Österreich

Angehörige der Lauda Air Absturzopfer fühlen sich von der AUA im Stich gelassen

Die "Mozart" im Flug; ihr Absturz ist die folgenschwerste Luftfahrttragödie in der Geschichte Österreichs; die AUA als Gesamtrechtsnachfolgerin der Lauda Air weigert sich seit sechs Jahren allerdings, ihrer Verantwortung gegenüber den Hinterbliebenen gerecht zu werden.

Fast 35 Jahre ist der Absturz der Lauda Air in Thailand mit 223 Toten jetzt her. Die AUA hat Lauda Air übernommen - und damit gemäß Juristen auch deren Verpflichtungen gegenüber den Hinterbliebenen der 223 Toten. Doch die fühlen sich von Austrian Airlines schwer enttäuscht.

Alle 223 Passagiere und Airline-Mitarbeiter an Bord starben als die "Mozart", eine Boeing 767-3Z9ER der Lauda Air, am 26. Mai 1991 kurz nach dem Start in Bangkok abstürzte. Ursache war ein Konstruktionsfehler an der Schubumkehr, der ganz offensichtlich durch Schlampereien bei der Lauda Air Wartung begünstigt worden war.

27 der Opfer konnten nicht identifiziert werden und wurden auf einem extra angelegten Friedhof in Thailand in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt. Dessen Betreuung übernahm die Lauda Air, die den engsten Angehörigen der dort Beerdigten einmal pro Jahr ein Flugticket nach Bangkok kostenlos zur Verfügung stellte.

Die AUA übernahm Anfang der 2000er die de facto kurz vor dem Konkurs stehende Lauda Air und damit die Verpflichtung, sich um die Betreuung des Friedhofes und die Angehörigen zu kümmern. Im Jahr 2020 allerdings stellte die AUA ihre Zahlungen für den Erhalt des Friedhofs und das Angebot kostenloser Tickets für die engsten Angehörigen der in Thailand beerdigten Absturzopfer ein. Juristen meinen, dies sei rechtswidrig, denn die AUA habe die "Gesamtrechtsnachfolge" der Lauda Air angetreten und müsse die Betreuung der Angehörigen und des Friedhofes folglich dauerhaft fortführen. Bei der AUA bestreitet man das und spricht von einer "freiwilligen Leistung", die man bis 2020 erbracht habe.

Besonders im Vorfeld des 35. Jahrestages des Unglücks (im Jänner gelangte das Thema durch die Veröffentlichung des Buches "Lauda Air NG 004: Der letzte Flug der Mozart - Österreichs größte Luftfahrtkatastrophe" wieder in den Fokus der Öffentlichkeit) ist diese Haltung der AUA ein schwerer Schlag für viele Hinterbliebene. 

Sie fordern von der AUA, dass diese ihrer Verpflichtung nachkommt, den Friedhof wieder pflegen lässt und auch den engsten Angehörigen ein jährliches Ticket nach Bangkok zur Verfügung stellt. Weiters wünschen sie sich, dass es zum 35. Jahrestag zumindest ermäßigte Tickets für eine Anreise zur Gedenkfeier nach Thailand gibt. Doch auch diesen Wünschen erteilt die AUA bisher eine Abfuhr.

(red, CvD)