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Germanwings-Crash: Lubitz suchte "Selbstmord" und "Cockpittüre" im Netz

Flugschreiber gefunden, Daten vermutlich verwertbar

Wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf heute Nachmittag offiziell bekannt gab, wurde das bei der Durchsuchung der Wohnung des Germanwings-Piloten Andreas Lubitz sichergestellte Tablet erfolgreich ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, dass Lubitz im Netz gezielt nach Selbstmordmöglichkeiten gesucht habe.

"Der Browserverlauf war nicht gelöscht, insbesondere konnten die in der Zeit vom 16.03. bis zum 23.03.2015 mit diesem Gerät aufgerufenen Suchbegriffe nachvollzogen werden",  erklärte ein Sprecher der Behörde.

Und weiter: "Danach hat sich der Nutzer zum Einen mit medizinischen Behandlungsmethoden befasst, zum Anderen über Arten und Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung informiert. An mindestens einem Tag hat sich der Betreffende darüber hinaus über mehrere Minuten mit Suchbegriffen über Cockpittüren und deren Sicherheitsvorkehrungen auseinandergesetzt."

Flugdatenschreiber an der Absturzstelle entdeckt

Nach über einwöchiger Suche ist es den Suchmannschaften an der Unglücksstelle in den französischen Alpen gelungen, den bisher vermissten Flugdatenschreiber des abgestürzten Germanwings Airbus A320 zu finden. Das bestätigte der französische Staatsanwalt Brice Robin. Von dem Gerät erhoffen sich die Ermittler weitere Details zum Absturzhergang.

Daten können wahrscheinlich ausgelesen werden

Am Abend gaben die französischen Behörden dann bekannt, dass es der Zustand des Gerätes wahrscheinlich mache, dass die darin gespeicherten Daten erfolgreich ausgelesen werden können. Von der Nachrichtenagentur Reuters auf "Bild.de" veröffentlichte Fotos des Gerätes zeigen, dass dieses offenbar einem Aufschlagsbrand ausgesetzt war. Das Gehäuse ist vom Ruß geschwärzt.

Selbstmord des Ersten Offiziers als wahrscheinlichste Absturzursache

Nach dem bisherigen Erkenntnisstand hat First Officer Andreas Lubitz am 24. März 2015 den Germanwings Flug 9525 absichtlich zum Absturz gebracht, nachdem er den Kapitän aus dem Cockpit gesperrt hatte. Möglich wurde dies durch einen potentiell tödlichen Sicherheitsmechanismus, der nach 9/11 eingeführt wurde. Austrian Wings sowie ein niederländischer Pilot hatten wiederholt auf diese Gefahr hingewiesen, letztgenannter sogar erst vor wenigen Wochen.

(red / Mit einem solchen Schalter - hier ein Symbolbild aus dem Simulator - besiegelte der mutmaßliche Selbstmörder Andreas Lubitz das Schicksal der Menschen an Bord von Flug 4U 9525 und riss 149 Unschuldige, darunter zwei Babys, mit den in den Tod - Foto: Huber / Austrian Wings Media Crew)