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Kontaminierte Kabinenluft an Bord von Condor 757-300

Wie erst jetzt durch einen Bericht der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) bekannt wurde, kam es am 11. November 2012 offenbar zu einem Vorfall mit kontaminierter Kabinenluft an Bord einer Condor Boeing 757-300 (D-ABOE). Flug DE 7982 sollte von Frankfurt am Main nach Las Palmas fliegen.

"Während des Startlaufs in Frankfurt/Main nahm die Besatzung bei ca. 130 Knoten einen stechenden Geruch wahr. Aufgrund der Geschwindigkeit wurde der Start nicht abgebrochen. Während des Steigflugs trat der Geruch auch in der Flugzeugkabine auf. Die Piloten entschieden sich, nach Frankfurt zurückzukehren, nachdem beide ein Kribbeln in den Gliedmaßen und am Zahnfleisch feststellten", heißt es in dem Bulletin der BFU für den Monat November.

Beide Piloten hätten ihre Sauerstoffmasken aufgesetzt und die Maschine sicher gelandet. Nach der Landung sei das Flugzeug noch auf dem Rollweg durch die Flughafenfeuerwehr überprüft worden.

"Die Überprüfung auf Schadstoffe in der Luft im Flugzeuginneren
blieb ohne Befund. Die Untersuchung des Luftfahrzeuges durch den Wartungsbetrieb erbrachte eine Ölüberfüllung des rechten Triebwerks um zwei Quarts. Da auch bei mehreren Flugbegleitern Symptome aufgetreten waren, begaben sich alle neun Besatzungsmitglieder zur medizinischen Untersuchung in die Flughafenklinik, wo Urin- und Blutproben genommen wurden."

Ob Condor die Passagiere über mögliche gesundheitliche Risiken informiert und ihnen ebenfalls die Möglichkeit einer ärztlichen Untersuchung angeboten hat, ist nicht bekannt.

(red / Titelbild: Condor Boeing 757-300 - Foto: Chris Jilli)