International

Öldämpfe im Cockpit? KLM-Maschine musste umkehren

Dutzende Fälle des Aerotoxischen Syndroms bei KLM-Piloten?

Am Freitag musste eine Maschine der niederländischen Fluggesellschaft KLM Cityhopper den Flug von Amsterdam Schiphol nach Norwich abbrechen und zum Startflughafen zurückkehren. Grund dafür sollen Öldämpfe im Cockpit gewesen sein, wie das Portal "Telegraaf.nl" berichtet.

Weiters berichtet das Blatt unter Berufung auf ihm vorliegende "vertrauliche Dokumente", dass in den Niederlanden "hunderte von Piloten und Flugbegleitern" möglicherweise unter dem mutmaßlich durch Triebwerksöldämpfe verursachten "Aerotoxischen Syndrom" leiden.

Die Fluggesellschaft ArkeFly will das Problem dem Bericht zufolge nun aktiv angehen und ihren Besatzungen Untersuchungen anbieten.

Öldämpfe extrem gefährlich

Triebwerksölrückstände die in Cockpit und Kabine eindringen, gelten bei Fachleuten aufgrund ihrer toxischen Inhaltsstoffe als hochgefährlich. Im Dezember 2010 stürzte ein Airbus A319 der Lufthansa-Tochter Germanwings beim Landeanflug auf Köln beinahe ab, nachdem beide Piloten vermutlich aufgrund kontaminierter Kabinenluft in ihrer Handlungsfähigkeit extrem eingeschränkt waren. Damals hatte Lufthansa zunächst behauptet, die Geruchsbelästigung sei auf Enteisungsmittelrückstände zurückzuführen, obwohl die internen Berichte der Piloten (Austrian Wings ist im Besitz von Kopien dieser Dokumente) dieser Darstellung eindeutig widersprechen.

Keine Vorfälle bei der AUA

Bei der Lufthansa-Tochter AUA dürfte man nach eigenen Angaben bisher keinerlei Probleme mit durch Triebwerksöl kontaminierter Kabinenluft gehabt haben.

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(red / Titelbild: KLM cityhopper Fokker 70, Symbolbild - Foto: Chris Jilli)