Reportagen

Fotoreportage: Black Hawk, Lion, Super Puma und Ecureuil kämpften gegen Waldbrand

Bis es dunkel wurde unterstützten Löschhubschrauber die mehr als 800 Feuerwehrleute am Boden; hier ein AW169 Lion sowie ein S-70 Black Hawk des Österreichischen Bundesheeres - alle Fotos: www.der-rasende-reporter.info (Hinweis an Privatpersonen und Medienvertreter: bitte beachten Sie, dass alle Aufnahmen urheberrechtlich geschützt sind. Eine Verwendung ohne schriftliche Genehmigung des Fotografen kann eine Urheberrechtsklage zur Folge haben).

Ein Waldbrand auf gut 60 Hektar Fläche forderte Freitagnachmittag nicht nur die bodengebundenen Einsatzkräfte im südlichen Niederösterreich. Auch 11 Löschhubschrauber von Bundesheer, Flugpolizei und zivilen Betreibern standen im Einsatz. Eine Fotoreportage von Patrick Huber / www.der-rasende-reporter.info für Austrian Wings.

Die anhaltende Hitze führt in ganz Europa zu heftigen Waldbränden. Ohne Helikopter und Löschflugzeuge als fliegende Feuerwehr wäre die Lage noch viel verheerender. Am vergangenen Wochenende brannte es in der Slowakei, von 5. bis 10. August stand der Föhrenwald bei St. Egyen am Steinfeld im niederösterreichischen Bezirk Neunkirchen (nahe Wiener Neustadt) in Flammen. Genau dort brach um die Mittagsstunden des 14. August erneut ein Großbrand aus, der sich aufgrund starker Winde schnell auf eine Fläche von gut 60 Hektar ausbreitete. Entdeckt und gemeldet wurde das Feuer von einem Piloten der Diamond Aircraft Flugzeugwerke während eines Fluges. Innerhalb kürzester Zeit löste das Landesfeuerwehrkommando Niederösterreich die höchste Alarmstufe aus.

Dichter Rauch behinderte die Sicht. Für die erfahrenen Einsatzpiloten eine besondere Herausforderung.
Boden- und luftgebundene Einsatzkräfte arbeiteten Hand in Hand.
Ganze Straßenzüge mussten wegen des Einsatzes der Feuerwehr für den Verkehr gesperrt werden.

Insgesamt rückten 836 Kameradinnen und Kameraden von 89 Feuerwehren aus ganz Niederösterreich aus. Zusätzlich waren auch die örtlichen Kräfte von zwei Katastrophenhilfsdienst Zügen aus Neunkirchen und Baden sowie der Sonderdienst Waldbrand und der Flugdienst der Feuerwehr vor Ort. Unterstützt wurden sie von 30 Polizeibeamten sowie 63 Einsatzkräften des Roten Kreuzes und des Samariterbundes.

H135 P3 der Flugpolizei, OE-BXR. Diese Maschine führte auch Erkundungsflüge durch, damit sich die Einsatzleitung am Boden einen Überblick über das aktuelle Brandgeschehen verschaffen konnte.

"Zur Koordination des umfangreichen Einsatzgeschehens ist weiterhin ein Bezirksführungsstab eingerichtet", teilte das Bezirksfeuerwehrkommando Neunkirchen mit.

Nicht weniger als 11 Löschhubschrauber standen im Einsatz:

Schwere Löschfahrzeuge konnten die Brandherde oftmals gar nicht erreichen. Die Feuerwehr wurde kreativ, um ihre Kameradinnen und Kameraden tief in den Wald zu bringen.
Heli Austria betreibt mehrere Super Puma, die europaweit bei Waldbränden zum Einsatz kommen.

Bis in den Abend hinein als die Sonne schon hinter den bewaldeten Bergen verschwunden war, flogen die Hubschrauber ihre Einsätze. Super Puma und Black Hawk warfen pro Rotation je 3.000 Liter Wasser ab, der AW169 Lion 1.000 Liter. Die kleineren Löschhubschrauber (Ecureuil, H135) kamen auf etwa 600 bis 800 Liter pro Abwurf.

Der Einsatz war auch logistisch eine enorme Herausforderung. Mehr als 800 Feuerwehrleute mussten mit Trinken und Essen versorgt werden.
Auch dieser AS 350 B3 Ecureuil des Vorarlberger Traditionsunternehmens Wucher Helicopter bekämpfte den Waldbrand.
Von der Nutzlast her ist der Black Hawk des Flaggschiff der Helikopter-Verbände der österreichischen Luftstreitkräfte.
Der stundenlange Einsatz in verrauchtem Gebiet bei sengender Hitze erforderte von den Piloten höchste Konzentration und perfekte Koordination untereinander. In Griechenland waren bei Löscharbeiten erst kürzlich zwei Helikopter miteinander kollidiert.
Die Einsatzleitung der Feuerwehr.
Kurze Pause für die Crew.
Um die Sicht nach unten zu verbessern, können Hubschrauber für Lösch- und Arbeitseinsätze mit gewölbten Seitenfenstern ausgestattet werden.
Bordtechniker des Black Hawk.
Während der Super Puma Wasser aufnimmt, kurvt im Hintergrund schon der Black Hawk ein, um seinen Löschwasserbehälter (3.000 Liter) ebenfalls neu anzufüllen.
Schutz und Hilfe: Unser Bundesheer
Die niederösterreichischen Feuerwehren verfügen über einen eigenen Flugdienst, dessen Mitglieder speziell für die Zusammenarbeit mit den Hubschraubercrews von Bundesheer und Flugpolizei ausgebildet sind.

Gegen 20 Uhr war der Brand unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten liefen die ganze Nacht hindurch und dauern auch Samstagfrüh noch an.

Der Autor dankt allen Einsatzkräften für die hervorragende und professionelle Zusammenarbeit vor Ort, ohne welche diese Fotoreportage nicht möglich gewesen wäre. Mögen alle Polizisten, Piloten, Bordtechniker und Sanitäter stets wohlbehalten von ihren Einsätzen zu ihren Familien zurückkehren.

Text & Fotos: Patrick Huber