Grundsätzlich ist seit dem 15. Jänner 2026 auf den Flügen aller Lufthansa-Konzern-Airlines (AUA, Lufthansa, Eurowings, SWISS, Brussels, Discover, Edelweiss, Air Dolomiti) die Benutzung und/oder das Aufladen von Powerbanks während des Fluges verboten. Außerdem dürfen maximal zwei Powerbanks pro Passagier mit genommen werden - und die müssen im Handgepäck transportiert werden, eine Aufgabe im Koffer ist aus Sicherheitsgründen untersagt.
Die Aufbewahrung an Bord ist ebenfalls klar geregelt:
- in der Tasche des Vordersitzes
- am eigenen Körper (zB in der Hosentasche, dem Jacket, etc ...)
- im Handgepäck .- allerdings nur, wenn sich das Stück unter dem Vordersitz befindet.
Definitiv verboten ist die die Unterbringung von Powerbanks in den Gepäckfächern über den Sitzen. Der Lufthansa-Konzern hat die gleichen Sicherheitsbestimmungen auch für E-Zigaretten erlassen. Überschreitet die Kapazität einer Powerbank 100 Wattstunden, darf sie grundsätzlich nur dann mitgenommen werden, wenn die Fluggesellschaft das vorab im Einzelfall genehmigt hat.
Ausnahmeregelungen gibt es lediglich für Akkus medizinischer Geräte, wobei hier im Vorfeld ebenfalls eine Abklärung mit der Airline notwendig ist. Hintergrund ist das Brandrisiko. Immer wieder fingen Powerbanks in der Vergangenheit Feuer.
"High level emergency”
Feuer und Rauch sowie schon alleine der Verdacht darauf zählen allerdings zu den gefährlichsten Zwischenfällen an Bord von Verkehrsflugzeugen und werden deshalb grundsätzlich als “High level emergency” behandelt. Eine sofortige Landung ist das Standardverfahren, sofern die Quelle des (vermuteten) Rauches nicht umgehend lokalisiert und ausgeschaltet werden kann. Flugbegleiter und Piloten haben zudem ein spezielles Training für Feuerlöschmaßnahmen an Bord von Flugzeugen absolviert. Wie gefährlich Feuer an Bord von Verkehrsflugzeugen sein kann, enthüllt ein Blick in die Statistik.

Brände an Bord forderten schon viele Menschenleben
Im Jahr 1987 verunglückte eine Boeing 747-244B Combi von South African Airways, nachdem an Bord aus bis heute ungeklärter Ursache ein Brand ausgebrochen war, alle 159 Insassen starben. Ich habe mich diesem Fall in meinem am 1. Jänner 2026 erschienen Sachbuch "Tödliches Feuer an Bord der ,Helderberg' - der mysteriöse Absturz von SAA/SAL Flug 295" ausführlich gewidmet. 1993 wäre eine MD-81 der Swissair nach einem Kabelbrand auf dem Weg von Zürich nach München beinahe abgestürzt, fünf Jahre später verunglückte dann eine MD-11 der Swissair vor Halifax - beim schwersten Unglück in der Geschichte der Schweizer Luftfahrt starben 229 Menschen. Auch in der jüngeren Vergangenheit kam es durch Feuer an Bord zu Flugzeugabstürzen, beispielsweise 2010 beim Absturz von UPS Flug 6 nahe Dubai.
Deshalb ist die wichtigste Maßnahme, alles zu unternehmen, um das Brandrisiko an Bord von Flugzeugen so gering wie möglich zu halten.
Text & Foto: Patrick Huber