Österreich

Fotostrecke: Festakt 50 Jahre Pilatus PC-6 Porter und OH-58 Kiowa beim Österreichischen Bundesheer

Eine gelungene Sonderbemalung auf einer PC-6 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums bei der Fliegertruppe. Ein Dienstende für die PC-6 ist weiterhin nicht in Sicht - alle Fotos: www.der-rasende-reporter.info

Seit einem halben Jahrhundert versehen das Flächenflugzeug PC-6 und der Hubschrauber OH-58 Kiowa ihren Dienst bei der österreichischen Luftwaffe. Das Jubiläum wurde jetzt auf dem Fliegerhorst Brumowski in Langenlebarn gebührend gefeiert. Dabei wurden zwei neue Sonderlackierungen vorgestellt.

Im Jahr 1976 beschaffte das Bundesheer 12 Pilatus PC-6 Porter und 12 OH-58 Kiowa. Die PC-6 ausgerüstet mit einer Propellerturbine, ist ein einmotoriger Schulterdecker mit festem Fahrwerk und Spornrad. Es besitzt hervorragende Kurzstart- und Landeeigenschaften, auch auf nichtbefestigten Flächen und ist beim Bundesheer für insgesamt acht Personen zugelassen.

Die Pilatus Porter wird für Transporte und Verbindungsflüge aller Art eingesetzt. Einige der Einsatzmöglichkeiten sind:

  • Lastabwurf,
  • Zielsack-Schlepp für Zieldarstellung (Fliegerabwehrwaffen),
  • Luftbildflüge,
  • Meßflüge,
  • Krankentransport,
  • Absetzmaschine für Fallschirmspringer,
  • Schiaußenlandungen,
  • Löschflüge (Flächenbrände).

Von den ursprünglich zwölf beschafften Maschinen stellte die kurzsichtige österreichische Politik, die das Bundesheer über Jahrzehnte "zu Tode sparte" allerdings vier Maschinen schon vor längerer Zeit außer Dienst. Eine Porter (3G-EI) war schon zuvor im Jahr 1984 bei einem Flugunfall verlorengegangen. Alle Insassen waren damals ums Leben gekommen: Hauptmann Josef Pichler, Gefreiter Peter Hoi sowie die Wehrmänner Johann Meyerhofer, Alois Schwaiger, Gerhard Haller und Isidor Millinger. Aktuell befinden sich 8 Flugzeuge im Dienst.

Der Bell OH-58 B "Kiowa" ist ein bewaffneter leichter Verbindungshubschrauber. Er ist die Militärversion des Bell 206 Jet Ranger und unterscheidet sich optisch auf den ersten Blick durch die freiliegende Antriebswelle des Heckrotors vom Modell 206. Der OH-58 einen Zweiblatt-Haupt- und Heckrotor mit (wie erwähnt) freiliegender Heckrotorwelle, ein Kufenlandegestell, ist mit einem Turbinentriebwerk ausgerüstet und für fünf Personen zugelassen.

Als bewaffneter Hubschrauber wird er in der Rolle als "Pfadfinder" bei Luftlandungen eingesetzt. Die weiteren Einsatzarten sind Verbindungs- und Beobachtungsflüge sowie Bildflüge (eigene Bildtüre) und Grenzraumüberwachung.

Von den zwölf beschafften OH-58 werden noch 10 vom Bundesheer genutzt. Zwei Maschinen gingen durch Abstürze verloren. Am 27. Februar 1992 kam es in den Triebener Tauer bei der 3C-OF zu einem Verlust der Heckroterwirksamkeit (LTE) und zu einem darauf folgenden Unfall. Der Bordtechniker, Offizierstellvertreter Peter Humer kam dabei ums Leben. Aus dem gleichen Grund verunglückte ein weiterer Kiowa (3C-OG) am 17. Juni 2014 bei einer Übung im Wattener Lizum. Der mitfliegende Stabswachtmeister Martin K. wurde getötet, die Pilotin sowie ein weiterer Insasse überlebten schwerverletzt.

