Reportagen

Airpower 05

Nach 4 Jahren Pause findet am 26. und 27. Juni in Zeltweg wieder eine "Airpower" statt. Doch was genau ist das eigentlich? Unsere Fotoreportage von der Airpower05 gibt die Antwort auf diese Frage - eine spannende Flugschau, die ihresgleichen sucht!

250.000 Besucher bestaunten die Darbietungen der Luftfahrtzeuge bei der Airpower05 - Foto: Johann Janschitz

Seit dem Jahr 1997 Jahre findet am Fliegerhorst Zeltweg-Hinterstoisser in regelmäßigen Zeitabständen – bis 2005 alle 2 Jahre – eine Flugveranstaltung der Superlative statt – die sogenannte "Airpower".

Den Kinderschuhen mittlerweile entwachsen, hat sich die Airpower zur größten Flugschau Kontinentaleuropas entwickelt.

Im Jahr 2005 fand die Airpower05 nach achtmonatiger Vorbereitungszeit am 24. und 25. Juni 2005 statt. Wie bereits 2003 war auch in diesem Jahr der Hauptsponsor der Veranstaltung der Salzburger Getränkehersteller Red Bull, der auch mit seiner Oldtimerflotte, den "Flying Bulls", vor Ort deutliche Präsenz zeigte.

Das "Team 2000" betreibt mehrere Saab Safir, die früher beim Bundesheer im Einsatz standen

Sie stellten das größte Kontingent an Luftfahrzeugen ziviler Teilnehmer und waren u.a. mit einer Chance Vought F4U4 Corsair, einer North American T28B Trojan, einer Douglas DC 6 und einer North American B 25J Mitchell vertreten, die allesamt auch im Flug zu bewundern waren.

Mehr als 20.000 Arbeitsstunden wurden in die Restaurierung dieser B 25J "Mitchell" gesteckt

Das Österreichische Bundesheer hatte nicht nur weite Teile der Organisation der Veranstaltung übernommen, in deren Rahmen u.a. auch die medizinische Versorgung der Besucher sichergestellt wurde, sondern nutzte auch die Gelegenheit, sich mit zahlreichen Informationsständen und Leistungsschauen der Bevölkerung zu präsentieren.

Neben vielen anderen Fluggeräten wurde auch der Stolz der Hubschrauberflotte unseres Heeres, der Sikorsky Black Hawk vorgeführt. An beiden Tagen zusammen, besuchten rund 250.000 Interessierte aus aller Welt diese Veranstaltung, was dazu führte, dass es besonders am Samstag zu starken Staus kam. Wartezeiten von mehreren Stunden mussten einkalkuliert werden.

Wirtschaftlich ist das Land Steiermark, einer der Veranstalter, sehr zufrieden mit der
Aipower, bei der es – im Gegensatz zu den Flugmessen in Wiener Neustadt 1993, 1994 1995 und 1997 – seit jeher freien Eintritt gibt! Alleine am Freitag, besuchten 80.000 Menschen die Flugschau – das waren um 10.000 mehr als noch im Jahr 2003! Insgesamt nahmen an der diesjährigen Airpower 230 Fluggeräte aus 60 Nationen teil, 160 davon konnten während der Flugvorführungen auch in der Luft bewundert werden. Alleine das Österreichische Bundesheer präsentierte 42 Flugzeuge – aus 50 Jahren – in der Luft und weitere 21 im so genannten „Static Display“ am Boden.

Beeindruckende Flugvorführungen prägten das Bild - Quelle: Youtube

Außerdem gab es zusätzlich noch 17 Fluggeräte des Bundesheeres der letzten 50 Jahre in der am Fliegerhorst angesiedelten Sonderausstellung „Sammlung 2005“, zu bestaunen. Diese Ausstellung, die ursprünglich nur bis 2. Oktober 05 laufen sollte, ist nach wie vor zu besichtigen und wurde mittlerweile um zahlreiche Exponate wie beispielsweise den legendären „Ostarrichi“ Draken ergänzt und ist immer einen Besuch wert.

Freitag, 24. Juni 2005

Zwar waren die meisten Teilnehmer schon in den Tagen zuvor angereist, offiziell begann die Airpower 05 am 24. Juni 2005. Der Einlass für die Besucher begann ab 7 Uhr, wobei die Zufahrt zu den Parkplätzen von Gendarmerie (ja, die gab’s damals noch) und Bundesheer geregelt wurde. Klappte dies in der Früh noch ganz gut, musste man sich bereits ab Vormittag auf längere Wartezeiten bei der Zufahrt zur Flugschau einstellen. Noch vor der offiziellen Eröffnung der Airshow konnte man die DC 6 der Flying Bulls sowie die Ankunft eines KC 135R Stratotankers der USAFE (United States Air Force Europe), einer militärischen Version der legendären Boeing 707, ausgestattet mit modernen CFM 56 Triebwerken, bewundern.

