Reportagen –

Der Anschlag auf EL AL Flug 253 in Athen - arabisch-palästinensischer Terror gegen Israel

Die nach dem palästinensischen Terroranschlag schwer beschädigte Maschine auf dem Flughafen von Athen, Symbolbild - Foto: Archiv

Seit dem versuchten Völkermord der palästinensischen Islamistenorganisation Hamas an Israelis am 7. Oktober 2023 explodiert weltweit der Judenhass, den unter anderem auch linksextreme Kreise (als nützliche Idioten der Islamisten) mit gezielter Anti-Israel-Propaganda auf Social Media schüren. Dabei gerät schnell in Vergessenheit, dass arabisch-palästinensischer Terror gegen Israel schon seit Jahrzehnten existiert. Er ist keine "Erfindung" des 7. Oktober 2023. Ziel dieses Terrors war immer wieder auch die Fluggesellschaft EL AL - unter anderem am 26. Dezember 1968 auf dem Flughafen Athen. Ein Mensch starb damals. Das ist die Geschichte einer in der westlichen Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Tragödie.

EL AL Flug 253 wurde an diesem Tag von der Boeing 707-358B mit dem Kennzeichen 4X-ATR (MSN 19004/LN 459) durchgeführt. Der elegante Vierstrahler aus dem Hause Boeing, an EL AL ausgeliefert im Jänner 1966, befand sich auf dem Weg von Tel Aviv nach New York und hatte in Athen einen Zwischenstopp eingelegt. Dort wurde die Maschine betankt und für den Weiterflug vorbereitet. Als die 707 mit 41 Passagieren und 10 Besatzungsmitgliedern an Bord losrollte wollte, näherten sich ihr zwei Araber, die vom Transitbereich das Vorfeld betreten hatten. Einer der Männer - beide gehörten zur arabisch-palästinensischen Terrororganisation PFLP, die bis heute im Libanon aktiv ist, - zog eine Maschinenpistole aus einer Reisetasche und eröffnete das Feuer auf das israelische Passagierflugzeug. Der Rumpf der Boeing 707 wurde dabei regelrecht zersiebt. Israelische Quellen sprachen von mindestens 80 abgegebenen Schüssen. Der zweite palästinensische Terrorist warf mehrere Handgranaten in Richtung der Triebwerke - wohl mit dem Ziel, die Treibstofftanks zur Explosion zu bringen, was zum Glück nicht gelang.

Von den 41 Passagieren an Bord wurde der israelische Ingenieur Leon Shirdan, 50, getötet, zwei weitere Personen erlitten Verletzungen, darunter eine Flugbegleiterin. Leon Shirdan hinterließ seine Ehefrau und seine damals 15-jährige Tochter.

Die Besatzung leitete eine Evakuierung des Flugzeuges ein, die Insassen liefen über das Vorfeld davon. Auch die beiden palästinensischen Terroristen ergriffen die Flucht als die griechische Polizei anrückte. Auch davor, die griechischen Einsatzkräfte eiskalt zu beschießen, schreckten die gewaltbereiten Araber nicht zurück. Am Ende konnten beide Terroristen festgenommen werden. Es handelte sich um Naheb Suleiman, 19, und Mahmoud M. Mohammad, 25. 

Während sich die Spur von Suleiman heute nicht mehr nachvollziehen lässt, ist bekannt, dass Mohammad von einem griechischen Gericht zu 17 Jahren Haft verurteilt wurde. Er kam jedoch schon kurz darauf wieder frei, nachdem andere arabische Terroristen ein griechisches Verkehrsflugzeug entführt hatten, und die griechische Regierung erpressten. In den 1980ern Jahren gelang es dem palästinensischen Mörder, mit Frau und Kindern nach Kanada auszuwandern, ohne dass seine Tat dort bekannt wurde. Als die dortigen Behörden später von seiner terroristischen Vergangenheit erfuhren, wollten sie ihn in den Libanon abschieben. Doch Mohammad spielte die "Flüchtlings-Karte" aus und verzögerte so seine Abschiebung 26 Jahre lang! Erst 2013 wurde er in den Libanon abgeschoben, wo er 2015 verstarb.

Als unmittelbare Reaktion auf den Terroranschlag der beiden Palästinenser führten israelische Kommandos in der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember 1968 eine Spezialmission auf dem Flughafen Beirut durch. Dort zerstörten sie 12 Passagierflugzeuge der libanesischen Middle East Airlines (MEA) beziehungsweise der Lebanese International Airways und zwei Frachtflugzeuge der Trans Mediterranean Airways (TMA). Menschen kamen bei dem israelischen Vergeltungsschlag nicht zu Schaden. Denn Israel als rechtsstaatliche Demokratie nimmt selbst im Kampf größtmögliche Rücksicht auf Unbeteiligte, wenngleich sich zivile Opfer leider nicht immer vollständig vermeiden lassen.

Die schwer beschädigte EL AL Boeing 707-358B, 4X-ATR, wurde nach dem Anschlag repariert und flog noch bis in die 1980er Jahre bei EL AL. Sie wurde erst am 15. April 1988 aus dem israelischen Luftfahrzeugregister gestrichen. Ab 1989 diente sie in den USA als Ersatzteilspender für die KC-135-Tankerflotte der US-Luftwaffe. Ihre Überreste wurden schließlich in Arizona verschrottet.

(CvD, PH)