Reportagen

Fotoreportage Airpower09

Letzte Aktualisierung: 11. September 2010 / Video eingefügt

Für den in Zeltweg stationierten und bei der Airpower09 erstmals öffentlich präsentierten Eurofighter wurde ein neuer Gebäudekomplex samt Tower errichtet - Foto: P. Radosta / Austrian Wings

Nach 4jähriger (Zwangs-) Pause fand von 26. bis 27. Juni 2009 am steirischen Fliegerhorst Zeltweg Hinterstoisser wieder die legendäre „Airpower“, Europas größte Flugschau statt. Austrian Wings war für sie dabei.

Die erste „Airpower“ fand in Zeltweg bereits 1997 statt, bis 2005 folgten regelmäßige Veranstaltungen, danach setzte eine vierjährige Pause ein. Die diesjährige „Airpower“ wurde von den Fans, den Spottern, aber auch tausenden Schaulustigen, dankend angenommen, waren sie doch alle diesbezüglich „ausgehungert“, denn in Österreich ist die „Airpower“ die einzige Luftfahrtveranstaltung dieser Größenordnung.

Fast 300.000 Besucher bedeuteten für die Region eine Wertschöpfung von etwa 15 Millionen Euro; im Bild zu sehen eine KC 135 der US-Streitkräfte sowie eine E3 Sentry der NATO; bei beiden Maschinen handelt es sich um militärische Versionen der Boeing 707 - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Die Kosten in Höhe von rund 3 Millionen Euro wurden zu je einem Drittel vom Land Steiermark, dem Österreichischen Bundesheer und Red Bull getragen. Dem gegenüber stand eine geschätzte Wertschöpfung von rund 15 Millionen Euro für den örtlichen Tourismus.

Wie bereits in den vergangenen Jahren trug Red Bull nicht nur einen Teil der Kosten, sondern beteiligte sich auch mit dem größten zivilen Kontingent an Luftfahrtzeugen bei der Airpower. Neben der Boeing Stearman (OE-AMM), waren die Salzburger auch mit ihrer DC 6 (N996DM), der B25J Mitchell (N6123C), einer Bell Cobra, dem Alpha Jet, der F4U-4 Corsair (OE-EAS) und dem jüngsten Kind der „Flying Bulls“, der P38 „Lightning“ (N25Y) in Zeltweg vertreten, die ihren ersten öffentlichen Auftritt auf der „Airpower“ hatte.

P38 "Lightning" der Flying Bulls - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Diese DC 6 beförderte einst den jugoslawischen Staatschef Marschall Tito, eine historisch bis heute umstrittene Figur, zeichnete er doch für zahlreiche Kriegsverbrechen der jugoslawischen Partisanen im Zweiten Weltkrieg verantwortlich - Foto: R. Reiner / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Auch zahlreiche Institutionen wie die HTL für Flugtechnik in Eisenstadt, die Firma Schiebel oder die Salzburger Flugschule BFS nutzten die „Airpower“ um sich an Informationsständen entsprechend zu präsentieren.

An verschiedenen Informationsständen konnten sich interessierte Besucher informieren - Foto: P. Radosta / Austrian Wings

Die Firma Schiebel stellte ihre neueste Drohnenentwicklung aus - Foto: P. Radosta / Austrian Wings

Insgesamt nahmen 173 Fluggeräte aus 19 Nationen an der Airpower09 teil und boten fast 20 Stunden Flugprogramm. Darüber hinaus konnten die fast 300.000 Besucher an beiden Tagen die Luftfahrzeuge am Boden von außen und teilweise von innen besichtigen. Besonders familienfreundlich war der Umstand, dass die „Airpower“ auch dieses Jahr wieder freien Eintritt bot. Für ausgewiesene „Spotter“ gab es die Möglichkeit, kostenpflichtige „Spotterpackages“ zu erwerben und sich damit besonders gute Fotopositionen zu sichern. Laut Angaben der Veranstaltern machen insgesamt 550 „Spotter“ aus 17 Ländern von dieser Möglichkeit Gebrauch, dazu kamen noch 144 akkreditierte Journalisten aus 13 Nationen.

