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Fotobericht von der Ausflottung der letzten AUA (Lauda Air) Boeing 737

In einem feierlichen Festakt wurde heute Vormittag im AUA-Hangar auf dem Flughafen Wien die letzte Boeing 737 der AUA, operated by Tyrolean Airways, gekleidet in Lauda Air Farben, verabschiedet. Lesen Sie auch "Die Geschichte der Boeing 737 in Österreich".

Damit ist die Flottenharmonisierung, in deren Rahmen seit dem vorigen Jahr die elf Boeing 737 der AUA durch sieben Airbus A320 ersetzt wurden, abgeschlossen.

Die OE-LNK ist die letzte Boeing 737 in den Lauda Air Farben - Foto: Christian Zeilinger
Die OE-LNK ist die letzte Boeing 737 in den Lauda Air Farben - Foto: Christian Zeilinger
Eindeutig dreideutig - seit dem Betriebsübergang auf Tyrolean flog die OE-LNK mit den Titeln "operated by Tyrolean" - Foto: Chris Jilli
Eindeutig dreideutig - seit dem Betriebsübergang flog die OE-LNK mit den Titeln "operated by Tyrolean" - Foto: Chris Jilli
Bald Geschichte: Das Lauda Air Logo - Foto: Christian Zeilinger
Geschichte: Das Lauda Air Logo - Foto: Christian Zeilinger

AUA, deren Flugbetrieb de jure von Tyrolean Airways durchgeführt wird, hat nun eine einheitliche Flotte auf der Mittelstrecke bestehend aus 29 Flugzeugen aus der Airbus A320 Familie. Die Gesellschaft Lauda Air ist bereits im vergangenen Jahr mit Austrian Airlines verschmolzen worden. Im Privatreisesegment wird seit Jahresbeginn national und international mit "my Holiday" die Kraft der Marke Austrianstärker genutzt.

AUA Boeing 737 - Flottenchef Rudolf Buchsteiner ließ - hier mit Jaan Albrecht - die Geschichte der 737 in Österreich Revue passieren - Foto: Chris Jilli
AUA 737 - Flottenchef Rudolf Buchsteiner ließ - hier gemeinsam mit Jaan Albrecht - die Geschichte der 737 in Österreich Revue passieren - Foto: Chris Jilli

"Das ist ein wichtiger Meilenstein für unsere zukünftige Wettbewerbsfähigkeit", erklärt Austrian CEO Jaan Albrecht. "Die Flottenharmonisierung ist ein wesentlicher Baustein im Sanierungsprogramm der Austrian Airlines Group." Durch die einheitliche Flotte auf der Mittelstrecke kann Tyrolean Airways wesentliche Synergien heben, weil zum Beispiel doppelte Kosten für die Wartung und für Ersatzteile wegfallen, die Ausbildung für die Piloten vereinheitlicht wird und die Flugzeuge in der Netzplanung produktiver eingesetzt werden können. Dadurch ergeben sich Einsparungen in der Höhe von rund 17 Millionen Euro.

In der Kabine wurden bereits fast alle Airline Schriftzüge entfernt - Foto: Chris Jilli
In der Kabine wurden bereits fast alle Airline Schriftzüge entfernt - Foto: Chris Jilli
Flugbegleiterinnen in AUA und Lauda Air Uniform - Foto: Christian Zeilinger
Flugbegleiterinnen in AUA und Lauda Air Uniform - Foto: Christian Zeilinger
Auch Niki Lauda war zu der Veranstaltung eingeladen, sagte jedoch kurzfristig ab - Foto: Chris Jilli
Auch Niki Lauda war zu der Veranstaltung eingeladen, sagte jedoch kurzfristig ab - Foto: Chris Jilli

Airbus auf der Mittelstrecke

Die Entscheidung zugunsten von Airbus im Rahmen der Flottenharmonisierung auf der Mittelstrecke hat viele Gründe. Zum einen hatte die Austrian Airlines Group doppelt soviele Airbus A320 in der Flotte als Boeing 737. Daher ist die Ausflottung der Boeing 737 mit geringeren Kosten verbunden, weil weniger Piloten und Techniker umgeschult werden müssen.

Einige AUA Mitarbeiter erschienen mit den ehemaligen Lauda Air Uniformen - Foto: Chris Jilli
Einige AUA Mitarbeiter erschienen in den ehemaligen Lauda Air Uniformen - Foto: Chris Jilli
Jaan Albrecht und 737-Flottenchef Buchsteiner gemeinsam mit Flugbegleiterinnen in den Uniformen der Austrian und der Lauda Air vor der OE-LNK  - Foto: Christian Zeilinger
Jaan Albrecht und 737-Flottenchef Buchsteiner gemeinsam mit Flugbegleiterinnen in den Uniformen der Austrian und der Lauda Air vor der OE-LNK - Foto: Christian Zeilinger

Darüber hinaus hatte die Austrian Airlines Group innerhalb der Airbus A320 Flotte schon im Vorhinein größere Subflotten, die effizienter zu betreiben waren als die kleinen Subflotten bei der Boeing 737. Außerdem kann die Austrian Airlines Group mit A320 auf der Mittelstrecke besser von Synergien innerhalb des Lufthansa Verbundes profitieren.

