Die Tecnam P2002-JF, OE-CLJ, der Salzburger Flugschule Skygate Aviation Academy war am Mittwoch, den 26. August 2026, gegen 11:24 Uhr vom Radar verschwunden. Indizien deuten darauf hin, dass der Unfall möglicherweise durch Trudeln verursacht worden sein könnte.
Gestern, Montag (31. August 2026), konnte das Wrack mit den beiden Insassen endlich aus knapp 170 Metern Tiefe geborgen werden. Seither arbeiten Experten verschiedener behördlicher Institutionen in Österreich an der Untersuchung dieses Unglücks, das zwei junge Menschen auf so tragische Art und Weise aus dem Leben gerissen hat.
Das Wrack der Tecnam P2002-JF, OE-CLJ, wurde bereits in die Räumlichkeiten der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) verbracht, wo es nun genau in Augenschein genommen wird, wie Christoph Weber, Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Wels auf Austrian Wings Anfrage bestätigte: "Das Wrack wird vom von der Staatsanwaltschaft Wels bestellten Sachverständigen gemeinsam mit der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB)/Flugunfallkommission in Wien untersucht."
Wie in solchen Fällen üblich werden die Leichen der beiden Insassen - des 24-jährigen Fluglehrers Benedikt K. und der 19-jährigen angehenden Pilotin Fiona H. - obduziert. Weber dazu: "Ein vorläufiges Ergebnis wird zeitnah im lauf der Woche erwartet das Gutachten wird sicher längere Zeit in Anspruch nehmen." Zur Sicherheit sollen auch DNA-Analysen an den Opfern vorgenommen werden, um ihre Identität zweifelsfrei bestätigen zu können.
Während die SUB für die technische Klärung der Unfallursache zuständig ist, prüft die Staatsanwaltschaft Wels, ob ein strafrechtlich relevanter Sachverhalt vorliegt. "Zur Klärung der Unfallursache und um allfälliges Fremdverschulden auszuschließen wird von der Staatsanwaltschaft Wels gegen Unbekannt wegen § 80 StGB (fahrlässige Tötung) ermittelt. Es gibt zur Zeit aber noch keinen konkreten Verdacht und handelt es sich um ein übliches Vorgehen bei tödlichen Unfällen mit unklarer Unfallursache. Wie lange diese Ermittlungen dauern kann derzeit nicht abgeschätzt werden, erfahrungsgemäß jedenfalls mehrere Monate", erklärte Staatsanwalt Weber.
Wann seitens der SUB mit einem ersten Zwischenbericht zu rechnen ist und für wann die Veröffentlichung des Abschlussberichts angepeilt wird, ist noch nicht bekannt. Eine entsprechende Anfrage an die SUB wurde seitens der Austrian Wings Redaktion gestellt.
Die internationale Zivilluftfahrtbehörde ICAO spricht als Empfehlung aus, dass eine derartige Unfalluntersuchung nach spätestens einem Jahr abgeschlossen sein sollte. In der Vergangenheit dauerte es in Österreich teilweise bis zu 18 Jahre, was der SUB deutliche und wiederholte Kritik durch den Bundesrechnungshof eingebracht hatte. Allerdings dürften sich die Rahmenbedingungen bei der SUB in der jüngeren Vergangenheit verbessert haben. Ein erster Zwischenbericht sollte innerhalb eines Monats erstellt werden.
Text: Patrick Huber