Österreich –

Sicherheit aus der Luft: Die Flugpolizei am Flughafen Klagenfurt

Das Team der der Flugpolizei am Flughafen Klagenfurt - Foto: ZVg / KLU

Die Waldbrandsaison geht zu Ende, und sie war für die Flugpolizei in Kärnten außergewöhnlich fordernd: Die Flugeinsatzstelle des Bundesministeriums für Inneres (BMI) am Flughafen Klagenfurt verzeichnete heuer deutlich mehr Waldbrandeinsätzen als im Vorjahr. Rund um die Uhr einsatzbereit und in etwa fünf Minuten in der Luft, fliegt das Team im Schnitt drei Einsätze pro Tag – von sicherheitspolizeilichen Aufgaben über Such- und Rettungseinsätze bis zur Bewältigung von Naturkatastrophen.

„Unsere Aufgaben sind sehr vielfältig. Neben sicherheitspolizeilichen Einsätzen unterstützen wir auch bei Katastrophen und Elementarereignissen im Rahmen der Ersten Allgemeinen Hilfeleistungspflicht gemäß Sicherheitspolizeigesetz. Dazu zählen beispielsweise Waldbrandbekämpfung sowie Lawinen- und Hochwassereinsätze“, erklärt Josef Samonig, Leiter der Flugeinsatzstelle Klagenfurt.

Gerade die Waldbrandbekämpfung hat in diesem Jahr deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Zahl der entsprechenden Einsätze ist gegenüber dem Vorjahr um rund 400 Prozent gestiegen. Auch der große Waldbrand im Lesachtal stellte die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Insgesamt verzeichnet die Flugeinsatzstelle im Schnitt rund drei Einsätze pro Tag. Im Einsatzfall können die Teams innerhalb von etwa fünf Minuten starten – der Dienstbetrieb läuft rund um die Uhr. 

Standort mit Reichweite
Der Flughafen Klagenfurt ist neben Wiener Neustadt und Salzburg einer von drei Schwerpunktstandorten der Flugpolizei in Österreich. Hier sind dauerhaft zwei BMI-Hubschrauber der Typen AS350 B3 und EC135 stationiert. Bei größeren Einsatzlagen können zusätzliche Maschinen aus anderen Bundesländern hinzugezogen werden.

Der Flughafen Klagenfurt bietet der Flugeinsatzstelle die Infrastruktur eines Verkehrsflughafens: Bodeneinrichtungen, Flugsicherung und Instrumentenlandesystem (ILS) ermöglichen sichere Starts und Landungen auch bei eingeschränkter Sicht. Hinzu kommt die Lage: Von Klagenfurt aus sind die alpinen Einsatzgebiete Kärntens rasch erreichbar. Darüber hinaus unterstützt die Flugeinsatzstelle bei Bedarf Einsätze in anderen Bundesländern und über Anforderung der EU an das BMI grenzüberschreitend, beispielsweise bei der großen Waldbrandbekämpfung im Jahr 2022 in Nova Gorica/ Slowenien. 

Wichtiger Partner für die Sicherheit
Für den Flughafen Klagenfurt ist die Flugeinsatzstelle ein zentraler Partner und wichtiger Teil der Infrastruktur. 

„Die Flugeinsatzstelle ist ein Beispiel dafür, wie wichtig der Flughafen Klagenfurt nicht nur für Wirtschaft und Tourismus, sondern vor allem auch für die Sicherheit der Bevölkerung ist. Gerade in Notfällen, die für die Flugeinsatzstelle des BMI an der Tagesordnung sind, hat der Flughafen Klagenfurt eine zentrale Rolle als kritische Verkehrsinfrastruktur in unserem Bundesland,“ so Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber. 

Hochspezialisiertes Team – Nachwuchspiloten trainieren in Kärnten
Zum Team gehören sieben Piloten und 14 Flight/FLIR Operatoren. Letztere sind Flugretter und ausgebildete Polizei-Bergführer und verfügen damit über besondere Qualifikationen für Einsätze im alpinen Gelände.

Der Dienstbeginn fängt mit der Herstellung der Einsatzbereitschaft an. Dazu zählen neben der Tageskontrolle des Hubschraubers die Wettervorbereitung, die Weight & Balance Berechnungen sowie Briefings mit der Tagescrew und weitere administrative Tätigkeiten. 

Der Weg zum Flugpolizeipiloten beginnt mit der Ausbildung zum Polizisten. Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren folgt eine rund drei- bis vierjährige Ausbildung. Derzeit absolvieren fünf angehende Piloten ihre weitere Ausbildung am Standort Klagenfurt und trainieren unter anderem Außenlandungen im hochalpinen Gelände.

„Von rund 32.500 Exekutivbediensteten in Österreich sind nur rund 42 als Hubschrauberpiloten, davon 2 Pilotinnen, tätig. Dazu kommen derzeit fünf Piloten in Ausbildung. Das zeigt, wie spezialisiert diese Tätigkeit ist und welchen Stellenwert eine umfassende Ausbildung und laufendes Training haben“, erklärt Samonig. 

Zusammenarbeit im Ernstfall
Bei den Einsätzen ist die Zusammenarbeit mit der Landespolizeidirektion Kärnten sowie mit den anderen Blaulichtorganisationen, Behörden und Bedarfsträgern entscheidend. Feuerwehr, Bergrettung, Wasserrettung, Rotes Kreuz und weitere Einsatzorganisationen arbeiten regelmäßig mit der Flugpolizei zusammen.

Gerade im alpinen Gelände sind die Bedingungen oft herausfordernd: schnell wechselndes Wetter, Wind, schwieriges Terrain und eingeschränkte Sicht erfordern Erfahrung, Präzision und eine sehr gute Vorbereitung.

„Unsere Einsätze finden oft unter anspruchsvollen Bedingungen statt und verlangen rasche Entscheidungen, hohe fliegerische Präzision und großes Verantwortungsbewusstsein. Gleichzeitig muss jeder Handgriff im Team sitzen. Genau diese Kombination aus Können, Verantwortung und Teamarbeit macht die Tätigkeit für mich so besonders“, so Samonig.

Die enge Zusammenarbeit von Flughafen, Flugpolizei und den weiteren Einsatzorganisationen schafft wichtige Voraussetzungen dafür, dass in Kärnten und darüber hinaus auch bei außergewöhnlichen Ereignissen schnell und professionell geholfen werden kann.

(red / KLU)