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[U] Air Berlin: Kontaminierte Kabinenluft beeinträchtigt Besatzung

Piloten setzten Flug bis nach Berlin fort

Auf dem Air Berlin Flug AB 6192 von München nach Berlin Tegel drangen am 17. Oktober 2012 offenbar potentiell toxische Dämpfe in die Kabine ein. Der Vorfall wurde erst jetzt durch einen Bericht der "BFU" bekannt.

Demnach befand sich die Boeing 737-800 mit der Registrierung D-ABKP gerade im Steigflug als in Cockpit und Kabine plötzlich ein beißender Geruch auftrat. Alle vier Flugbegleiter klagten über Kribbeln in Armen und Beinen sowie Irritationen im Rachen, Symptome wie sie nach Ansicht von Experten typischerweise auftreten, wenn mit Triebwerksöl kontaminierte Zapfluft über die Klimaanlage in das Innere der Kabine gelangt. Ein Mitglied der Kabinenbesatzung musste sich übergeben und sah sich außerstande, weiter zu arbeiten.

Trotzdem entschieden sich die Piloten, den Flug bis nach Berlin fortzusetzen. Während des Reisefluges verschwand der Geruch zwar, trat jedoch während des Landeanfluges erneut auf.

Nach nur 45 Minuten Bodenstandzeit startete der Jet wieder mit Ziel München. Ein bei der Besatzung durchgeführter medizinischer Check habe keinerlei Auffälligkeiten ergeben, schreibt die "BFU". Ob Air Berlin auch ihren Passagieren eine ärztliche Untersuchung angeboten hat, ist unklar.

Donnerstag Abend nahm Air Berlin schließlich wie folgt zu dem Vorfall Stellung: "Wie bei jeder Unregelmäßigkeit, hat sich Air Berlin auch nach diesem Vorfall um die gesamte Crew gekümmert, dazu gehören auch medizinische Untersuchungen." Techniker hätten in Untersuchungen des Triebwerks nach dem Vorfall keine technischen Mängel feststellen können. "Das Flugzeug ist seither ohne auffällige Geruchsentwicklung wieder im Flugbetrieb eingesetzt. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) prüft derzeit, ob der Vorfall weiter untersucht wird", so Air Berlin gegenüber Austrian Wings abschließend.

Wie schon bei ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit ließ Air Berlin jedoch auch diesmal die Frage unbeantwortet, ob man den Passagieren ebenfalls die Möglichkeit einer ärztlichen Untersuchung angeboten habe.

(red / Titelbild: Air Berlin Boeing 737-800 - Foto: Chris Jilli)