Die Airpower09 bot ein beeindruckendes Flugprogramm - Video: Austrian Wings

Neben der eigentlichen Veranstaltung, hatten die Besucher auch die Möglichkeit, die „Sammlung Luftstreitkräfte“, die im Hangar 8 des Fliegerhorstes (nicht zu verwechseln mit dem Wartungshangar der Flying Bulls in Salzburg) untergebracht ist, kostenlos zu besichtigen.

Die "Sammlung Luftstreitkräfte" in Zeltweg ist immer einen Besuch wert - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Neben dem insgesamt 5 Draken (in einem davon können Besucher selbst Platz nehmen), darunter auch der „Ostarrichi Draken“ sowie der letzte österreichische Drake mit „Dragon Knight“ Bemalung, bietet das Museum einen umfassenden Überblick über die Geschichte und Entwicklung der österreichischen Luftstreitkräfte. Auch eine der beiden kürzlich außer Dienst gestellten Short Skyvan konnte für das Museum erhalten werden.

Rund 1.000 Personen sorgten seitens der Veranstalter für einen reibungslosen Ablauf der „Airpower09“, 180 Ärzte und Sanitäter waren im Einsatz, hatten jedoch nur kleinere Verletzungen und Kreislaufprobleme zu versorgen.

Während sich das Wetter am Freitag von seiner besten Seite zeigte und immerhin knapp 100.000 Besucher anlockte (im Jahr 2005 wurden 60.000 gezählt), hatten die Schaulustigen am Samstag weniger Glück. Es war stark bewölkt, und die Veranstaltung wurde immer wieder von heftigen Regenschauern unterbrochen.

Das Flugprogramm war an beiden Tagen nahezu ident und begann mit der Eröffnung durch 3 Saab 105 des Bundesheeres und einen 1 Alpha Jet der Flying Bulls. Anschließend erfolgte der so genannte „Fahnenflug“ mit Hubschraubern des Heeres und der einzig zivilen Cobra in Österreich. Danach zeigten die Piloten verschiedener ziviler „Experimentals“ ihr Können und das ihrer Fluggeräte, bevor sich historisches (Saab Safir) und aktuelles Fluggerät (Pilatus PC 7) des Bundesheeres in die Lüfte erhob, gefolgt von einer Augusta 109 und Saab 105.

Die rund 40 Jahre alten Saab 105 unterstützen die Eurofighter bei der Luftraumüberwachung - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Besondere Aufmerksamkeit erregte die F 16 „Fighting Falcon“ der niederländischen Luftstreitkräfte in ihrer auffälligen Bemalung.

 

F 16 der niederländischen Luftstreitkräfte - Fotos: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf die Bilder

Weitere Höhepunkte waren die Vorführung eines Eurofighter Alarmstars mit anschließendem Landezwang einer Hercules sowie das Programm der türkischen Kunstflugstaffel „Turkish Stars“.

Turkish Stars während der Vorführung - Foto: R. Reiner / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Außerdem demonstrierten Flächenflugzeuge und Hubschrauber des Bundesheeres ihre Fähigkeiten im Außenlasttransport und Löscheinsatz.

Aloutte III im Löscheinsatz - Foto. P. Radosta / Austrian Wings

Liebhaber historischer Fluggeräte kamen am Nachmittag auf ihre Kosten - neben einer Bleriot (1908) und einem Fokker Dr. 1 Dreidecker (1917) boten die B 25J Mitchell und die Corsair der Flying Bulls aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges ein beeindruckendes Flugprogramm. Gleich zwei Amphibienflugzeuge konnten ebenfalls nicht nur am Boden sondern auch im Flug bewundert werden - die PBY Catalina und das weltweit letzte flugfähige Exemplar der Dornier Do 24, wenngleich sich diese Maschine auch in einem stark modifiziertem Zustand befindet.

Die PBY ist ein amphibischises Seekampf- und Aufklärungsflugzeug aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Auf eindrucksvolle Art und Weise demonstrierte der Pilot dieser Bleriot die Eigenstabilität seines Fluggerätes - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Dornier Do 24, geflogen von Irene Dornier, dem Enkel des Konstrukteurs Claude Dornier - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Für den Autor dieser Zeilen, wie vermutlich ebenso für zahlreiche andere Besucher der „Airpower09“ waren jedoch zwei Fluggeräte der absolute Höhepunkt - die Messerschmitt Me 109 „Rote Sieben“ sowie die P 38 „Lightning“ der Flying Bulls, die in Zeltweg erstmals öffentlich im Flug präsentiert wurde.

Die Messerschmitt Me 109 wurde rund 35.000 mal gefertigt und ist damit das am häufigsten produzierte Jagdflugzeug der Welt - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Verglichen mit den vorangegangenen „Airpower“ Veranstaltungen seit 1997 kann aus Sicht des Verfassers dieser Reportage ohne Übertreibung gesagt werden, dass die gesamte Organisation bis hin zur gezielten Regelung der Verkehrsströme, mit denen größere Staus wie noch 2005 vermieden werden konnten, die bislang mit Abstand beste war.

Auch das Österreichische Bundesheer konnte mehr als einer viertel Million Besuchern seine Leistungsfähigkeit in Sachen „Schutz & Hilfe“ demonstrieren, wenngleich kritisch angemerkt werden muss, dass das Heer von Seiten der Politik geradezu kaputt gespart wird.

Der Eurofighter bildet das Rückgrat der österreichischen Luftstreitkräfte - Foto: R. Reiner / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Anlässlich „100 Jahre LOXN“ wurde Austrian Wings hinter vorgehaltener Hand von Heeresangehörigen auf die Frage, weshalb man denn nur im Static Display vertreten sei, gesagt, dass man keine „zwei Veranstaltungen im Monat bewältigen“ könne, die Flugstunden und die dafür erforderlichen Mittel müssten für die „Airpower“ aufgespart werden.

Dennoch kann abschließend gesagt werden, dass auch die diesjährige „Airpower“ wieder einmal ein voller Erfolg gewesen ist, und im Namen von Austrian Wings gratuliere ich den Beteiligten sowie den Veranstaltern hierzu und spreche sicherlich im Namen von fast 300.000 Menschen, wenn ich schreibe, dass die nächste „Airpower“ hoffentlich 2011 in Zeltweg stattfinden wird.

Impressionen von der Airpower09

C 130 "Hercules" des österreichischen Bundesheeres setzt Fallschirmjäger ab - Foto: R. Reiner / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Breitling Jet Team - Foto: R. Reiner / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Foto: R. Reiner / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Bell AH 1 Cobra der Flying Bulls - Foto: R. Reiner / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Zwei Eurofighter zweingen einen "Eindringling", dargestellt von einer Hercules, zur Landung - Foto: R. Reiner / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Bis zu 10g wirken auf die Piloten des Red Bull Air Race ein - Foto: P. Radosta / Austrian Wings

Dornier Do24 beim Start - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Kein Modell, sondern ein richtiges Flugzeug! - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Die BO105 schien physikalische Gesetze außer Kraft setzen zu können - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Eurofighter beim Alarmstart - Foto: P. Radosta (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

C 130 Hercules nach der Landung - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Me 109 "Rote Sieben" bei der Landung - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Fokker Dr. 1 Dreidecker - Asse wie Werner Voss oder Manfred von Richthofen (Der Rote Baron) flogen im Ersten Weltkrieg diesen Typ - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

B 25J Mitchell der Flying Bulls - Foto: P. Radosta / Austrian Wings (für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild)

Ihre Meinung ist gefragt!

Sie waren als Besucher bei der Airpower09 dabei - das Team von Airpower.at leitet das Feedback gesammelt an die Veranstalter weiter!

Sie waren als akkreditierter Spotter/Journalist vor Ort - auch ihre professionelle Meinung wird an die Veranstalter weitergeleitet!

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Links:

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Private Bildgalerie über die Airpower09

Sammlung Luftstreitkräfte

Text: P. Radosta, Fotos: P. Radosta & R. Reiner
Video: G. Aigner