Das Cockpit der OE-LNK vor dem Testflug - Foto: Chris Jilli
Das Cockpit der OE-LNK vor dem Testflug - Foto: Chris Jilli
Bugfahrwerk der OE-LNK - Foto: Christian Zeilinger
Bugfahrwerk der OE-LNK - Foto: Christian Zeilinger
Letzte Besprechungen kurz vor dem Abflug - Foto: Christian Zeilinger
Letzte Besprechungen kurz vor dem Abflug - Foto: Christian Zeilinger
Triebwerk der Boeing 737-800 OE-LNK - Foto: Christian Zeilinger
Triebwerk der Boeing 737-800 OE-LNK - Foto: Christian Zeilinger
Aller Abschied fällt schwer, auch dieser: Austrian 737-Flottenchef Rudolf Buchsteiner winkt zum Abschied der Boeing 737 aus dem Cockpit der OE-LNK - Foto: Christian Zeilinger
Aller Abschied fällt schwer, auch dieser: Austrian 737-Flottenchef Rudolf Buchsteiner winkt zum Abschied der Boeing 737 aus dem Cockpit der OE-LNK; man beachte auch die mit Metallblenden verschlossenen Öffnungen der Eybrowe-Windows- Foto: Christian Zeilinger
Beim Rollen zur Piste 11 - Foto: Austrian Wings Media Crew
Beim Rollen zur Piste 11 - Foto: Austrian Wings Media Crew
Sekunden vor dem Start - Foto: Christian Zeilinger
Sekunden vor dem Start - Foto: Christian Zeilinger
Der Start zum Abnahmeflug der OE-LNK erfolgte auf der Piste 11 - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Der Start zum Abnahmeflug der OE-LNK erfolgte auf der Piste 11 - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Wegen des geringen Startgewichts kam die OE-LNK auf ihrem letzten AUA-Flug mit wenig Piste aus - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Wegen des geringen Startgewichts kam die OE-LNK auf ihrem letzten AUA-Flug mit wenig Piste aus - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Ende einer Ära: Niki Lauda holte die 737 nach Österreich, die letzte ausgeflottete Maschine dieses Typs trug noch immer den "Lauda"-Schriftzug; im Vordergrund ist die Heckflosse eines NIKI-Fliegers zu erkennen - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew
Ende einer Ära: Niki Lauda holte die 737 nach Österreich, die letzte ausgeflottete Maschine dieses Typs trug noch immer den "Lauda"-Schriftzug; im Vordergrund ist die Heckflosse eines NIKI-Fliegers zu erkennen - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

Um 11:21 Uhr startete die OE-LNK dann auf der Piste 11 zu ihrem behördlichen Abnahmeflug.

Video vom letzten regulären Take Off der OE-LNK in Wien - Quelle: User "AustrianA330" via YouTube (vielen Dank!)

Die aktuelle AUA-Flotte besteht derzeit aus:

  • 4 Boeing 777
  • 6 Boeing 767
  • 29 Airbus A320 Familie, davon
  • 6 Airbus A 321
  • 16 Airbus A 320
  • 7 Airbus A 319
  • 15 Fokker 100 (davon wird eine Maschine derzeit im Wetlease für Lufthansa betrieben, 14 setzt die AUA selbst ein)
  • 9 Fokker 70
  • 14 Bombardier Q400 (davon eine an SN Brussels und eine an Lufthansa verleast, 12 Maschinen werden gegenwärtig im operationellen Betrieb von Austrian Airlines eingesetzt)
Die Austrian (Lauda Air) Boeing 737-800 OE-LNK auf Reiseflughöhe, eskortiert von zwei Eurofightern des Bundesheeres - Foto: Markus Zinner / Bundesheer
Die Austrian (Lauda Air) Boeing 737-800 OE-LNK auf Reiseflughöhe, eskortiert von zwei Eurofightern des Bundesheeres - Foto: Markus Zinner / Bundesheer

Über die 737 bei Lauda Air und Austrian

Die Boeing 737 wurde bei Lauda Air und Austrian hauptsächlich im Charterverkehr eingesetzt. Seit dem Frühjahr 2010 kam sie auch auf den Linienstrecken von Austrian Airlines zum Einsatz. Dazu wurden die Boeing 737 in das Austrian Design umlackiert. Nur eine Boeing 737-800 ist mit der Kennung OE-LNK zur Aufrechterhaltung des AOC (steht für Air Operator Certificate), das Luftverkehrsbetreiberzeugnis, in den Farben der Lauda Air weitergeflogen. Im Juli 2012 kündigte die AUA dann an, die Marke Lauda Air aufzugeben.

In Summe sind alle Boeing 737 "Next Generation" bei Lauda Air und Austrian Airlines in den Jahren 1998 bis 2013 auf über 300.000 Flugstunden gekommen. Die Boeing 737 war in der Austrian Airlines Group täglich rund 8 Flugstunden im Einsatz. Das entspricht 4,5 Landungen pro Tag.

(red CvD, PA, CJ, CZ, RB / Austrian Airlines / Titelbild: Beim Start zu ihrem Abnahmeflug stieg die fast leere OE-LNK steil in den grauen Himmel - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew)