Reportagen

Fotobericht: Offizielles Gedenken an Lauda Air Absturzopfer in Thailand

Der Gouverneur der Provinz Suphanburi, seine Exzellenz Natthapong Sanguanchit, bei der Kranzniederlegung an der Absturzstelle im thailändischen Dschungel - alle Fotos: Robert Braunshofer

Am 26. Mai 2026 jährte sich der Absturz der Lauda Air Boeing "Mozart" zum 35. Mal. In Thailand gedachte die österreichische Botschafterin, begleitet von Mitgliedern der Thai Austrian Societiy, gemeinsam mit thailändischen Offiziellen der 223 Opfer. Der nachfolgende Bericht samt Bildmaterial wurde uns von der österreichischen Botschaft in Bangkok zur Verfügung gestellt. Austrian Wings bedankt sich herzlich dafür.

Einleitung/Vorwort der Redaktion: Allen Lesern, die mit dem Thema nicht vertraut sind, empfehlen wir die 2011 erschienene (und 2021 sowie 2026 überarbeitete bzw. ergänzte) Reportage "Lauda Air Absturz: Der Todesflug der Mozart" von Patrick Huber, Austrian Wings Urgestein und Autor des im Jänner 2006 erschienenen Buches "Lauda Air NG 004: Der letzte Flug der Mozart - Österreichs größte Luftfahrtkatastrophe", über das zahlreiche Medien im In- und Ausland (darunter der ORF) berichtet haben. Zu beziehen ist es unter anderem über Freytag & Berndt, den Falter Buchshop, Manz.at, Amazon und viele weitere Online-Quellen - außerdem kann es natürlich in jeder Buchhandlung bestellt werden.

Das Cover des Buches von Patrick Huber, das als Standardwerk zur Katastrophe gilt.

Unsere gesamte Berichterstattung über Lauda Air, mit Themenschwerpunkt auf den Absturz zum heurigen 35. Jahrestag, finden Sie unter diesem Link.

Nun der Bericht der österreichischen Botschaft in Bangkok über die Gedenkfeierlichkeiten im Mai 2026. Alle Bilder stammen von Robert Braunshofer von der Thai Austrian Society. Wir danken - auch im Namen aller von dem Absturz Betroffenen - der österreichischen Botschafterin, Frau Katharina Wieser, und den thailändischen Institutionen für ihre Mühewaltung in dieser Angelegenheit.

Am 26. Mai jährte sich zum 35. Mal der tragische Absturz der Lauda Air NG004 – kurz nach dem Start in Bangkok, in unwegsamem Gelände des Phu Toei Nationalparkes in der thailändischen Provinz Suphanburi.

Um der 223 Opfer – 10 Besatzungsmitglieder und 213 Passagiere – dieses größten Unglücks der österreichischen Zivilluftfahrt zu gedenken, besuchte die österreichische Botschafterin Katharina Wieser gemeinsam mit österreichischen und thailändischen Mitgliedern der Thai Austrian Society (TAS), dem Gouverneur der Provinz Suphanburi, Natthapong Sanguanchit, und anderen lokalen Funktionären am 26. und 27. Mai die Gedenkstätten. Diese sind heute alle in ausgezeichnet gepflegtem Zustand, nachdem sich die Österreichische Botschaft in den vergangenen Jahren unter dem ehemaligen Botschafter Wilhelm Donko um deren Erhalt gekümmert und dafür eingesetzt hat, dass die Pflege hauptverantwortlich von den lokalen Behörden übernommen wird.

Denn nachdem es keine aus Österreich kommende finanzielle Unterstützung mehr gibt, kann die Erhaltung nur mehr mithilfe des Engagements lokaler Institutionen nachhaltig garantiert werden. Durch regelmäßige Besuche der Österreichischen Botschaft Bangkok und geringfügige Unterstützung aus einem kleinen Fonds, der für die Erhaltung eingerichtet wurde und von der TAS verwaltet wird, konnte die Verbindung zu den lokalen Behörden gestärkt und ein heute ausgezeichneter Zustand der Gedenkorte erreicht werden.

So ist die Absturzstelle im Wald, wo neben einem rot-weiß-roten Wrackstück – ein Teil des Seitenleitwerks der abgestürzten Maschine – eine Gedenktafel angebracht ist und einige der lokal üblichen bunten „Geisterhäuschen“ entstanden sind, heute in circa 20 Minuten vom Eingang des Nationalparkes erreichbar. Hier legte die Gruppe am 26. Mai weiße Blumen nieder, und gedachte in der von knarrenden Bambusstangen und schrillen Zikadengesängen erfüllten Luft der vielen Toten. Am Weg zwischen Absturzstelle und Eingang zum Nationalpark befindet sich auf einer kleinen Erhebung ein weiterer Gedenkort, der sog. „Lauda Shrine“, mit einer Buddhastatue, einer kleinen Pagode und einem Kreuz, das in der Vergangenheit von Angehörigen errichtet worden sein muss. Die Pagode, beim letzten Besuch der Botschafterin im März noch ein wenig beschädigt, war für den Jahrestag repariert worden. Auch hier wurden Blumengirlanden niedergelegt, und um das Kreuz Büsche gepflanzt.