Die Flying Bulls betreiben die einzig zivilen Alpha Jets in Europa

Die offizielle Eröffnung fand um 9 Uhr durch eine Formation von einem Alpha Jet der Flying Bulls, sechs Saab J 105OE und vier F5 Tiger der österreichischen Luftstreitkräfte statt (die damals im Rahmen eines Leasingabkommens mit der Schweiz in Österreich bis zum Eintreffen des Eurofighters Dienst taten), welche eine atemberaubende 15minütige Darbietung flogen. Unmittelbar im Anschluss daran folgten 3 Aloutte III Hubschrauber des Heeres, welche eine europäische, eine österreichische und eine steirische Flagge am applaudierenden Publikum vorbeischleppten.

Nach dieser offiziellen Eröffnung folgten den ganzen Tag über weitere F lugvorführungen, u.a. von einer ungarischen MiG 29, einer F18 der Schweizer Luftwaffe und 2 Alpha Jets der Patrouille de France. Besondere "Schmankerl" der Air-Displays waren jedoch sicherlich das Display der weltweit einzigen noch existierenden "Sea Vixen" der "Flying Bulls" und der Messerschmitt Me 109, die kurz nach der Airpower durch eine Bruchlandung schwer beschädigt wurde.

Filmstar: diese Maschine spielte im Filmklassiker "Luftschlacht um England" mit

Die Me 109 ist das meistgebaute Jagdflugzeug der Welt, über 35.000 Exemplare wurden von ihr hergestellt, unzählige davon in Wiener Neustadt. Nur eine handvoll flugfähiger Exemplare gibt es auf der ganzen Welt. Die von Flugkapitän Heinz vorgeführte Maschine war übrigens ein richtiger Filmstar – 1968 spielte sie in dem Film "Luftschlacht um England" mit. Ebenfalls äußerst beeindruckend war die Darbietung der einzigen flugfähigen Lockheed Super Constellation in Europa, die aus der Schweiz angereist war und auch auf dem Boden eine tolle Figur machte und dabei ein wahrer Publikumsmagnet war.

Weltweit fliegen nur noch eine handvoll Lockheed Constellation

Trotz internationaler Beteiligung, so waren etwa die britischen "Red Arrows" und die italienischen "Frecce Tricolori" zugegen, war der Höhepunkt der Displays – zumindest für die Österreicher – zweifelsohne die Sechser-Formation der Saab J 35OE Draken, die am Nachmittag eine beeindruckende Vorführung flog.

Schließlich wurde der Draken im Rahmen der Airpower das allerletzte Mal der Öffentlichkeit vorgeführt – Ende des Jahres wurde er nach einem kurzen Auftritt am Nationalfeiertag 2005 endgültig außer Dienst gestellt.

Während die Drakenpiloten dem Publikum ihr Können vorführten, erklang aus den Lautsprechern "Time to say goodbye" und als die Draken nach dem Programm am Publikum vorbeirollten, winkte das Publikum "seinen" Drakenpiloten zu. Das waren bewegende Momente, nicht nur für die Piloten, für die es in Kürze Abschied nehmen von "ihrem" Flugzeug heißt!

Zu den Klängen von "It's time to say good bye" boten die österreichischen Drachen der Öffentlichkeit eine Darbietung ihrer Leistungsfähigkeit

Zwischen den Flugvorführungen gab es interessante Gespräche mit den sehr auskunftsfreudigen Besatzungen der angereisten Maschinen. Der Spruch "Fliegen verbindet – Menschen – Länder – Kontinente" hat sich wieder einmal bewahrheitet!

Besonderer Dank sei an dieser Stelle der freundlichen Crew der rumänischen MiG 21 ausgesprochen, die aus Klausenburg (Cluj) angereist war sowie der Besatzung der Breitling Super Constellation.

Der 25.Juni

Am 02. Tag gab es eine Überraschung, als ein Airbus A300B4-600ST „Beluga“ unangekündigt in Zeltweg einschwebte und umgehend zum Publikumsmagneten wurde.

Die deutsche Luftwaffe entsandte neben der Phantom auch einen Tornado

Ansonsten wurde auch an diesem Tag ein ansprechendes Kunstflugprogramm geboten, unter anderem von der „Patrulla Aquila“ aus Spanien, den berühmten Frecce Triccolori aus Italien und der Patrouille de France, um nur einige zu nennen.

Fazit

Wie bereits in den Jahren zuvor, konnte auch die Airpower 2005 als voller Erfolg bezeichnet werden. Das vielgeschmähte österreichische Bundesheer zeigte auf beeindruckende Weise seine Leistungsfähigkeit in vielen Bereichen, von der Organisation einer Großveranstaltung über die medizinische Versorgung der Besucher bis hin zur fachkundigen Betreuung der zahlreichen internationalen Journalisten. Für österreichische Luftfahrtfans dürfte der Abschied von der Airpower 05 besonders schwergefallen sein – denn die Draken der österreichischen Luftstreitkräfte wurden wenige Monate danach außer Dienst gestellt.

2005 noch als Modell, 2009 bereits im Dienst des Österreichischen Bundesheeres - der Eurofighter

Auf der Airpower09 wird dann neben den altgedienten Saab 105 wohl bereits der Eurofighter zu bewundern sein.

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Links:

Airpower09

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Österr. Bundesheer

Text & Fotos (sofern nicht anders angegeben) : P. R.