Der Verlust von "nur" drei Luftfahrzeugen (1 PC-6, 2 OH-58) in einem halben Jahrhundert Flugbetrieb unterstreicht bei aller Tragik das hohe fliegerische Niveau des Bundesheer-Piloten und die ausgezeichnete Sicherheitsbilanz der österreichischen Luftstreitkräfte.

Am 2. Juli wurde das 50-jährige Einsatz-Jubiläum der PC-6 und des OH-58 auf dem Fliegerhorst Langenlebarn, den Austrian Wings aus Protest gegen die ungerechtfertigte, gegen den Willen von Bevölkerung und Truppe einzig und allein aus politischer Motivation heraus erfolgte Umbenennung weiterhin als Fliegerhorst Brumowski bezeichnet, ein Festakt statt. Daran nahmen aktive Techniker und Piloten aber auch viele Veteranen sowie Milizpiloten des Bundesheeres teil, die in ihren Hauptberufen große Boeing- und Airbus-Passagierflugzeuge fliegen. Präsentiert wurden dabei zwei extra für dieses Jubiläum entworfene Sonderlackierungen für die PC-6 bzw. den OH-58. Nach Abschluss des offiziellen Festaktes am Morgen wurde im kameradschaftlichen Rahmen bis in den Nachmittag hinein gefeiert.

Fotoimpressionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das analoge Cockpit des OH-58 Kiowa spiegelt den technologischen Stand der 1960er Jahre wieder. Er wird voraussichtlich noch bis 2030 fliegen. Das hochmoderne Nachfolgemodell AW169 befindet sich bereits im Zulauf.
 

Rotorkopf des OH-58 Kiowa. Der Zweiblatt-Rotor verlangt vom Piloten eine besonders ruhige und vorausschauende Führung des Steuerknüppels (Cyclic), da ansonsten "Mast Bumping" und im schlimmsten Fall ein Absturz droht. In einem halben Jahrhundert Kiowa-Flugbetrieb gab es keinen einzigen darauf zurückzuführenden Unfall, was abermals die hohe Qualität der Flugausbildung beim Österreichischen Bundesheer unterstreicht.
 

 

Der weibliche Kiowa-Indianer auf der rechten Rumpfseite stellt eine Ehrerbietung an die weiblichen Kameraden der Kiowa-Saffel dar.
 

 

 

Im Hangar wurde zünftig gefeiert.
 

Es gab auch eine limitierte Edition Jubiläums-Wein.
 

 

 

Für die Verpflegung war ebenfalls gesorgt. Der Koch bereitete mit seinen Gehilfen in der Gulaschkanone ein köstliches Gericht gleichen Namens zu.
 

 

 

 

 

 

Das Cockpit der Porter.
 

 

 

Beste Stimmung bei den Kameradinnen und Kameraden.
 

 

Auch Zivilangestellte sowie ehemalige Heeres-Angehörige waren zum Festakt geladen.
 

 

 

 

Für die musikalische Umrahmung des Festaktes sorgte die Militärmusik Oberösterreich.
 

 

 

 

 

 

 

Abordnung der am Fliegerhorst ansässigen Bundesfachschule für Flugtechnik.
 

Auch die engagierte Direktorin der BFS für Flugtechnik, Roswitha Bürgmayr, nahm an der Feier teil.
 

 

 

 

 

Oberst Wolfgang Rafetseder, Kommandant des Luftunterstützungsgeschwaders Langenlebarn, bei seiner Laudatio.
 

 

Die hohe Militärgeistlichkeit segnete die Luftfahrzeuge und ihre Besatzungen.
 

 

 

 

 

 

Brigadier Wolfgang Luttenberger bei seiner Ansprache. Er ist selbst ausgebildeter Hubschrauber-Pilot.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele Veteranen schwelgten in Erinnerungen.
 

"Alte Adler" im Gespräch ...
 

Kameradschaft: Ehemalige und aktive Kiowa-Besatzungen vor "ihrer" Maschine.
 

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