Bis heute liegen große Teile der verunglückten Boeing 767 "Mozart" im thailändischen Dschungel.
Botschafterin Wieser im Gespräch mit der sehr engagierten Direktorin des Nationalparks, Frau Sawitree Chuapong.

Für die Pflege und den Zugang zu diesen beiden Orten ist die engagierte Direktorin des Nationalparkes, Frau Sawitree Chuapong, verantwortlich, die sich die Erhaltung – von den über 70 Rangern des Nationalparkes unterstützt – zu einem Herzensanliegen gemacht hat.

Wrackteile der OE-LAV "Mozart".
Frisch gepflanzte Blumen vor einem Kreuz im Dschungel - beim „Lauda Shrine“ nahe der Absturzstelle.
Zugang zum "Lauda-Schrein".

Am nächsten Tag, dem 27. Mai, wurde der ca. zwei Autostunden vom Nationalpark entfernte, nahe der Stadt Suphanburi gelegene Friedhof besucht, an dem die 27 unidentifizierten Opfer des Unglücks begraben sind. Circa die Hälfte davon sind Österreicherinnen und Österreicher, auch Südtiroler sind darunter. Anmerkung der Redaktion: Die Republik Österreich sieht sich offiziell als "Schutzmacht" der autonomen Region Südtirol, die völkerrechtlich aufgrund des Vertrages von Saint-Germain aus dem Jahr 1919 zu Italien gehört. Die beiden anderen größten Opfergruppen sind jene aus Thailand und aus Hongkong. Besonders berührend war daher, dass der Sohn und Neffe mehrerer unidentifizierter Opfer des Unglücks die österreichisch-thailändische Gruppe begleitete und durch seine direkte Betroffenheit dem Andenken eine sehr persönliche Note gab. Ganz besonders wurde der 27 unidentifizierten Opfer gedacht, die hier in einem Massengrab liegen, und deren Namen auf einer eigenen Tafel eingraviert sind.

Gouverneur Sanguanchit und Botschafterin Wieser am Gemeinschaftsgrab auf dem Lauda Air Friedhof. Hier sind 27 der 223 Toten bestattet. Sie konnten trotz aller Bemühungen der Forensiker nicht identifiziert werden.
Auf einer Tafel sind die Namen der nicht identifizierten Absturzopfer eingraviert. Das Gemeinschaftsgrab befindet sich unmittelbar dahinter.
Sowohl die österreichische Botschaft als auch die thailändische Delegation legten am Lauda Air Friedhof Kränze nieder - ebenso die Thai Austrian Society.
Ein Angehöriger mit Botschafterin Wieser am Gemeinschaftsgrab.

Auch der Friedhof, der in früheren Jahren heruntergekommen war, befindet sich heute in ausgezeichnetem Zustand und wird unter Verantwortung der Provinz Suphanburi von
einem Gärtner gepflegt. Vor einer großen Tafel, auf der die Namen aller Opfer eingraviert sind, wurden Kränze niedergelegt, Botschafterin Wieser und der Gouverneur hielten Reden, gefolgt von einer Schweigeminute.

Gouverneur Natthapong Sanguanchit ließ es sich nicht nehmen, der 223 Opfer persönlich zu gedenken.
2025 wurden die Gedenksteine auf dem Lauda Air Friedhof von thailändischer Seite fachkundig restauriert und erstrahlen seither in neuem Glanz.
Österreichs Botschafterin Wieser trug sich vor Ort am 27. Mai 2026 ins Kondolenzbuch ein. Ebenso wie ihr Vorgänger Wilhelm Donko ist sie eine ausgesprochen engagierte Diplomatin.
Besuch im Kloster, welches das Grundstück für den Lauda Air Friedhof zur Verfügung stellte.

Anschließend fuhr die Gruppe in das Kloster Suvarnabhumi, das das Grundstück für den Friedhof zur Verfügung stellt, und dankte dem Abt für diese großzügige Geste.

Für alle Beteiligten war dieser Besuch der Gedenkorte eine wertvolle und berührende Erfahrung. Die Österreichische Botschaft Bangkok wird auch in Zukunft Suphanburi regelmäßig besuchen und die Verbindung mit den lokalen Behörden pflegen, um deren Engagement für diese wichtigen Orte im Gedenken an die vielen österreichischen, aber auch thailändischen und anderen Opfern zu begleiten und unterstützen.

(red / Österreichische Botschaft Bangkok)