."

Und in der Basisschulung kommen laut Herrele ausschließlich moderne Diamond DA40 (Einmot) und DA42NG (Zweimot), die alle mit Garmin G1000 Avionics ausgestattet sind, zum Einsatz.

Weil moderne Technik aber nur die halbe Miete ist, setzt man auch bei den Trainern auf jahrelange Praxiserfahrung und Airlinebezug. Rabacher: "Unsere Instruktoren haben langjährige Flugerfahrung bei internationalen Fluglinien. Viele von ihnen sind immer noch als Linien-Piloten aktiv neben ihren Pflichten als Lehrpersonal."

Rabacher selbst ist übrigens trotz seiner Tätigkeit in der Ausbildung von Berufspiloten privat auch der "kleinen" Fliegerei treu geblieben. Der leidenschaftliche Pilot gibt sein Wissen und seine Erfahrung als Motorsegler- und PPL-Fluglehrer bei einem gemeinnützigen Flugverein auf dem Flugplatz Wiener Neustadt West an seine Schüler weiter. Back to the roots, gewissermaßen.

(red ON / MK / Titelbild: ATR 42/72 Simulator von Farnair in der Aviation Academy Austria - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew)

[update]28. März 2013[/update]