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Attersee-Absturz: Am Samstag nehmen Freunde und Familie Abschied von Fiona (19)

Symbolbild

Sie liebte das Reisen und das Fliegen, wollte nichts anderes als Berufspilotin werden. Doch schon in einer ihrer ersten Flugstunden wurde die 19-jährige Fiona H. (sie stammte aus einer Gemeinde nordwestlich von Münster) jäh aus dem Leben gerissen. Gemeinsam mit ihrem Fluglehrer Benedikt K. (24) stürzte die junge Frau am 26. August dieses Jahres in Österreich in den Tod. Am Freitag verabschieden Familie und Freunde Fiona H. in der Pfarrkirche ihrer Heimatgemeinde.

Die Tecnam P2002-JF, OE-CLJ, der Salzburger Flugschule Skygate Aviation Academy war am Mittwoch, den 26. August 2026, gegen 11:24 Uhr vom Radar verschwunden. Indizien deuten darauf hin, dass der Unfall möglicherweise durch Trudeln verursacht worden sein könnte (bei der Vorgänger-Flugschule BFS hatte es im Jahr 2010 einen tödlichen Absturz gegeben, der einige Parallelen zum Attersee-Unglück aufweist). Am Montag, 31. August 2026, konnte das Wrack mit den beiden Insassen - Fluglehrer Benedikt K. (24) und Pilotenanwärterin Fiona H. (19) - endlich aus knapp 170 Metern Tiefe geborgen werden. Seither arbeiten Experten der Staatsanwaltschaft Wels und der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes an der Untersuchung dieses Unglücks, das zwei junge Menschen auf so tragische Art und Weise aus dem Leben gerissen hat. Ein Abschlussbericht wird innerhalb eines Jahres erwartet.

Indes trauern Freunde und Familie um die beiden Opfer. Mit einem feierlichen Gedenkgottesdienst am Samstag, 12. September 2026, 10:30 Uhr, verabschieden Familie und Freunde Fiona H. in ihrer Heimatgemeinde. Anschließend wird die 19-Jährige im Familiengrab zur letzten Ruhe gebettet.

"Du warst voller Leben, voller Neugier und Freude. Du hast so viel gesehen, so viel erlebt und bist  Deinem Traum vom Fliegen gefolgt. Und vielleicht bist Du uns jetzt dort ganz nah, wo Du Dich immer so frei gefühlt hast - im Himmel."
Aus der Traueranzeige der Familie für Fiona H.

Fiona H. wurde am 28. November 2006 geboren und begeisterte sich früh für das Reisen und Fliegen.So machte sie ein Praktikum in einem deutschen Reisebüro und wurde als 15-Jährige schon Aushilfe und damit Teil des Teams. Das war 2022. Damals schrieb die Teenagerin enthusiastisch auf Social Media: "Von klein auf habe ich schon eine Vorliebe für das Reisen entwickelt und habe daher auch schon einige Länder gesehen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt durfte ich Spanien, Griechenland, Frankreich, Österreich, England und Dänemark sehen und bald geht es für mich nach Portugal und Norwegen. Ob Städtetrips, Strand- oder Wanderurlaub, mit diesen Arten des Reisens kann man mich immer begeistern. Meine Lieblingsreiseziele sind die griechischen Inseln, von denen ich schon Kos, Kreta und Rhodos besuchen durfte. Aber dennoch stehen noch einige auf meiner Liste."

Auch ihren Traum, Pilotin zu werden äußerte sie zielstrebig und mit für dieses Alter ungewöhnlicher Reife.

"Passend zu meiner Begeisterung für das Reisen, ist es mein Traum später einmal Pilotin zu werden. Bei diesem Beruf trägt man neben sehr großer Verantwortung für viele Menschen auch immer ein Freiheitsgefühl mit sich, vor allem wenn man hoch über den Wolken die Aussicht genießt. Außerdem ist man immer unterwegs und entdeckt viele neue Orte und Kulturen."
Fiona H. (†) im Alter von 15 Jahren 

Ihr Posting damals schloss sie mit den Worten: "Ich (...) bin gespannt, was die Zukunft bringt."

Mit 19 Jahren wollte sie dann bei der Skygate Aviation Academy in Salzburg ihren großen Traum vom Fliegen verwirklichen. Doch schon von einem ihrer ersten Schulungsflüge sollte Fiona nicht mehr zurückkehren.

Ihr Schulflugzeug, die Tecnam P2002-JF, OE-CLJ, stürzte am 26. August dieses Jahres - vermutlich trudelnd - in den Attersee. Nachwuchspilotin Fiona H. und ihr nur wenige Jahre älterer Ausbilder Benedikt K. starben beim Aufprall.

Im Internet erinnern Freunde und Wegbegleiter an Fiona H. - so schreibt etwa Hanna:

"Fiona, Der Schock sitzt noch so tief, ich möchte es nicht glauben. Du warst mein Lieblingsmensch & wirst es auch immer bleiben. Ich bin unfassbar dankbar dich meine beste Freundin nennen zu dürfen und hoffe, dass du deine positive Einstellung & tolle Ausstrahlung beibehältst, wo auch immer du sein magst. Du hast, bis wir uns wieder sehen, einen ganz großen Platz in meinem Herzen, ich nehme dich immer mi. Der Himmel war dein Traum, nun ist er dein Zuhause."

Auch Svenja drückt ihre Fassungslosigkeit aus:

"Liebe Fiona, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Es tut mir so unendlich leid, dass dein Weg so früh und plötzlich geendet hat. Es fällt mir immer noch schwer zu begreifen, was eigentlich passiert ist. Du bist mir in der Zeit, in der du hier gewohnt hast und vor allem in den letzten Wochen, sehr ans Herz gewachsen. Ich bin dankbar für jeden Moment, den ich mit dir teilen durfte und jeden deiner Träume, die du mit mir geteilt hast. Es war so schön, dir dabei zuzuhören, wie du davon erzählst und deine Augen dabei aufleuchten zu sehen. Du warst immer so motiviert und positiv. Es ist unfassbar, wie viele Kleinigkeiten im Alltag mich doch an dich erinnern. Ich weiß, dass fliegen dein großer Traum war und ich hoffe, du kannst diesen Traum nun leben. Für mich warst du bereits die beste Pilotin der Welt. Liebe Familie, ich wünsche euch ganz viel Kraft in der jetzigen Zeit "

Am Samstag tritt Fiona nun ihren allerletzten Flug an - in die Unendlichkeit.

Text: Patrick Huber