Kunowitz mit seinen Flugzeugwerken - darunter LET Aircraft Industries, Hersteller der bekannten LET 410 und vieler weiterer Typen - befindet sich rund 160 Kilometer östlich von Wien. Über Lundenburg/Breclav oder Feldsberg/Valtice gelangt man mit dem Auto oder dem Motorrad in gut zwei Stunden gemütlich zum örtlichen Luftfahrtmuseum. Da die Strecke fast ausschließlich über Landstraßen führt, auf denen viel Schwerverkehr unterwegs ist, empfiehlt sich für einen Besuch ein Samstag oder Sonntag - denn da ist die Fahrt definitiv entspannter.



Die Anfänge des Museums reichen bis 1970 zurück. Zwei Mitarbeiter des Flugzeugherstellers LET Kunovice (heute LET Aircraft Industries), Jiří Marek und Alois Hráček, beschlossen, historische Flugzeuge zu erhalten. Das erste Stück war eine LET L-29 Delfin, ein einstrahliges Trainingsflugzeug. Bald gesellten sich weitere Exponate dazu. Zu dieser Zeit befand sich das Museum auf dem Firmengelände von LET. Mitte der 1980er Jahre - es waren weitere Flugzeuge zur Sammlung gestoßen - verlegte man das Museum aus Platzgründen auf ein Areal neben das Werk.



Doch LET benötigte den Platz, um zu expandieren. Deshalb wurde das Museum dem Slovácký Aeroklub unterstellt und zog im Jahr 1991 auf ein Grundstück in der Nähe des Fliegerklubs um. 2005 übertrug der Aeroklub den Betrieb des Luftfahrtmuseums dann dem Slovácký-Museum. Doch unter dessen Leitung verschlechterte sich der Zustand der Exponate unter freiem Himmel immer weiter. Im Jahr 2012 gründeten ehemalige Museums-Mitarbeiter und Piloten des Slovacky Aeroklub deshalb auf eigene Faust, die Initiative "Rettet das Luftfahrtmuseum" ins Leben zu rufen. Sie führten unter anderem in Eigenregie Reinigungsarbeiten an den Flugzeugen durch.



2015 kann dann als Geburtsstunde des "heutigen" Luftfahrtmuseums Kunowitz gelten. Der Vertrag mit dem Slovacke Museum wurde aufgelöst und der örtliche Aeroklub übernahm wieder die Agenden beim Museum. Von da an ging es wieder bergauf. Im Jahr 2016 startete das Museum eine Spendenaktion zur Rettung einer ehemaligen Regierungs Tu-154, die tatsächlich nach Kunowitz transportiert und 2018 dort ausgestellt werden konnte.



Zu den Exponaten gehörten unter anderem
- C-11
- Ae-45
- L-200
- L-410 (einschließlich eines Protoypen)
- L-610
- L-13 Blanik (berühmtes Segelflugzeug)
- Z-37 (einschließlich des Prototyps TM mit Turbine)
- Z-126
- L-29 Delfin
- L-39 Albatros
- Il-14 (mehrere Versionen)
- Yak-40
- Tu-154
- MiG-15
- MiG-19
- MiG-21
- MiG-23
- Su-7
- Mi-4
Außerdem gibt es vor Ort ein kleines Restaurant und einen Kinderspielplatz. Mehrere Exponate - etwa eine IL-14 in VIP-Ausführung und die ehemalige Tu-154 der tschechischen Regierung - können auch von innen besichtigt werden.




Klein, aber fein - das beschreibt dieses Museums sehr treffend. Nach einem Besuch kann man sich bei typisch tschechischer Küche in zahlreichen Gasthäusern in der Umgebung für die Heimreise stärken. Achtung, in Tschechien gelten 0,0 Promille für Kraftfahrer und die tschechische Polizei ist bekannt dafür, auch bei Touristen keinerlei Nachricht zu üben.































































Weitere Informationen, Öffnungszeiten und Preise gibt es auf der Homepage des Museums.
Text & Fotos: Patrick Huber