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MH-17 Abschuss "sehr wahrscheinlich" durch prorussische Rebellen

Morgen jährt sich der Abschuss von Flug MH-17 über der Ostukraine zum ersten Mal. Bei dem Absturz der Boeing 777 starben alle 298 Menschen an Bord, darunter 192 Niederländer. Nach wie vor schieben sich Russland und die Ukraine gegenseitig die Schuld für den Absturz zu. Nun mehren sich allerdings die Indizien, dass - wie schon von Beginn an vermutet - prorussische Rebellen die zivile Maschine abgeschossen haben.

Wie der niederländische Oberstaatsanwalt Fred Westerbeke sagte, komme man "stichhaltigen und überzeugenden Beweisen immer näher". Zudem sei eine "Gruppe von Tätern" ganz konkret im Visier der Behörden, denen abgehörte Gespräche prorussischer Rebellen über den Einsatz einer Luftabwehrrakete des Typs BUK vorliegen.

Der Abschlussbericht zum Unglück soll vom niederländischen Sicherheitsrat im Oktober der Öffentlichkeit präsentiert werden, allerdings veröffentlichte der Nachrichtensender "CNN" bereits jetzt Auszüge daraus.

Demnach hätten die Unfallermittler die Flugbahn der Luftabwehrrakete analysiert und errechnet, dass der Abschussort in der Stadt Snische gelegen haben muss, die sich zum Zeitpunkt der Tragödie unter der Kontrolle der prorussischen Separatisten stand.

Kritik gibt es indes auch an Malaysia Airlines, die das umkämpfte Gebiet nicht umflogen habe, während andere Airlines, darunter British Airways, China Airlines, Qantas und Korean Air, den Luftraum über der Ostukraine schon Monate vor dem Abschuss von Flug MH-17 mieden - was allerdings mit zusätzlichen Kosten verbunden war.

(red / Titelbild: Boeing 777 von Malaysia Airlines, Symbolbild - Foto: Christian Schenkl)