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AN-225 "Mrija" hätte in letzter Minute ausgeflogen werden sollen - doch es war zu spät

Die AN-225 bei ihrem letzten Besuch in Linz, Jänner 2022; einen Monat später zerstörten russische Aggressoren dieses einzigartige Flugzeug bei ihrem völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine - Foto: Gerald Engertsberger

Nach den Vorwürfen des AN-225 Chefpiloten, Dmitry Antonov, das Management von Antonov Airlines habe das rechtzeitige Ausfliegen des einzigartigen Flugzeuges aus der Ukraine "verbockt", kontert das Unternehmen nun scharf.

Die NATO habe Antonov vor einem russischen Angriff gewarnt, das Management von Antonov Airlines, dem Betreiber der weltweit einzigen AN-225, habe es jedoch verabsäumt, die ikonische Maschine rechtzeitig in Sicherheit zu bringen - so lautet im wesentlichen die Kritik von Dmitry Antovov, seines Zeichens AN-225-Chefpilot - wir berichteten.

Austrian Wings Videoimpressionen von der AN-225 im Dezember in Linz.

Jetzt kontert das Unternehmen über soziale Medien scharf. Man habe bereits seit Dezember 2021 Pläne entwickelt, um die gesamte Flotte ins deutsche Leipzig zu verlegen. Mitte Februar 2022 seien aufgrund der russischen Truppenaufmärsche diese Bemühungen "intensiviert" worden. Fünf AN-124 seien in der Folge vom Werksflughafen Kiew Hostomel ausgeflogen worden.

Der letzte Besuch der "Mrija" in Linz, einen Monat vor ihrer Zerstörung durch die Russen.

Die AN-225 sei jedoch zunächst nicht flugfähig gewesen, da Wartungsarbeiten durchgeführt wurden. In Erwartung des bevorstehenden russischen Angriffs hätten die Techniker Zusatzschichten gefahren und noch am Abend des 23. Februar das letzte Triebwerk wieder montiert.

Nur noch ein ausgebranntes Wrack: Neben tausenden toten Ukrainern und ungezählten Kriegsverbrechen geht auch die Zerstörung der ikonischen AN-225 auf das Konto des russischen Diktators und Kriegsverbrechers Wladimir Putin.

Am 24. Februar hätte die AN-225 nach Leipzig geflogen werden sollen, die Luftraumsperre und der russische Angriff auf die Ukraine hätten dies jedoch verunmöglicht. Bei den Kämpfen um den Flughafen Hostomel seien mehrere Antonov Mitarbeiter getötet und verwundet worden. Die AN-225 wurde - wie berichtet - im Laufe der heftigen Gefechte schließlich zerstört.

(red)