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38. Jahrestag der Flugtagkatastrophe von Ramstein

Der Gedenkstein für die namentlich bekannten Todesopfer der Flugtagkatastrophe von Ramstein steht etwas außerhalb der Air Base. Diese Gedenkstätte musste von den Angehörigen auf eigene Kosten errichtet werden. Jahrelang versuchte die deutsche Politik, das zu verhindern - Foto: www.der-rasende-reporter.info

Heute jährt sich das Flugtagunglück von Ramstein zum 38. Mal. Mindestens 70 Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, waren damals gestorben. Im kleinen persönlichen Rahmen gedenken Überlebende und Hinterbliebene heute der Opfer.

Ramstein. Dieser Name ist zum Synonym für Flugschau-Unglücke geworden. Am 28. August 1988 kollidierten bei der letzten Flugvorführung drei Jets der Frecce Tricolori. Eine der Maschinen stürzte ins Publikum und mähte die Menschen nieder wie eine riesige brennende Sense. Nach dieser Katastrophe folgte eine weitere Katastrophe als das US-Militär mit der Versorgung der hunderten Verletzten völlig überfordert war und teilweise deutsche Einsatzkräfte daran hinderte, professionelle Hilfe zu leisten. Am Ende standen mindestens 70 Todesopfer und hunderte körperlich und psychisch traumatisierte Opfer, von denen eine Teil bis heute leidet. Aus Anlass des bevorstehenden 38. Jahrestages zeigte die ARD vorgestern einen dokumentarischen Spielfilm zum Thema.

Was als deutsch-amerikanisches Volksfest begann, endete in einer Katastrophe - Foto: ZVg Archiv Jatzo.de (wir bedanken uns herzlich)

Die letzte große offizielle Gedenkveranstaltung unter Beteiligung von Politik und Geistlichkeit fand zum 35. Jahrestag statt (siehe auch das Buch "Als der Tod vom Himmel stürzte - die Flugtagkatastrophe von Ramstein" des Autors Patrick Huber). Seither treffen sich Angehörige und Überlebende, aber auch Helfer von damals, regelmäßig im kleinen Rahmen am Gedenkstein nahe der Air Base. Das werden sie auch heute wieder tun, um ihrer Lieben zu gedenken, deren Schicksale nicht in Vergessenheit geraten sollen.

Der Überlebende und Zeitzeuge Roland Fuchs hat seine bewegende Geschichte im Internet auf einer eigenen Homepage niedergeschrieben. Auf diese Art und Weise gedenkt er seiner damals ums Leben gekommenen Frau Carmen und seiner kleinen Tochter Nadine. Er unterstützte auch das oberhalb erwähnte Sachbuch, in dem die Versäumnisse der US-Militärs und der deutschen Politik schonungslos aufgezeigt werden.

Das Thema "Flugtagunglück von Ramstein" bewegt die deutsche Öffentlichkeit bis heute. Im heurigen Frühjahr erschien ein Videobeitrag vom deutschen Podcaster Felix Martin, in dem dieser unter anderem den Zeitzeugen Roland Fuchs interviewt.

Seitens einiger Ramstein-Überlebender und ihrer Unterstützer hatte es im Vorfeld Kritik daran gegeben, dass die Feierlichkeiten anlässlich 100 Jahre Flugplatz Altenrhein genau heute, am Jahrestag der Ramstein-Katastrophe, beginnen.

(red FE, HI)