Unter grüner Regierungsbeteiligung war die Wirtschaftspolitik gegenüber dem Flugverkehr besonders ablehnend. Die aktuelle Regierung aus SPÖ, ÖVP und NEOS, die von den Österreichern aus vielerlei Gründen mehrheitlich abgelehnt wird, hat es bis heute nicht geschafft diesen wirtschaftsfeindlichen Kurs zu korrigieren. Die Folge: Ryanair zog einen Teil seiner Flotte aus Wien ab, Wizz Air schloss ihre Basis in Wien komplett und übersiedelte in die Slowakei.
Wegen der Unfähigkeit oder dem Unwillen der Regierung, den Luftfahrtstandort Österreich wieder wettbewerbsfähig zu machen, steht jetzt auch der Ausbau der AUA-Langstrecke auf der Kippe. 12 Boeing 787-9 Dreamliner soll die AUA bis zum Jahr 2028 als Ersatz für ihre alternde in Auflösung befindliche Boeing 767 und Boeing 777 Flotte erhalten. Laut AUA-Chefin Annette Mann, könnten es jedoch am Ende nur 7 werden, wenn die Regierung die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Luftfahrtverkehr nicht endlich verbessert.
Während sich die Flughafengebühren moderat entwickelt hätten, seien die vom Staat erhobenen Steuern und Abgaben hierzulande seit dem Jahr 2019 um statte 85 Prozent gestiegen. Österreich ist eines der wenigen EU-Länder, die die wettbewerbsfeindliche Ticketsteuer überhaupt noch haben. Andere Länder haben sie längst wieder abgeschafft.
Dringend nötig sei deshalb zumindest eine Senkung der Ticketsteuer von derzeit 12 auf 8 Euro pro Passagier. Das brächte eine Entlastung von 70 bis 75 Millionen Euro.
Zwar stellte SPÖ-Verkehrsminister Hanke ein ein 60-Millionen-Euro-Entlastungspaket in Aussicht, das sei aber nicht mehr als ein positives Signal. Die kolportierte Summe decke den Bedarf keinesfalls ab.
"Die Langstrecke ist essenziell für den Hub Wien und für Austrian Airlines als Netzwerk-Carrier. Die Austrian Airlines und die Lufthansa Group bekennen sich klar zum Standort Wien und wollen diesen mit unseren Partnern weiterentwickeln. Gleichzeitig gilt: Investitionen und Wachstum finden dort statt, wo sie wirtschaftlich darstellbar sind. Gerade vor dem Hintergrund der im europäischen Vergleich fast doppelt so hohen staatlichen Standortkosten in Österreich braucht es daher wettbewerbsfähigere Rahmenbedingungen und jetzt eine signifikante Standortentlastung, damit wir die bestehenden Wachstumsperspektiven - insbesondere auch auf der Langstrecke - in Wien realisieren können", so AUA-Chefin Annette Mann.

Im schlimmsten Fall könnte die wirtschaftsfeindliche Politik der SPÖ-ÖVP-NEOS-Regierung dazu führen, dass die AUA langfristig zum Kurz- und Mittelstrecken-Carrier der Lufthansa-Gruppe verkommt. Dann gingen tausende Arbeitsplätze verloren. Nicht nur bei der AUA selbst, sondern auch auf dem Flughafen und in etlichen anderen Betrieben, die eng mit der Luftverkehrswirtschaft verbunden sind.
(red, CvD)