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Fotostrecke: Israelische Boeing 747 in der Slowakei eingetroffen

Die Silhouette der Boeing 747 ist weltweit einzigartig. Dieser Typ gilt vielen Luftfahrtfans als die "Königin des Himmels" - alle Fotos: www.der-rasende-reporter.info

Die Boeing 747 ist immer seltener am Himmel zu sehen. Entsprechend groß ist ihre Anziehungskraft auf Schaulustige und Planespotter, wenn sie doch noch wo auftaucht. Am Sonntag besuchte die "Königin der Lüfte" den slowakischen Hauptstadtflughafen.

Aus dem Passagierverkehr ist der ikonische Jumob Jet schon weitgehend verschwunden. Im vergangenen Jahr flogen weltweit gerade einmal noch 5 Fluglinien die 747 im Passagierdienst. Die Boeing 747-100 und 747-200 sowie 747-300 sind generell nicht mehr im regulären Passagierdienst anzutreffen, vereinzelt fliegen sie noch als Frachter. Die letzten bedeutenden Jumbo-Varianten, die noch im Einsatz stehen sind die 747-400 und die 747-8.

Endanflug auf die 31 - trotz Eiseskälte und starkem Wind waren dutzende Planespotter und Familien mit Kindern zum Stefanik-Airport gepilgert, um die Landung des Jumbos zu bestaunen.
Touchdown! Das Hauptfahrwerk der Boeing 747-400 besteht aus 16 Rädern.

Die Challenge Group, ein israelisches Luftfrachtunternehmen mit Tochtergesellschaften in Belgien und Malta, betreibt fünf Boeing 747-400 Frachter. Eine dieser Maschinen wurde am vergangenen Sonntag für eine Rotation zum slowakischen Hauptstadtflughafen Stefanik eingesetzt.

Blick auf die imposanten Vorflügel ("Slats") der Boeing 747-400.
Triebwerk Nummer 1 (links außen) mit geöffnetem "Reverser", dem Umkehrschub. Wie bei fast allen Flugzeugtypen ist die Verwendung des Umkehrschubes ausschließlich nach dem Aufsetzen zugelassen (und technisch möglich). Er dient dazu, die Maschine zu verlangsamen und die Radbremsen zu entlasten.
Das kurze Oberdeck kennzeichnet diese 747-400 als eine Maschine, die bereits ab Werk als Frachter ausgeliefert wurde. Passagiermaschinen der Baureihe -400 hatten nämlich ein längeres Oberdeck, das auch nach der Konvertierung zum Frachter beibehalten wurde.

Es handelte sich um die 1994 ursprünglich an Singapore Airlines ausgelieferte Boeing 747-412F mit der Kennung 4X-ICK ((msn 26563, l/n 1036), die von vier Pratt & Whitney PW4056 Turbinen angetrieben wird. Das PW4056 kommt neben der Boeing 747-400 auch an der Boeing 767 zum Einsatz. Es ist etwas leistungsschwächer (aber ansonsten identisch) als das PW4060. Die allererste in Österreich zugelassene Boeing 767-300ER, die OE-LAU, "Johann Strauss" der Lauda Air, hatte das PW4056, während die zweite Maschine, die OE-LAV "Mozart", die am 26. Mai 1991 über Thailand abstürzte, das stärkere PW4060 hatte. An der Boeing 747-400 liefert das PW4056 56.750 lbs Startleistung.

Zum Be- und Entladen des Frachtdecks steht auf der linken Rumpfseite hinter der Tragfläche eine große aufklappbare Luke zur Verfügung.

Die 4X-ICK flog zunächst in der Nacht von 14. auf 15. Februar von New York nach Tel Aviv. Nach rund 8 Stunden Bodenstandzeit hob der Frachter dann mit Ziel Pressburg/Bratislava ab, wo er um 10:38 bei starkem Wind auf der Piste 31 landete - nur wenige Minuten nach Ankunft eines anderen "Specials", einer C-32A der US Air Force. Die Abfertigung der Fracht und die Betankung nahmen gut 4 Stunden in Anspruch, dann startete der Jumbo wieder und flog zunächst ins israelische Beersheba. Dort hatte die 747 erneut rund 4 Stunden Bodenstandzeit, ehe sie nach Tel Aviv zurückkehrte.

Text & Fotos: Patrick Huber