Der Countdown läuft - noch im Dezember wird die Boeing 767 nach gut einem Vierteljahrhundert ihren letzten Flug für die rot-weiß-rote Traditionsffluggesellschaft Austrian AIrlines, im Volksmund als AUA bekannt, absolvieren. Die 767 wurden ebenso wie die 777 Anfang der 2000er Jahre mit der Lauda Air übernommen. Die AUA hatte auf Druck der Politik damals die insolvenzreife Lauda Air aufkaufen müssen und war dadurch selbst in finanzielle Probleme geraten, die schließlich 2009 dazu führten, dass die Lufthansa die AUA erwarb, um sie vor der Pleite zu retten. Ohne den Einstieg der Lufthansa 2009 gäbe es die AUA in der heutigen Form nicht mehr und zigtausende Arbeitsplätze wären verloren gegangen.

Die Boeing 777 stehen dagegen noch bis 2028 in den Diensten von Österreichs Flagcarrier. Bis dahin werden sie sukzessive durch die hochmoderne Boeing 787-9 abgelöst. Drei dieser 787 (OE-LPL, OE-LPM und OE-LPG) fliegen bereits unter rot-weiß-roter Flagge. Eine vierte Maschine landet im Rahmen der Vorbereitungen für ihren Einsatz bei der AUA heute auf dem Flughafen Wien.
Es handelt sich dabei um die ehemalige D-ABPA der Deutschen Lufthansa (s/n 62730 / LN: 905), die ihren Erstflug im August 2019 hatte. Seit August 2022 flog sie für die Deutsche Lufthansa. Von Lufthansa geht die Maschine jetzt direkt an die AUA, um die Flottenmodernisierung der Österreich-Tochter voranzutreiben. Das sieben Jahre junge Flugzeug hat bereits die österreichische Kennung OE-LPI erhalten.
Heute kurz nach 17 Uhr soll die Maschine aus Frankfurt kommend auf dem Flughafen Wien landen. Die Flugnummer lautet OS 1472. Die Maschine trägt zwar bereits ihre österreichische Kennung aber noch die Lufthansa-Farben.
In Wien wird die "Papa India" umgehend von den Experten der AUA-Technik in Empfang genommen, um erste Vorbereitungsarbeiten für den künftigen Einsatz bei Austrian Airlines durchzuführen. Anfang Oktober - nach Abschluss dieser Tätigkeiten - überstellt die AUA das Flugzeug dann nach Taipeh. Dort wird die Innenausstattung auf den AUA-Standard umgerüstet. Zu guter Letzt steht noch der für den Passagier und das Marketing wohl wichtigste Schritt an: die Lackierung. Von Taipeh aus wird die OE-LPI voraussichtlich gegen Ende November in den "Paintshop" ins spanische Teruel überführt. In Spanien lackieren Fachleute den Neuzugang dann in den Farben der Austrian Airlines.
Von Teruel geht es dann zurück nach Wien - wo die Maschine voraussichtlich ab Mitte Dezember in den regulären Flugbetrieb der AUA starten wird.
Text & Fotos: Patrick Huber